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Kyle Busch gewinnt in Kentucky

Nach einem wilden Finish letzte Woche in Daytona ging es für den Sprint Cup diesmal nach Kentucky. Nascar nutzte dieses Rennen um ein neues Aero-Paket, bestehend aus einem kleineren Splitter sowie Spoiler, zu testen. Das Ziel war es das zuletzt etwas langweilige Racing auf 1,5 Meilen Ovalen, speziell die Schwierigkeit zu überholen bzw. neben anderen Wagen zu bleiben, zu verbessern. Das Ergebnis hat sich gelohnt, das ganze Rennen hindurch war gutes 2- oder 3-wide, stellenweise sogar 4-wide, Racing zu sehen.

Aufgrund starker Regenfälle fand kein Qualifing  statt, weshalb das Feld nach Trainingszeiten aufgereiht wurde. Auf diese Weise konnte sich Kyle Larson die Pole sichern, neben ihm der zweifache Kentuckysieger Brad Keselowski. Sofort nach dem Start konnte sich Keselowski vor Larson setzen und begann das Rennen anzuführen. Der Polesitter begann zurück zufallen und sollte für den Rest des Rennens keine große Rolle mehr spielen. Auch Daytonasieger Dale Earnhardt Jr hatte einen schwierigen Tag und begann früh zurückzufallen.

Die erste Caution des Abends gab es in Runde 19, als Josh Wise die 23 von JJ Yeley berührte und in die Wand rutschte. Der Restart war ein echtes Highlight: es gab 4-wide Racing in den Top 7. Der größte Sieger des Restarts hieß Kyle Busch, er konnte vom siebten auf den zweiten Platz fahren. Kurze Zeit später demonstrierte Jeff Gordon die Vorzüge des neuen Aero-kits an Kyle Larson: Gordon konnte an das Heck von Lasons Chevy fahren und ihn mittels Aerodynamik loose machen, wodurch Larson vom Gas gehen musste und Gordon an ihm vorbei fahren konnte.

Photo Daniel Shirey/Getty Images
Photo Daniel Shirey/Getty Images

In Runde 31 gab es eine von Nascar angekündigte Competition Caution. Das Feld kam an die Box und Kyle Busch konnte durch einen guten Stop die Führung erstmals übernehmen, der zweite Platz ging an Buschs Teamkollegen Denny Hamlin. Es gab weiterhin exzellentes Racing zu sehen, als in Runde 71 Denny Hamlins rechter Vorderreifen Probleme machte, was den Gibbs Piloten zu einem Pitstop unter Grün zwang. Hamlin war vorher schon aus den Top 10 herausgefallen und verlor bei diesem Stop auch noch die Führungsrunde, da er zu schnell an der Box war.

Kurz nach Runde 80 gab es die dritte Caution des Abends, nachdem Paul Menard die Wand streifte. Das Feld kam an die Box. Jimmie Johnson hatte einen langen Stop, bei dem das Team hinten rechts unter dem Wagen arbeitete. Den Restart gewann Kyle Busch, gefolgt von beiden den Penske Ford von Brad Keselowski und Joey Logano. In der 93. Runde lieferten sich Kyle Busch und Brad Keselowski ein spannendes Duell um die Führung, das letzendlich an Keselowski ging. Kurz danach, in der 99. Runde, drehte sich Kurt Busch am Ausgang von Turn 4 und sorgte für die vierte Caution des Abends. Ein Großteil des ging an die Box, die Top 7 blieben draußen. Den Restart konnte Brad Keselowski für sich entscheiden. In Runde 122 gab es die Erlösung für Denny Hamlin: Die 23 streifte die Wand, was für eine Caution sorgte. Hamlin konnte so über den Lucky Dog zurück auf die Führungsrunde kommen. Die Boxenstopps unter dieser Caution brachten Kyle Busch wieder die Führung, Brad Keselowski verlor neun Plätze an der Box, nachdem er seinen Reifenträger anfuhr.

Nur 8 Runden nach dem Restart, in Runde 136, kurz nach Rennhalbzeit, wurde ein schlechter Tag für Dale Earnhardt Jr schlimmer: er streifte die Wand in Turn 3 und 4, was sich auf Probleme mit seinen Bremsen zurückführen ließ. Nach dem Rennstart vergaß Earnhardt die Bremskühlung anzustellen und nutzte in der Folge die Bremsen so stark ab, dass er den Rest des Rennens fast ohne Bremsen fahren musste. Als er den Fehler bemerkte, war der Schaden bereits angerichtet.

