Toyota auf der Suche nach der Victory Lane

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Ein Jahr besuchte man nun die Victory Lane nicht mehr. David Wilson, Präsident von Toyota Racing Development, gibt sich allerdings geduldig in der angespannten Situation.

Wenn am Sonntagabend die Motoren auf dem Auto Club Speedway gestartet werden, feiert Toyota ein trauriges Jubiläum. Ausgerechnet auf der Heimstrecke des japanischen Autoherstellers blickt man auf ein sportlich farbloses Jahr in der NASCAR Sprint Cup Series; schließlich hat man nun seit einem Jahr nicht mehr die Victory Lane außerhalb eines Superspeedways besucht. Der momentan verletzte Kyle Busch war es, der die Fontana Ausgabe der vergangenen Saison für sich entscheiden konnte.

Auch wenn Joe Gibbs Racing Fahrer Denny Hamlin mit viel Glück in das Chase-Finale einzog und dort um die Meisterschaft gegen Ryan Newman (Chevrolet), Joey Logano (Ford) und dem späteren Champion Kevin Harvick (Chevrolet) fuhr, war das vergangene Jahr eine große Enttäuschung. So sieht es zumindest der Präsident von Toyota Racing Development, David Wilson: „Letztes Jahr war, mal wieder, sehr enttäuschend und wir haben unsere Ziele weit verfehlt.“ Man möchte mehr als nur mitfahren: „Alles andere außer Siege sind unakzeptabel,“ erklärte Wilson gegenüber NBC Sports.

Mit großer Sehnsucht blickt man zurück zu den Zeiten aus 2013, als der Toyota Camry das NASCAR Feld dominierte und insgesamt 14 von 36 Saisonrennen gewann. Diese Zahl brach vergangenes Jahr auf magere zwei Stück ab – Kyle Busch in Fontana und Denny Hamlin in Talladega.

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Einen jubelnden Kyle Busch wie vor einem Jahr werden wir dieses Wochenende nicht sehen. Nach wie vor ist der Toyota Fahrer außer Gefecht. – (c) NASCAR via Getty Images

Schuld sollen die Motoren gewesen sein, die den Fahrern deutlich weniger Pferdestärken als denen von Chevrolet und Ford geboten haben sollen. Eine Aussage, die auch in diesem Jahr vereinzelt während den Rennen von Toyota Fahrern wiederholt wurde. Dennoch bekäme man ein positives Feedback der Fahrer aus den eigenen Reihen: „Laut den ersten Angaben der Fahrer hat sich unser Motor gut verbessert,“ kommentierte David Wilson das alt bekannte Problem.

Immerhin konnte man auf den so wichtigen 1,5 Meilen Ovalen bereits zwei Top fünf Ergebnisse einsammeln, die in Atlanta und Las Vegas dank der beiden Joe Gibbs Racing Fahrern Matt Kenseth und Denny Hamlin zustande kamen. Ein Vorhaben, wofür man in der vergangenen Saison ganze sechs Rennen benötigte.

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David Wilson hat trotz der schwachen Leistung noch große Ziele in dieser Saison. – (c) Pressroom Toyota

Nichtsdestotrotz lege noch viel Arbeit vor ihnen, erläuterte Wilson: „Die Wagen selber fahren noch ein wenig hinterher; die Kombination zwischen Chassis und Aerodynamik passen noch nicht zueinander. Meiner Meinung nach, liegt der Fokus derzeit ein wenig mehr auf das Chassis und den Setups. Zwei Komponenten, die das Handling des Wagens beeinflussen.“

Auch wenn die diesjährigen Ergebnisse keine Berge versetzen, zeigt Wilson Geduld und vertraut den eigenen Stärken von Toyota und glaubt nicht, dass man von der Konkurrenz „überlistet“ wurde. „Wir sind der Meinung, dass wir die exakt gleichen Ressourcen aufweisen können, wie unsere Konkurrenz.“

Pessimismus sei derzeit fehl am Platz, stellte Wilson im weiteren Verlauf des Interviews mit NBC Sports fest. „Am Ende, dreht sich alles um den richtigen Einsatz der Ressourcen.“

Die Ziele für 2015 stehen zumindest nach wie vor: Insgesamt sollen vier Toyota Wagen am Ende des Jahres in den Chase einziehen und man möchte bevor dem Saisonfinale in Homestead-Miami zwei Toyotas in der Victory Lane stehen haben.

Man darf gespannt sein, ob Toyota ihre Ziele gemeinsam mit Joe Gibbs Racing und Michael Waltrip Racing erreichen wird.