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Make-or-Break: Trevor Bayne muss in seiner Rookie Saison Ergebnisse liefern

Trevor Bayne wird 2015 erstmals mit dem Ford Team Roush Fenway Racing eine volle NASCAR Sprint Cup Saison bestreiten. Doch seine Rookie Saison beinhaltet jede Menge Druck. 

[dropcap]W[/dropcap]enn junge Rennfahrer und Rennfahrerin ihre erste Saison in der NASCAR Sprint Cup Series bestreiten, stehen sie meistens unter Welpenschutz. Die Gründe dafür sind simpel: Die Leistungsdichte im Fahrerlager ist so hoch wie in kaum einer anderen Motorsportserie und die 725 PS V8 Boliden unterscheiden sich grundlegend von den Wagen der unteren nationalen NASCAR Serien.

Es gibt somit lediglich zwei relativ “einfache” Aufgaben für die Youngster mit den gelben Streifen am Heck, die den restlichen Fahrern den Rookie Status signalisieren sollen: So viele Runden fahren wie möglich, um die so essentielle Erfahrung zu sammeln und nicht groß auffallen, damit man sich Respekt unter den alten Hasen verschaffen kann, der ebenfalls wichtig in der NASCAR ist. Mit Erzrivalen an der Backe lässt es sich nur schwer ermöglichen eine Meisterschaft zu gewinnen. Nicht wahr Herr Busch?

Das beste Beispiel ist Austin Dillon, ein zweimaliger Xfinity Series Champion, der im letzten Jahr den Sprung von der zweithöchsten Klasse in die Sprint Cup Series schaffte. Gemeinsam mit Richard Childress Racing konnte man gleich zu Beginn des Jahres mit der Pole Position im “Great American Race”, dem prestigeträchtigen Daytona 500 im Februar, ein erstes Zeichen setzen. In den nächsten Wochen und Monaten fiel der Enkel des Teaminhabers nicht großartig auf und sammelte in der gesamten Saison, neben NASCAR Superstar Jeff Gordon, die meisten Runden. Er beendete die Saison auf einem guten 20. Platz im Gesamtergebnis.

Doch für einen ganz bestimmten Rookie wird all dies in diesem Jahr nicht zählen.

Mit Trevor Bayne haben wir dieses Jahr einen ganz speziellen Fall. Der sympathische, 23 Jahre junge Ehemann hat mittlerweile schon über sechs Jahre, um genau zu sein 151 Rennen, in der Xfinity Series verbracht, sowie über 58 Sprint Cup Rennen für das traditionsreiche Teilzeit-Team der Wood Brothers gefahren, die bis zu diesem Jahr noch eine Allianz mit Roush Fenway Racing pflegten.

Der an MS erkrankte amerikanische Rennfahrer hat sogar schon einen Daytona 500 Sieg auf seinem Konto, welchen er überraschend Anfang 2011 in seinem erst zweiten Sprint Cup Rennen seiner Karriere erzielen konnte. Er ist bis dato der jüngste Daytona 500 Champion in der 56 jährigen Geschichte des Rennens.

Für Außenstehende, die den Sport nicht genauer beobachten, dürfte der “Fall Bayne” ein wenig merkwürdig erscheinen, schließlich sind das nicht die typischen Werte für einen Rookie, der normalerweise absolut keine Erfahrung haben sollte.

Doch seitdem die NASCAR die Regelung im Jahr 2012 einführte, dass sich die Fahrer vor Beginn der Saison entscheiden müssen, in welcher der drei nationalen NASCAR Serien sie Punkte sammeln möchten, ist Trevor Bayne laut Regelbuch in diesem Jahr ein Anwärter auf den “Rookie of The Year”-Award der höchsten NASCAR Klasse.

All die Zahlen und Erfolge könnten Trevor Bayne in diesem Jahr zum Verhängnis werden, denn mit der Erfahrung die der Ford Pilot mittlerweile gesammelt hat, zählt der Welpenschutz für ihn in keinster Weise. Direkt in seinem ersten vollen Sprint Cup Jahr müssen gute bis sehr gute Ergebnisse gesammelt werden und das in einem Team, welches in den letzten zwei Jahren eine echte Talfahrt erlebte.

Seitdem Team Penske von Dodge zu Ford in der Saison 2013 wechselte, ist man nicht mehr länger das Flaggschiff des Autoherstellers mit dem blauen Oval und durch den Verlust von Carl Edwards an Toyota Team Joe Gibbs Racing verliert man einen weiteren Leistungsträger.

Mit lediglich zwei Top 10 Ergebnissen nach dem Daytona 500 Sieg in der Sprint Cup Series und dem Verpassen eines Top 5 Ergebnis in der Gesamtplatzierung der Xfinity Series in den letzten zwei Jahren – lediglich 18 Top 5 Ergebnisse in 100 Rennen – stehen die Aussichten auf Erfolg für Bayne alles andere als gut.

Eine Leistungssteigerung für den jungen Piloten hat somit oberste Priorität, denn Roush Fenway Racing besitzt ein nachhaltiges Aufbau-Programm von jungen Fahrern in Form von Chris Buescher und Truck Series Sensation Darrell “Bubba” Wallace Jr., den man in der Winterpause von Kyle Busch Motorsports bzw. Joe Gibbs Racing für das hauseigene Xfinity Series Team verpflichtete.

Das Trevor Bayne jede Menge Talent besitzt steht vollkommen außer Frage, doch nun heißt es “Go-Time”. Er muss seine Chance, sich im Sprint Cup zu etablieren, in diesem Jahr unbedingt nutzen und Ergebnisse liefern. Wenn nicht, dann könnte dieses Jahr schnell ein sportlicher Alptraum für den freundlichen Sunny-Boy werden. Allerdings muss man auch sagen, dass ein Rookie nie zuvor solch einen Druck von Außen erleben musste…