Richmond: Kurt Busch zieht in den Chase ein

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Von einer Suspendierung zur Chase Teilnahme: Kurt Busch konnte in Richmond überlegen gewinnen.

Fiel das Toyota Owners 400 am Samstagabend wortwörtlich ins Wasser, fiel am Sonntagnachmittag endlich die grüne Flagge zum Start des 400 Runden Rennen auf dem Richmond International Raceway. Schnell wurde klar, dass der spätere Sieger Kurt Busch einmal mehr ein Wörtchen um den Sieg mitzureden hat. Schon in den vorherigen Wochen schien der Stewart Haas Racing Fahrer gemeinsam mit seinem Teamkollegen und amtierenden NASCAR Sprint Cup Champion Kevin Harvick den schnellsten Wagen des Feldes zu haben. Das Richmond Rennen bestätigte diesen Eindruck in allen Belangen.

Kurt Busch war von den ersten drei Saisonrennen suspendiert worden, da er in einem Fall wegen häuslicher Gewalt verwickelt war – die Anklage wurde allerdings fallen gelassen. Daraufhin auch die Suspendierung seitens der NASCAR. In Phoenix gab er seinen Comeback und bekam von der NASCAR die Bestätigung, dass er sich für den Chase qualifizieren könne. Und genau dies tat er gestern.

„Es ist ein großartiges Gefühl,“ so der überglückliche Kurt Busch nach dem Rennen in der Victory Lane des Short Tracks im US-Bundesstaat Virginia. „Das war ein totaler Teamerfolg. Und auch die Art und Weise, wie er zustande kam, war unglaublich.“

Kurt Busch konnte über weite Strecken das Rennen eindrucksvoll dominieren. Führte zunächst Team Penske Fahrer Joey Logano das erste Viertel des 400 Runden Rennens an, übernahm Busch das Zepter in Runde 95. Insgesamt 291 Führungsrunden sammelte der einmalige Cup Champion während dem Rennen und gewann mit sieben Zehntel vor seinem Teamkollegen Kevin Harvick das Rennen.

Danach folgte Jimmie Johnson auf Position drei, der das Rennen von Platz 36 startete. Die Top 5 komplettierten ein starker Jamie McMurray und der Ford Fahrer Joey Logano. Die Top 5 knapp verpasst hat Kasey Kahne, der wie sein Hendrick Motorsports Teamkollege Jimmie Johnson eine sensationelle Aufholjagd ablieferte, da er von Startplatz 40 ins Rennen ging. Die Plätze sieben bis zehn belegten Kenseth, Gordon, Bowyer und Truex Jr.

Ein besseres Rennen für Chase Elliott

Chase Elliotts zweites NASCAR Sprint Cup Rennen seiner Karriere verlief sehr viel besser als sein Debüt im letzten Monat auf dem Martinsville Speedway. Belegte er dort noch den 38. Platz nach Zeit intensiven Reparaturen, kam er in Richmond auf einem starken 16. Platz ins Ziel.

during the NASCAR Sprint Cup Series Toyota Owners 400 at Richmond International Raceway on April 26, 2015 in Richmond, Virginia.
during the NASCAR Sprint Cup Series Toyota Owners 400 at Richmond International Raceway on April 26, 2015 in Richmond, Virginia.

„Alles in allem denke ich, dass wir einen wirklich soliden Tag hatten,“ sagte der amtierende NASCAR Xfinity Series Champion. „Das gesamte Wochenende war solide für uns. Ich hatte während den Trainings das Gefühl, dass wir einen guten Wagen haben und konnte im Renntrim gute Zeiten fahren. Unser Problem war das Setup für das Qualifying, doch die Jungs haben tolle Änderungen vorgenommen und mir die Teilnahme am Rennen ermöglicht. Der Wagen heute hatte einen guten Speed auf den längeren Stints.“

Große Frustration bei Tony Stewart: Der schlechteste Saisonstart

Die Talfahrt für Tony Stewart möchte einfach nicht enden. 40 Runden vor Schluss kollidierte der dreimalige NASCAR Sprint Cup Champion mit Dale Earnhardt Jr. auf der Startzielgeraden und konnte seinen Wagen nach einem Dreher und einer minimalen Berührung mit der Boxenmauer nicht erneut starten.

Ein Interview gab es nicht. Wenig später zeigten die Fernsehbilder einen frustrierten Tony Stewart, der sein HANS-System und Helm wütend in seinen Hauler warf. Wenig später soll er ein Golf Kart genommen und die Strecke verlassen haben. Dies ist der schlechteste Saisonstart seiner NASCAR Karriere mit lediglich einem Top 10 Ergebnis in neun Rennen.

Dale Earnhardt Jr. sagte nach dem Rennen aus, dass er wusste, dass Tony Stewart sauer sei. Allerdings wisse er nicht warum. „Es ist nie seine Schuld,“ so der beliebteste NASCAR Pilot. „Ich tat alles was ich konnte. Ich fuhr nicht in ihn hinein und fuhr auch nicht in seine Linie. Ich änderte meine Linie absolut nicht. Er sollte ein wenig Schuld auf sich nehmen.“

Der Hendrick Motorsports Pilot beendete das Rennen auf einem enttäuschenden 14. Platz.

„Wir hatten einen guten Wagen für die längeren Stints und das ist gut, wenn du in den 70er und 80er Jahren fährst,“ lachte ‚Junior‘ augenzwinkernd. „Heutzutage, mit all den dämlichen Cautions, brauchst du Speed auf den kurzen Stints.“

Der Talladega Superspeedway ruft

Nächsten Sonntag verabschiedet sich die NASCAR für einen Moment von den langsamen Short Tracks und gastiert auf der größten und schnellsten Strecke im gesamten Kalender: der Superspeedway von Talladega im US-Bundesstaat Alabama. Beeinflusste das regnerische Wetter die NASCAR in den letzten zwei Saisonrennen, sehen die Wetterprognosen für das zehnte Rennen der Saison sagenhaft aus. Über 20 Grad und viel Sonne!