Traumfabrik EuroNASCAR – Igor Romanovs erste Schritte

0
245
Credits: Igor Romanov

This post is also available in: English (Englisch)

Das Konzept des Rekrutierungsprogramms der NASCAR Whelen Euro Series richtet sich nicht nur an junge Talente. Es fördert Fahrer und Fahrerinnen mit unterschiedlichsten Vorgeschichten. Igor Romanov wurde im Dezember zum zweiten Teil des DRP eingeladen und schreibt Geschichte als erster ukrainischer Fahrer in der EuroNASCAR. Er wird für das ebenfalls neue Team Not Only Motorsport mit der #89 in der EuroNASCAR Club Challenge an den Start gehen. Aktuell fährt er in der EuroNASCAR Esport Series die #289.

Der Prolog in Daytona war für Romanov das erste Rennen bei iRacing. „Meine erste Erfahrung im Sim-Racing habe ich etwa einen Monat vor Start der ENES gehabt. Meine erstes Training in iRacing war nur wenige Stunden vor dem Start des Prologs“, erzählte Romanov im Interview mit Threewide. „Es war schwieriger, als ich erwartet hatte. Ich habe eine professionelle Ausrüstung, daher fühlt sich alles absolut realistisch an. Und nach ein paar Stunden hinter dem Lenkrad mit den Fahrerhandschuhen an den Händen, in einem richtigen Rennsitz nur mit Monitoren statt Windschutzscheibe, weiß man gar nicht mehr, ob es echter Sport ist oder virtuell.“

Beim ersten Lauf der ENES in Brands Hatch belegte Romanov im Qualifying Platz 50 und damit Startplatz 17 für seinen Heat. Nach dem Start war er in der Lage, mit seinen Vordermännern mitzuhalten. Nach einem Unfall, in den er verwickelt wurde, verlor er viel Speed und musste letztlich sein Auto in der Boxengasse abstellen. Beim Last Chance Qualifier musste er von Platz 26 starten. Nachdem Alessio Bacci Kontrolle über sein Auto verlor und Romanov in die Leitplanke schickte, musste er erneut das Rennen frühzeitig beenden.

Credits: NWES/Guillaume Hesnault

Aufgrund seiner Arbeit konnte er beim Rennen in Watkins Glen nicht an den Start gehen, in Zandvoort war er aber wieder dabei. Seinen Heat musste er vom letzten Platz starten. Durch den Unfall am Start konnte er zunächst einige Plätze gutmachen, wurde später aber erneut in einen Unfall verwickelt. Er war gezwungen, sein Auto in der Box abzustellen. Im Last Qualifier lief es auch nicht nach Plan. Insgesamt machte er 10 Positionen gut und beendete den Lauf auf Platz 17. „Zandvoort ist eine wirklich schwere Strecke. Ich hatte nur zwei 3-stündige Trainingssessions vor dem Rennen, daher war ich sehr unsicher gefahren und nicht ansatzweise so schnell, wie ich wollte. Ich hatte versucht, mich auf das Qualifying zu konzentrieren und glücklicherweise bekam ich einen Platz beim Rennen. Ich bin in Heat 3 gestartet, aber ich bin sehr vorsichtig gefahren und nach der ersten Kurve war ich 11. von 19. Leider kam es nur Augenblicke später zu einer Kollision, in der mein Auto beschädigt und unkontrollierbar wurde, daher hatte ich mich dazu entschieden, den Wagen in der Box abzustellen. Eine ähnliche Situation gab es auch im Consolation-Rennen, aber da hatte ich mich dazu entschieden auf der Strecke zu bleiben und die Ziellinie zu überqueren“, fasste Romanov sein Rennen zusammen.

Für Romanov sind die Rennen der ENES eine gute Möglichkeit zu trainieren. „Leider wurden durch die CoVid-19 Pandemie alle unsere Pläne verschoben, inklusive die Tests vor dem Saisonstart. Das Sim-Racing ist auf jeden Fall besser als nichts! Es war eine tolle Idee der NWES diese virtuelle Meisterschaft zu organisieren. Ich bin der ganzen Organisation der NWES dankbar dafür und möchte vor allem Jerome Galpin und Gian-Luca Giuglia dafür danken sowie all den anderen Fahrern, die mitfahren“, erzählt der Ukrainer.

