Dale Earnhardt Jr.: Nach 11 Jahren wieder siegreich in Talladega

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Bei strahlendem Sonnenschein durften die Fans einen gerührten Sieger bejubeln: Nach einer elf Jahre langen Durststrecke gewann Dale Earnhardt Jr. am Sonntag in Talladega.

Es war ein besonderer Tag für den Hendrick Motorsports Fahrer Dale Earnhardt Jr., der das Geico 500 auf dem legendären Talladega Superspeedway am Sonntag für sich entscheiden konnte. Mit 67 Führungsrunden konnte er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jimmie Johnson den Doppelerfolg auf der schnellen Strecke feiern und beendete zudem die elf Jahre anwährende Durststrecke im US-Bundesstaat Alabama. Zuletzt gewann er 2004 das Rennen. Damals noch für das Team von seinem Vater – Dale Earnhardt Inc.

Dale Earnhardt Jr. und die besondere Bindung zu Talladega

Der Vater allerdings, Dale Earnhardt Sr., war der eigentliche Grund für die spürbare Erleichterung bei „Junior“. Der Vater des beliebtesten NASCAR Piloten dominierte in seiner Ära den Talladega Superspeedway mit insgesamt zehn Siegen und feierte hier im Jahr 2000 seinen letzten NASCAR Winston Cup Erfolg, bevor er 2001 in Daytona ums Leben kam.

„Ich liebe es, wenn ich hier in der Victory Lane bin, weil ich denke, dass ich etwas zu seinem Vermächtnis hinzufüge,“ so Dale Earnhardt Jr. im Interview mit den Reportern nach dem Rennen. „Alles was ich jemals wollte, war, ihn stolz zu machen. Und wenn wir auf Strecken gewinnen, auf denen er erfolgreich war, dann ist es genau das, was ich mache.“

during the NASCAR Sprint Cup Series GEICO 500 at Talladega Superspeedway on May 3, 2015 in Talladega, Alabama.
Dale Earnhardt Jr. mit seinem Crew Chief Greg Ives in der Victory Lane von Talladega. – (c) Chris Trotman/NASCAR via Getty Images

Der nun höchstwahrscheinlich im Chase stehende Earnhardt Jr. zeigte sich in der Victory Lane im Interview mit FOX Sports weiter gerührt: „Für mich läuft derzeit alles richtig gut. Mein Privatleben, der Motorsport, mein Team. Ich weiß einfach nicht, warum das so ist und ich glaube auch nicht, dass ich das alles verdient habe. Ich bin einfach nur überwältigt.“

Das waren höchstwahrscheinlich auch die vielen Fans, die noch lange nach dem Rennen auf den Tribünen den Sieger feierten. Ein ungewöhnliches Bild in der NASCAR, doch die Earnhardt-Nation die besonders in Alabama vertreten ist macht es möglich.

Ein ruhiges Ende machte den Job für Earnhardt Jr. einfach

Der Sieg gestaltete sich für Dale Earnhardt Jr. am Ende relativ „einfach“. Fuhr das Feld zu Beginn des Rennens munter in drei oder gar vier Linien nebeneinander, traute sich in der Schlussphase niemand mehr so richtig, etwas zu versuchen. Das Bild ähnelte sich dem vom Herbst Rennen in Talladega aus dem Jahr 2013, als niemand die obere Spur verlassen wollte.

In der letzten Runde in Kurve 1 versuchte Denny Hamlin noch eine kleine Attacke, doch diese wurde von Earnhardt Jr.’s Teamkollegen Jimmie Johnson, der bereits zwei Saisonsiege auf seinem Konto hat, gekonnt abgewehrt. An ein Durchkommen war für die Konkurrenz in der letzten Runde nicht mehr zu denken.

Runde 47: Der frühe Big One

Schon in Runde 47 krachte es auf der Gegengeraden so richtig. Mitten im Feld drehte sich der Roush Fenway Racing Fahrer und Daytona 500 Sieger (2011) Trevor Bayne, nachdem Paul Menard und Kurt Busch ihm die Luft wegnahmen. Unglücklich erwischte es den schnellen Kasey Kahne, sowie Joey Logano, David Ragan, Kyle Larson, Austin Dillon und Brian Scott. Insgesamt waren 15 Wagen in dem schon fast traditionellen Big One verwickelt.

Ein guter Tag für die Underdogs

Auch für die Underdogs war das Superspeedway Rennen in Talladega wieder ein durchaus profitabler Tag. Zwar war Landon Cassill, ein Pilot der auf den beiden Superspeedways immer wieder mit guten Ergebnissen überrascht, Opfer in dem Big One in Runde 47, doch auch die anderen Fahrer der kleineren Teams wussten zu überzeugen. Allen voran der Youngster Ryan Blaney, der das Rennen auf Platz vier mit den Wood Brothers beendete und eine echte Siegchance hatte.

Auch Josh Wise, im Ford von Mike Curb, konnte das Rennen auf Platz zehn mit einem Ausrufezeichen beenden. Cole Whitt von Front Row Motorsports durfte das Rennen für zwei Runden anführen und kam als 13. über die Ziellinie. Auch BK Racing Fahrer Matt DiBenedetto konnte sich bei seinem 18. Platz durchaus freuen.

Von Talladega zu Kansas

Zehn Saisonrennen sind nun Geschichte und wir durften acht verschiedene Sieger bisher gesehen. Bisher haben lediglich Jimmie Johnson und Kevin Harvick jeweils zwei Siege auf dem Konto. Nach dem schnellen Superspeedway kehrt die NASCAR nun zurück zu den 1,5 Meilen Speedways. Den Anfang macht der Kansas Speedway, auf dem Samstagnacht das elfte Saisonrennen stattfindet. Danach stehen die zwei Wochen in Charlotte mit Allstar-Race und dem Coke 600 an.