(Sprint Cup) Coke-Zero 400

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Regen und ein demolierter Zaun in Daytona.

Regen sorgte am Sonntagabend für einen verspäteten Start des Coke Zero 400. Pole Sitter Dale Earnhardt Jr brachte neben Xfinity Series Sieger Austin Dillon das Feld zur grünen Flagge. Trotz Linienwahl konnte Earnhardt die Führung nicht behaupten und Dillon fuhr mit Hilfe durch seinen Childress Teamkollegen Paul Menard an Earnhardts Chevy in der ersten Runde vorbei. Dillon machte dort weiter, wo er Samstag aufgehört hatte und begann schon in der zweiten Runde seine Position zu verteidigen.

Die erste Caution gab es in der dritten Runde, als David Gilliland bei einem Linienwechsel die rechte Front von Clint Bowyers Wagen streifte und sich drehte. Dieser Vorfall sorgte für einen Akkordeoneffekt, in welchem 9 weitere Wagen teilweise schwer beschädigt wurden. Unter den beteiligten Wagen befand sich auch der Ford des diesjährigen Daytona 500 Siegers Joey Logano, sowie Stewart-Haas Pilotin Danica Patrick.

Nach dem Restart konnte Dale Earnhardt Jr die Führung zurückerobern und diese auch bis zur Competition Caution in Runde 25 behaupten. Ein weiterer Fahrer der auf die Competition Caution wartete war Kyle Busch. Busch erwischte die Wand in Runde 17 und musste unter Grün an die Box fahren, was ihn eine Runde kostete, die er jedoch im Laufe des Rennes per Lucky Dog zurückbekam. Viele Teams nutzten die Caution um an die Box zu kommen und die Wagen zu betanken und zwei Reifen zu wechseln. Jimmie Johnson konnte nach einem Fuel-only Stop die Führung an der Box übernehmen. Nach dem Restart konnte Earnhardt jedoch wieder an seinem Teamkollegen vorbei fahren. Allerdings dauerte es nur einige Runden bis die #48 wieder die Führung übernahm.

Die nächste Caution kam, als Carl Edwards Ausgang Turn 4 loose wurde und seinen Toyota nicht mehr abfangen konnte. Dabei erwischte der Gibbs Pilot die Innenwand mit dem linken Heckkotflügel seines Wagens und beschädigte ihn schwer. Während der Boxenstopps konnte Dale Jr wieder die Führung übernehmen und diese auch beim anschließenden Restart behaupten. Nach nur ein paar Runden gab es die vierte Caution des Rennens, als David Gilliland einen Hinterreifen verlor und sich ausgangs Turn 4 drehte.

Nach dem Restart entstand Verwirrung durch versehentlich angeschaltete Caution-lights in Turns 1 und 2, was dazu führte, dass das Feld zu einer langen Linie hinter Earnhardt wurde. Es dauerte eine ganze Weile bis sich wieder eine zweite Linie formierte, aber letztendlich lohnte es sich: zur Rennhalbzeit waren beide Linien gleichauf mit Matt Kenseth auf der oberen und Jimmie Johnson auf der unteren Linie. Dieser Zweikampf war das bisher beste Racing des Abends. Zuvor waren die Führungswechsel kurze momentumbasierte Slingshots. Das restlich Racing sah wie das diesjährige Daytona 500 aus: entweder fuhr das Feld in einer Reihe hinter dem Führenden her oder der Führende fuhr vor dem Feld her, während die zweite Linie nicht nah genug herankam bzw. geblockt wurde.

Schon kurze Zeit später wurde das Feld erneut durch eine Caution ausgebremst, diesmal nach einem Dreher von Kyle Larson, bei dem er Carl Edwards streifte, welcher wiederum erst in Ricky Stenhouse Jr rutschte und anschließend von Brian Scott erwischt wurde, wobei Edwards Wagen vorne auf(!) den Wagen von Scott gehoben wurde. Die anschließenden Boxenstopps halfen Denny Hamlin, da er durch einen 2-Reifen Stop die Führung übernehmen konnte.

