Threewide und dexwet df1 Racing erfüllen Max Heilek einen Traum

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Behindertensportler Max Heilek zu Gast beim Team dexwet df1 Racing in Most

“Es ist unglaublich. Es ist mein erstes NASCAR Rennen überhaupt und als Gast hier von dem Team ist unglaublich. Die Leute hier sind toll. Danke das ihr uns das ermöglicht habt.”

Der Behindertensportler Max Heilek ist von Geburt aus an den Rollstuhl gefesselt und ist in der Para Leichtathletik aktiv.

“Das Wochenende war wirklich der totale Wahnsinn! Es war zwar mein erstes NASCAR-Rennen, wo ich live an der Strecke war, wird aber definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein. Sowohl ihr von Threewide als auch alle von Dexwet-DF1-Racing haben uns direkt Super herzlich begrüßt und wir wurden, um es mit den Worten von Gudrun zu sagen sofort “in die Familie” aufgenommen und genauso hat sich das gesamte Wochenende angefühlt. Gudrun hat uns zuerst während des Qualifyings das ganze Feld vorgestellt, inklusive kleinen Hintergrundgeschichten und ihren Erwartungen für die Rennen. Außerdem stellte sie uns das eSports-Team sowie diverse andere Personen des Teams vor. Vor allem mit dem iRacer der #66 (ich habe gerade den Namen vergessen)(Anmerkung der Redaktion: Holger Klüner ist der Fahrer) haben wir uns lange über die Kunst des Onlineracings und wie schwer der Weg in die Motorvision Xtreme Series ist.”

Credits: Threewide (Max, Paul & Micha mit Gudrun von dexwet df1 Racing)

“Als die Fahrer*innen des Teams dann ins Zelt kamen und Justin mich mit den Worten “schön dich endlich kennenzulernen” begrüßte, dachte ich erstmal, dass ich in einer verkehrten Welt bin (ich bin dabei doch eigentlich nur ein Fan von ihm). Die Herzlichkeit riss nie ab und alle waren auch super interessiert an uns. Mit Justin haben wir z. B. lange über sein wildes Abenteuer in Canada geredet, wobei er sich auch nochmal vielmals für meine kleine finanzielle Hilfe (Spendenaktion für sein NASCAR Truck Race 2018 in Canada) bedankt hat und selbst bei meiner Frage, ob er nächstes Wochenende in meinem Team beim 6-Rennen mitfahren möchte, antwortete er, dass er gerne dabei gewesen wäre, wenn nicht in seiner Familie eine Geburtstagsparty zu diesem Zeitpunkt wäre. Beim nächsten Event dieser Art soll ich ihn jedoch anschreiben. Auch mit Ellen haben wir uns über meinen Leichtathletiksport, Alex Zanardi und die Formel H (Handicap) unterhalten.”

Credits: P.Heilek

“Meine Eltern haben meine Lebensfreude und meinen Bewegungsdrang stets gefördert und mich trotz meiner körperlichen Einschränkung alles ausprobieren lassen (wie z. B. Tauchen, Klettern, Ski fahren, Go-Kart fahren und vieles mehr). Mit 7 Jahren war ich bei einem „Schnuppertraining“ des Handicap-Sports-Club (HSC) Erfurt e. V. Ich bekam einen ersten Einblick in das Training der „Fußgänger“ sowie der Rollstuhlathleten. Seitdem ist meine Leidenschaft und mein Interesse für den Rennrollstuhlsport/Leichtathletik geweckt und ich wollte in Erfurt nun auch beim HSC trainieren. Anfangs tat ich dies noch in meinem Alltagsrollstuhl, bevor ich dann leihweise einen für mich passenden Rennrollstuhl bekam.”