Credits: Igor Romanov

Romanov arbeitet als Bildgestalter beim größten ukrainischen Fernsehsender TRBC Ukraine. Seine Rennkarriere begann erst im Jahr 2016, nachdem er von einer Rennschule in Kiew aufgenommen wurde. „Ich bin 2016 im ukrainischen Touring Cup gestartet. Im folgenden Jahr bekam ich einen Langzeitvertrag mit der ukrainischen Autospeedway National League, wo ich auch immer noch fahre“, erzählt der sympathische Ukrainer gegenüber Threewide. Seine Entscheidung, sich für das Rekrutierungsprogramm der NWES zu bewerben, wurde von Bobby Labonte beeinflusst, den er 2018 in Tours traf. „Einer meiner größten Helden im Motorsport ist der legendäre Bobby Labonte. Ich war sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit hatte, ihn beim Ovalrennen der NWES in Tours zu treffen, bei dem ich als Journalist vor Ort war. Ich erzählte ihm von meinem Traum mit der NASCAR. Er antwortete: ‚Versuch es, wenn du es willst. Es gibt dort gute Konditionen für Einsteiger!'“ Er schickte seine Bewerbung an die NWES und wurde für den zweiten Teil des Rekrutierungsprogramms im Dezember eingeladen. „Das war einer der glücklichsten Momente meines Lebens, weil mein größter Traum tatsächlich langsam anfing wahr zu werden.“ Für Romanov ist die Teilnahme in der EuroNASCAR nicht nur ein Traum, der Realität wird, sondern auch die Möglichkeit den Sport zu bewerben, den er selbst so liebt. „In den letzten sechs Monaten seit den Test haben so viele Ukrainer die Bedeutung des Wortes NASCAR kennen gelernt. Ich versuche, das hier zu promoten und lade Motorsportfans ein, unsere Serie und meine ersten Schritte in der EuroNASCAR zu verfolgen. Die Ukraine ist ein großes Land, aber wir haben nur eine Rennstrecke hier. Der Chaykaring ist sehr alt und nicht mehr sicher, daher möchte ich unseren Fahrer auch eine andere Seite zeigen: hochklassige Rennstrecken und die viel versprechendste Serie in Europa. Man braucht kein extrem hohes Budget, man braucht einfach nur einen Traum.“

Credits: Igor Romanov

Igor Romanov nahm am zweiten Teil des DRP teil, ebenso wie Fabio Spatafora und Davide Dallara, seine beiden Teamkollegen bei Not Only Motorsport. Spatafora stellte den Kontakt zum Team her und ebnete so Romanovs Einstieg in die EuroNASCAR. „Ich bin sehr froh, dass ich den Deal mit dem italienischen Team Not Only Motorsport machen konnte. Dies wird meine Debütsaison in der EuroNASCAR, aber ich fühle mich jetzt schon sehr wohl mit meinen Teamkollegen und kann es kaum erwarten, sie auf einer echten Strecke wieder zu treffen!“

Die Unterstützung durch sein Team und seine Sponsoren ist ihm sehr wichtig, aber dass eine Familie ihn dabei unterstützt, seinen Traum zu verwirklichen, bedeutet ihm alles. „Ich bin sehr dankbar für die großartige Unterstützung nicht nur durch mein Team Not Only Motorsport, sondern auch durch meine Partner Chernobyl Tour und Top Level Motorsport. Aber ich muss mich auch bei meiner lieben Familie bedanken: Meine Frau Alyona und mein Sohn Mark, die mich bei allem, was ich mache, unterstützen.“

Credits: Igor Romanov

Die Ziele für seine erste Saison in der EuroNASCAR sind ganz klar. „Mein Traum ist jetzt auf einem anderen Level, daher möchte ich mein Bestes geben um gute Ergebnisse in der Club Challenge der EuroNAScAR für mein Team und mein Land einzufahren.“ Solange der Start der regulären Saison verschoben ist, konzentriert Romanov sich darauf, seine Fähigkeiten in der ENES zu verbessern. „Leider ist es für mich nicht möglich, so viel Zeit am Simulator zu verbringen, wie ich gerne würde, aber ich arbeite intensiv daran, immer besser und schneller zu werden. Jeder kleine Schritt ist wirklich wichtig für mich. Das wichtigste ist es, Erfahrung zu sammeln. Jeder Tag, jede Trainingssession, ist eine große Unterrichtsstunde für mich. In dieser Saison, egal ob virtuell oder reell, geht es nicht um Punkte oder Positionen, sondern um Erfahrung. Wenn man mich bittet, meine ersten Schritte in der EuroNASCAR zu beschreiben, ist meine Antwort: Das ist der Start von etwas wundervollem, weil mein Traum auf einer neuen Ebene ist. Und ich werde mein Bestes geben in den Rennen, virtuell oder in echten Rennen.“

Das nächste Rennen der ENES wird am 2. Juni auf dem Road Course des Indianapolis Motor Speedway ausgetragen.

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.