Late Model-Pilot Gordon Barnes wartet auf erstes Top 20-Ergebnis

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Credits: Marko Stipp Motorsport

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Während der Winterpause nahm Gordon Barnes am Rekrutierungsprogramm der NASCAR Whelen Euro Series. Sein Ziel für 2020 ist es, in der EuroNASCAR Club Challenge an den Start zu gehen. Aktuell fährt er für Marko Stipp Motorsport in der EuroNASCAR Esports Series und pilotiert den Chevrolet Camaro mit der #246.

Seine Karriere begann Barnes im Formelsport. Aus Mangel an Sponsoren und Finanzierung, musste er seine Karriere pausieren und erst 2010 kam er zurück an die Rennstrecke. 2011 bekam er die Möglichkeit, ein Late Model auf einem Short Track zu testen und an diesem Punkt begann seine Faszination für die Late Models und das Ovalracing. 2018 ging er für Hendriks Motorsport in der LMV8 am Raceway Venray an den Start. Durch den Brexit hatten viele britische Fahrer finanzielle Probleme, so auch Barnes, der seine Pläne für die Saison 2019 damit auf Eis legen musste. In der Winterpause wurde er für das Rekrutierungsprogramm der NASCAR Whelen Euro Series eingeladen und bekam die Möglichkeit, die Boliden der EuroNASCAR zu testen. Für 2020 plant er einen Einsatz in der Club Challenge. „Ich werde die Club Challenge fahren, das ist der Plan für 2020. Es steht nur noch nicht fest, mit welchem Auto ich an den verschiedenen Rennen teilnehmen werde. Mit der 46? Das wäre gut. Es wäre gut mit dem gleichen Team weiter zu machen, wenn wir vom Esport zurück zum richtigen Racing gehen“, sagte Barnes in einem Interview mit Threewide.

Credits: Gordon Barnes

Barnes erstes Rennen in der ENES war sein Heimrennen auf der Kurzanbindung von Brands Hatch. Nach dem Qualifying war er 29. und musste deshalb in seinem Heat von Platz 10 starten. In seinem Heat konnte er 2 Positionen gut machen und wurde am Ende 8., was ihm die direkte Qualifikation für das Hauptrennen einbrachte. Dort konnte er anfangs um die Top 20 mitkämpfen, allerdings verlor er das Auto nur wenige Runden später hinter Paddock Hill Bend und drehte sich. Am Ende reichte es nur für den 24. Platz.

In Watkins Glen startete Barnes von Platz 12 in den ersten Heat. In der ersten Kurve nach dem Start kam es zu einem Unfall mit mehreren Fahrzeugen und Barnes konnte den Kontakt mit der #77 von Alexander Graff nicht vermeiden. Glücklicherweise war der Schaden an seinem Wagen nicht allzu stark und er konnte sich nach diesem Vorfall auf Platz 9 vorarbeiten. Das reichte für die direkte Qualifikation und Startplatz 25 im Finale. Dort war er einer von vielen Fahrern, die in den Unfall in der zweiten Kurve verwickelt wurden. Er musste das Rennen vom Ende des Feldes wieder aufnehmen und konnte sich noch bis auf Platz 24 vorarbeiten.

Beim dritten Lauf in Zandvoort sah es anfangs recht gut aus für den Briten. Er konnte seinen Heat zum dritten Mal in den Top 10 beenden und sich somit direkt für das Hauptrennen qualifizieren. Im Hauptrennen verließ ihn aber das Glück und er wurde erneut in einen Unfall direkt beim Start verwickelt. Die #141 von Lorenzo Marcucci wurde in die Mauer geschoben und als sie zurück geschleudert wurde, konnte Barnes nicht mehr ausweichen. Er konnte zwar weiterfahren, allerdings waren durch den Schaden am Fahrzeug alle Chancen auf ein gutes Ergebnis vertan. Somit beendete er das dritte Hauptrennen in Folge auf Platz 24.

Die vierte Runde fand auf dem Road Course des Indianapolis Motor Speedway statt. „Meiner Meinung nach bist du in Indianapolis einmal falsch abgebogen, wenn du mehr als bis 4 zählst“, sagt Barnes lachend. „Von meinem Background her bin ich Ovalfahrer, daher hätte ich es bevorzugt, wenn wir auch ein Oval im Kalender hätten. Ich bin mir sicher, dass wir einige Leute mit unserem Speed im Oval überraschen könnten. Das größte Problem hier ist, dass die Strecke sehr rutschig ist. Man kann das Auto leicht überfahren und viel Zeit verlieren.“ Nach dem Qualifying fand er sich auf Platz 29 wieder, was Startplatz 10 für Heat 2 bedeutete. Im Heat lief es gut für ihn und er konnte einen soliden 7. Platz einfahren. Im Hauptrennen startete er von Platz 20. Im Gerangel nach dem Start kam er gut durch und war schnell auf Platz 13. Doch er wurde auch dieses Mal in einen Unfall verwickelt. „Mein Qualifying war nicht das beste, aber ich konnte das im Heat wieder ausgleichen. Nach den ersten Kurven im Hauptrennen sah es eigentlich ziemlich gut aus. Als sich vor mir ein Auto gedreht hatte, konnte ich nicht ausweichen. Nach ein paar Reparaturen bin ich zurück auf die Strecke gekommen und konnte ein paar Plätze gutmachen. Wir waren immer noch schnell in den Kurven, hatten aber keine Power mehr. Leider passiert das manchmal“, sagte Barnes, der am Ende auf Platz 29 ins Ziel kam.

Credits: NASCAR Whelen Euro Series/Guillaume Hesnault

Obwohl er vor allem in den Heats recht beständig war, blieb er in den Hauptrennen hinter seinen Erwartungen zurück. „Ich wurde drei Mal 24. und jetzt 29. Leider zeigen die Ergebnisse nicht, was wirklich passiert. Bei den letzten 3 Rennen gab es immer Unfälle in der ersten Runde. Der Big One in Watkins Glen hatte unser Auto stark beschädigt. In Zandvoort wurden wir umgedreht und in Indy konnte ich dem Auto, das sich vor mir gedreht hatte, nicht mehr ausweichen und musste an die Box kommen. Ich denke, dass wir bald in die Top 20 fahren können. Wir haben den Speed, nur fehlt uns bisher das nötige Quäntchen Glück. Ich komme jedes Mal durch die Heats, dort gibt es keine Probleme, aber danach wird es zur Herausforderung.“

Barnes ist kein Neuling im Sim-Racing, bereits vor dem Start der ENES hat er Zeit am Simulator verbracht. „Ich mache Sim-Racing schon seit einer Weile, mal mehr, mal weniger. Meine ersten Erfahrungen habe ich vor Jahren mit Grand Prix gesammelt, aber es ist nichts, was ich ständig gemacht habe. In den letzten Jahren war es dann hauptsächlich iRacing. Aufgrund meiner Arbeit, Reisen, usw. bin ich aber zeitlich eingeschränkt gewesen. Erst in den letzten paar Jahren wurde es regelmäßiger. Ich habe gelegentlich gespielt und bin erst kürzlich auf ein Fanatec ClubSport Set-Up umgestiegen. Seit dem Start der ENES trainiere ich aber deutlich mehr. An den meisten Tagen trainiere ich mehrere Stunden. Früher habe ich eigentlich ausschließlich Zeit auf den Ovals verbracht, erst gegen Ende des letzten Jahres hab ich zu den Road Courses gewechselt.

Am Dienstag starten die Finals der ENES mit doppelter Punktzahl auf der Grand Prix Strecke von Brands Hatch.

 

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