Credits: P. Heilek

Die Rollstuhlsportler trainieren in einem Spezialrollstuhl, dem sogenannten Rennrollstuhl. Dieser Rennrollstuhl mit zwei großen Rädern hinten und einem kleinen Laufrad vorn begeisterte mich von Anfang an. Die Vorwärtsbewegung erfolgt durch kraftvolles, anschiebendes Schlagen der Hände auf die Greifringe an den Hinterrädern – zum Schutz der Hände werden dafür extra spezielle Handschuhe getragen.
Es folgten die ersten Wettkämpfe, u. a. Landesmeisterschaften, Internationale Deutsche Meisterschaften, Schweizer Meisterschaften, Jugendländercups

Credits: P. Heilek

“Seit mehr als 13 Jahren trainiere ich nun in Erfurt Leichtathletik, habe erlebt und erlebe es immer wieder, dass man mit Ehrgeiz, Entschlossenheit, Disziplin und jeder Menge Spaß und Freude vieles erreichen kann. So zählt zu meinem größten Erfolg bisher mein Europa- und mein Weltrekord über 5000 m, den ich 2013 in der Schweiz bei den Schweizer Meisterschaften gefahren bin. 2013 gewann ich die Deutsche Meisterschaft über 5.000 m mit einer Zeit von 25:24 Minuten. In der Weltrangliste stehe ich zur Zeit auf Platz 2.”

Credits: P. Heilek

“Auch in den Boxen ist mir sofort die einzigartige Fannähe der NASCAR aufgefallen. Ob Alon Day, Anthony Kumpen, “Sauce Boi” Myatt Snider oder Team Bleekemolen: Es waren alle gerne für Autogramme, Fotos und kurze Gespräche zu haben. Eine Ausnahme gab es vielleicht mit Jacques Villeneuve, der aber ständig von einer Traube, teils unverschämter Fans umgeben war, dass wir nicht unbedingt in diese Masse rein wollten. Wir haben aber auch gesehen, dass er ebenfalls sich gerne Zeit für die Fans nimmt. Die Rennen selbst waren unglaublich spannend und spektakulär. Drehungen, Karambolagen, harte Zweikämpfe (oft auch mehr als 2 Wagen), welche sich über das gesamte Rennen und durch das ganze Feld durchweg duellierten und einem Motorschaden des Führenden direkt vor unserer Tribüne. Alles bei dem unverwechselbaren Sound der NASCAR-Buliden. Das Dexwet-DF1-Team selbst hatte auch tolle Ergebnisse und die Stimmung im Teamzelt war entsprechend. Außerdem hörten die Überraschungen von euch und dem Team nicht auf. So habe ich z. B. das Basecap vom Podium in der Challengerklasse von Ellen, mit Autogramm aller Dexwet-Fahrer*innen bekommen und wir wurden am Ende des Tages gleich zum Teamgrillen eingeladen, wo wir gleich von euch mit interviewt worden. Aus einem Tag mit dem Team wurden prompt 2, nachdem Gudrun uns ebenfalls für den Folgetag an die Box einlud. In Folge von Lasse’s hart erkämpften Sieg am Sonntag, war die Stimmung wieder einmal ausgelassen. Und nach einem TV-Interview für die NWES, durfte ich mit Lasse und seinen, an diesem Wochenende gewonnenen Trophäen posieren. Und nachdem auch Ellen ein solides Top-15-Ergebnis im letzten Rennen einfuhr, gab es noch viele weitere Erinnerungsstücke, die wir erhalten haben. Einen siegreichen General Tire Reifen der #66, ein Teil der Front des #99 Camaros und jeweils eine Flasche teameigenen Weiß- und Rotwein, mit welchem Gudrun sich bei allen Mitwirkenden und Gästen für das Wochenende bedankte. Wir selbst sind nun mit reichlich Souvenirs, aber vor allem mit neuen Freunden bzw. als Teil einer großen neuen Familie nach Hause gekommen. Dieses Wochenende war ein unvergessliches Erlebnis und ich bedanke mich wirklich von ganzem Herzen im Namen von uns allen bei euch allen, die uns all das ermöglicht haben und können es kaum erwarten, euch möglichst bald wiederzusehen.”

Credits: P.Heilek (Max, Paul & Micha mit Ellen Lohr)

Der Umgang und die Begegnungen mit vielen anderen Sportlern mit und ohne Handicap motivieren und prägen mich und spornen mich zu neuen Höchstleistungen an. Sport öffnet Türen und ich überwinde damit Grenzen!

Wir von Threewide und dexwet df1 Racing wünschen Max alles Gute für die Zukunft und würden uns freuen dich irgendwo an der Rennstrecke wieder zu sehen.

Credits: P.Heilek (Max mit Lasse Sörensen)
Credits: P.Heilek (Max mit Threewide)

 

 

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