Photo by Chris Trotman/NASCAR via Getty Images
Photo by Chris Trotman/NASCAR via Getty Images

Kurz nach Runde 100 konnte Earnhardt wieder die Führung übernehmen und ein weiterer großer Unfall ereignete sich. Diesmal erwischte es eine Menge großer Namen, unter ihnen: Kyle Larson, Martin Truex Jr, Kasey Kahne, Matt Kenseth, Brad Keselowski, sowie den Sieger es letzten Jahres Aric Almirola. Der Unfall ereignete sich, nachdem Matt Kenseth ausgangs Turn 4 vor Kasey Kahne Aero-loose wurde und sich direkt in Kahne drehte, dabei erwischte er noch Truex sowie Keselowski.

Nach der Caution entwickelte sich ein kurzer aber spannender Zweikampf zwischen Dale Jr und Jimmie Johnson. Earnhardt konnte das Feld für sich gewinnen und es auf der Außenbahn in einer Reihe um die Strecke ziehen, was seinen Teamkollegen und größten Rivalen im Rennen alleine im Wind lies. Johnson konnte sich auf dem achten Platz wieder in die Reihe einordnen, war aber zunächst keine Gefahr mehr für die 88.

In Runde 129 platzte Danica Patrick der rechte Vorderreifen, was sie in die Wand beförderte und eine weitere Caution auslöste.

Nach dem Restart wurde das Racing spannender. Während Earnhardt weiterhin versuchte das Feld in einer Reihe auf der Außenbahn zu halten, versuchten einige andere Fahrer, angeführt von Trevor Bayne, eine zweite Linie auf der Innenbahn zu organisieren. Das Risiko sollte sich zumindest für Bayne auszahlen, da es ihm vorrübergehend den dritten Platz einbrachte, zwischenzeitlich konnte er sogar auf P2 vorrücken.

Es sollte noch zwei weitere Cautions geben, beide für einzelne Wagen. Mit 13 Runden verbleibend drehte sich David Ragan auf der Backstretch nach einem gescheiterten Linienwechsel, bei welchem er Landon Cassill streifte. Der zweite Vorfall ereignete sich 6 Runden vor Schluss, als Sam Hornish Jr auf der Backstretch zu weit nach innen kam und Jamie McMurray streifte, wodurch er die Kontrolle über seinen Wagen verlor und durch das Gras pflügte. Diese Caution sorgte für ein Green-White-Checkered Finish.

Nach dem letzten Restart konnte Earnhardt die Führung übernehmen und die letzten zwei Runden vor dem Feld herfahren. Nur Meter vor der Ziellinie ereignete sich dann das Drama: Denny Hamlin wurde von Kevin Harvick gedreht und drückte Austin Dillons Wagen vor Clint Bowyers Toyota, wodurch Dillons Chevy abhob und in den Fangzaun einschlug. Dabei wurde der Wagen vollständig zerstört (unter anderem wurde der gesamte Motorblock aus dem Wagen gerissen). Nach der Landung rutschte ein sich drehender Brad Keselowski noch in Dillons auf dem Dach liegenden Wagen. Sofort rannten Crewmitglieder zu Dillons Wagen um dem Fahrer zu helfen. Eine Welle der Erleichterung war zu hören, als die Crewmitglieder in Richtung Box signalisierten, dass der Fahrer unverletzt war. Nur Momente später war Dillon aus dem Wagen und winkte den Fans zu, um ihnen zu zeigen, dass er unverletzt sei. Bei diesem Unfall wurden einige Fans von herumfliegenden Trümmerteilen getroffen, jedoch musste nur ein Fan in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Insgesamt lief der Crash glimpflicher ab als der, sehr ähnliche, Kyle Larson Crash im Xfinity Rennen 2013.

Um 3 Uhr morgens Ortszeit war das Rennen offiziell beendet. Dale Earnhardt Jr gab sich in der Victory Lane sehr zurückhaltend.

Photo by Patrick Smith/Getty Images
Photo by Patrick Smith/Getty Images