Photo Brian Lawdermilk/NASCAR via Getty Images
Photo Brian Lawdermilk/NASCAR via Getty Images

Auf den Restart folgte ein weiterer kurzer Run unter Grün, der in Runde 143 mit der siebten Caution endete. Diesmal wurde Jeb Burton von Ricky Stenhouse Jr in Turn 3/4 gedreht. Auch der Wagen von Matt Dibenedetto wurde beschädigt als er Tony Stewart ausweichen wollte, der sich beim Versuch den vor ihm stattfindenden Unfall auszuweichen, drehte.

Der dritte kurze Run folgte bis Runde 152, als es eine weitere Caution, diesmal für Debris, gab. Einige Fahrer, unter ihnen Bard Keselowski, kamen an die Box. Carl Edwards konnte nach einem starken Run den zweiten Platz erobern.

Anschließend gab es einen Run von knapp 30 Runden, der in einer weiteren Debris-Caution endete. Diesmal kam das ganze Feld außer Ryan Newman an die Box. Brad Keselowski fiel zum zweiten Mal an diesem Abend durch einen schlechten Pitstop weit zurück, diesmal war der Schlagschrauber beim Reifenwechsel rechts vorne noch auf „anziehen“ gestellt, was wertvolle Sekunden und Plätze kostete.  Die schlechten Stopps kosteten Keselowski die Chance auf den Sieg, sein Wagen war die meiste Zeit der schnellste auf der Strecke, jedoch war er zu weit hinten um eine Gefahr darzustellen.

Die spektakulärste Caution des Abends kam in der 207. Runde. Wieder versagten Dale Earnhardt Jrs Bremsen, diesmal aber zum Leid von Danica Patrick. Earnhardt fuhr auf Patrick auf und schob ihren Wagen in die Wand, was zu schweren Schäden auf der rechten Seite ihres Wagens führte. Die letzte Boxenstopps des Abends brachten alle Gibbs Toyota in die Top 5. Der Restart sorgte für eins der Highlights des Abends, das gleichzeitig auch bezeichnend für dieses Rennen ist: Nach einer Runde unter Grün fuhren Kyle Busch, Denny Hamlin und Carl Edwards 3-wide über die Start/Ziellinie. Gleichzeitig bekam Joey Logano eine Chance sich in den Kampf einzumischen und die zweite Position hinter Denny Hamlin zu übernehmen.

Vier Runden später kam Polesitter Kyle Larson unter Grün an die Box um die Reifen auf seiner linken Seite wechseln zu lassen. Die Karosserie rieb an seinem Hinterreifen, was den neuen Reifen ein paar Runden später aufschlitzte und für die elfte Caution des Abends sorgte. Mit dieser Caution gab es einen neuen Rekord für Cautions in einem Rennen in Kentucky. Gleichzeitig sollte es die letzte Caution des Abends sein.

Photo Todd Warshaw/Getty Images
Photo Todd Warshaw/Getty Images

Der Restart ging an Joey Logano, gefolgt von Kyle Busch. Busch setzte in den nächsten Runden alles daran Logano einzuholen. Als noch 23 Runden zu fahren waren, hatte er ihn eingeholt und beide lieferten sich einen harten Kampf um die Führung. Ein paar Runden später gelang es Kyle Busch endgültig an Joey Logano vorbeizuziehen.

Die letzten 19 Runden liefen ohne nennenswerte Zwischenfälle ab und bescherten Kyle Busch seinen zweiten Sieg in drei Wochen, Joey Logano wurde zweiter. Die Top 5 vervollständigten Buschs Teamkollegen Denny Hamlin, Carl Edwards und Matt Kenseth. Es war das erste Mal für Jo Gibbs Racing, dass alle vier Wagen in die Top 5 kamen. Für Kyle Busch bedeutet dieser Sieg, zusammen mit den meisten Führungsrunden, weitere wichtige Punkte in seinem Versuch trotz dreimonatiger Verletzungspause es noch in den Chase zu schaffen. Er steht jetzt 87 Punkte hinter dem benötigten 30. Platz und muss in den verbleibenden 8 Rennen eine Durchschnitts Platzierung von Platz 17 oder besser schaffen.

Kentucky bleibt auch weiterhin ein schlechtes Gebiet für Chevrolet. In bisher fünf Cup-Rennen konnten nur Jo Gibbs Racing (Toyota) und Penske (Dodge, Ford) dort gewinnen. Auch der Versuch seitens Nascar mit einem neuen Aero-Kit das Racing zu verbessern, war ein voller Erfolg, dieses Rennen wurde von verschiedenen Seiten als eines der Besten des Jahres bezeichnet.