Vorschau – STP 500 in Martinsville 2015

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Saisonrennen Nummero sechs: Vom Westen geht es zurück in die Südstaaten und zwar zum Short Track von Martinsville.

originalEnges Racing, erhitzte Gemüter und jede Menge Lackaustausch. All dies kann man auf dem Martinsville Speedway Jahr für Jahr beobachten, wenn die NASCAR Stars der kleinsten Strecke des Kalenders einen Besuch abstattet. Dieses Wochenende ist es wieder soweit und gibt den 43 Piloten erneut eine Chance, mit einem Sieg ein Ticket für den Chase frühzeitig einzulösen. Schließlich ist jeder Sieger aus der regulären Saison – die ersten 26 Rennen der Meisterschaft – so gut wie sicher bei der Meisterschaftsentscheidung im Herbst dabei.

Doch nicht nur mit dem berühmten Days of Thunder Spruch “Rubbin’ is racing” lässt sich der Martinsville Speedway im US-Bundesstaat Virginia beschreiben, sondern auch ganz simpel mit “Tradition”. Denn seit Ende der 40er Jahre fährt der Sprint Cup, damals natürlich noch unter den Namen “Grand National Series” und “Winston Cup”, auf dem Short Track in Martinsville, welcher auch gerne als “Paperclip” aufgrund der Ähnlichkeit des Strecken-Layouts mit der handelsüblichen Büroklammer bezeichnet wird.

Die Bremsen schonen ist die Hauptaufgabe der Piloten am Sonntag

So einfach das Layout einem erscheint, ist es für die Fahrer auf der Strecke dann aber doch nicht. Durch das relativ niedrige Kurven-Banking von 12° gibt es, wie weiter oben schon erwähnt, nur eine echte Linie die von den besten amerikanischen Stockcar Piloten bevorzugt wird und das ist logischerweise die innere. Falls sich ein Fahrer also zufälligerweise auf der äußeren Linie wiederfindet, sollte der- bzw. diejenige möglichst schnell wieder zurückfinden, sonst verliert man gut und gerne einige Positionen die in Martinsville nicht so schnell aufzuholen sind.

Doch die nötige “track position” und die große Gefahr eines Unfalls ist nicht die einzige Sorge der Teams an diesem Wochenende, denn wo Kurven sind muss natürlich auch gebremst werden. Durch den geringen Radius der zwei Kurven und der hohen Beschleunigung der 900 PS Monster auf den kurzen Geraden, werden die Bremsen am Sonntag mit über 1000 Bremsmanövern besonders beansprucht. Dadurch, das man Steinzeit-Bremsblöcke benutzt, können diese relativ schnell den Geist aufgeben was schnell in hässliche Unfälle mit dem Vordermann enden kann. Um diesem vorzubeugen, werden die Sprint Cup Piloten in den ersten 4/5 des 500 Runden langen Rennens besonders auf die Bremsen achten und möglichst in die Kurven reinrollen anstatt abrupt die Bremse zu betätigen. Natürlich darf man es nicht übertreiben, schließlich gibt es genug Fahrer, die einen aus den Weg schieben können.

Debüt vom Wunderkind: Chase Elliott im fünften Hendrick Chevrolet

Ausgerechnet auf dem hektischen Kurs im US-Bundesstaat Virginia gibt Chase Elliott sein NASCAR Sprint Cup Debüt. An diesem Wochenende wird der Nachfolger von Jeff Gordon nämlich erstmalig an einem Sprint Cup Rennen teilnehmen und wird dabei einen fünften Hendrick Motorsports Chevrolet bewegen. Eine Aufgabe, auf die sich Chase Elliott selbstverständlich freut. Sein Ziele sind hochgesteckt: „Wenn es mir gelingt, alle Runden zu fahren, in der Führungsrunde zu bleiben und innerhalb der Top 15 ins Ziel komme, wäre ich sehr zufrieden mit mir,“ erklärt der Sohn von NASCAR Legende Bill Elliott.

Sein Crew Chief wird der erfahrene Ex-Crew Chief von Kasey Kahne sein, Kenny Francis. „Wir kennen uns nun schon eine lange Zeit und bin mir natürlich bewusst, welch großartige Dinge er mit Kasey Kahne erreicht hat.“

Man darf also gespannt sein, wie sich der junge Xfinity Series Champion des letzten Jahres auf der großen Bühne am Sonntag um 19:16 Uhr, live und in voller Länge auf MotorvisionTV, schlagen wird!