Wallace Jr.: Wechsel zu Roush Fenway mutig

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Wallace Jr. wurde erhört und wird von seinem Vertrag mit Joe Gibbs Racing freigestellt. Doch welche Beweggründe hat der talentierte Rennfahrer? Und wohin geht nun die Reise für ihn?

[dropcap]A[/dropcap]ls am frühen Montag Vormittag die ersten Informationen in den USA über eine angebliche Bitte für eine vorzeitige Auflösung des Vertrages mit Joe Gibbs Racing seitens des hochtalentierten Nachwuchsfahrers Darrell Wallace Jr. durchsickerten, war die Verwunderung bei den vielen Experten und insbesondere bei den Fans groß. Die offizielle Ankündigung von Joe Gibbs Racing ließ nicht lange auf sich warten und kam am Nachmittag. Somit ist Darrell Wallace Jr. nun auf der Suche nach einem Cockpit und den Fans stehen die Fragezeichen förmlich in den Augen.

Zurecht, schließlich gab es bisher kein einziges Gerücht oder gar ein Indiz, dass der charismatische Fahrer aus der Hafenstadt namens Mobile im US-Bundesstaat Alabama das Toyota Team verlässt. Denn auch die sportlichen Erfolge passten, besonders in diesem Jahr. Insgesamt vier mal konnte er in der NASCAR Camping World Truck Series gemeinsam mit Kyle Busch Motorsports – unterstützt von Joe Gibbs Racing – siegen und legte eine solide Saison zurück, die am Ende mit einem dritten Platz im Gesamtergebnis belohnt wurde. Mit etwas weniger Pech wäre vermutlich auch der Gewinn der Meisterschaft drin gewesen.

Noch verwunderlicher wird die ganze Geschichte, wenn man die Ankündigung von Joe Gibbs höchstpersönlich betrachtet, der vor wenigen Tagen noch erklärte das man „großes“ mit Darrell Wallace Jr. vorhätte und das er  in zehn NASCAR Xfinity Series Rennen (ehemals Nationwide Series) im kommenden Jahr antreten wird. Nun ist allerdings Schluss mit der sicher geglaubten Romanze zwischen dem Toyota Team und dem 21 Jahre alten Rohdiamanten.

Doch was sind die Beweggründe von Darrell Wallace Jr.? Der größte Faktor hinter der freiwilligen Auflösung des Vertrages dürfte das Fehlen von den essentiellen Sponsoren sein. Es ist kein Geheimnis das der Afro-Amerikaner eigentlich ein Traum jedes Unternehmens ist. Das hat auch sein Chef in der Truck Series, Sprint Cup Fahrer Kyle Busch, erkannt. Er sei „der am meist vermarktbarste Fahrer in der Truck Series“ und wird von dem Joe Gibbs Racing Fahrer als „humorvoll, fesselnd und ehrlich“ beschrieben. In der Tat. In Zeiten von glatt gestriegelten Fahrern die perfekte Interviews abgeben ist Darrell Wallace Jr. eine nette Abwechslung. Denn er schafft es gleichzeitig den Sponsoren und den Fans zu gefallen. Ein Spagat welches nicht viele so gut schaffen wie er es tut.

Dennoch hat man es nicht geschafft ihn entsprechend den vielen Unternehmen zu verkaufen. Darrell Wallace Jr. hat seinen Teil mit guten Ergebnissen und einem sicheren Auftreten vor den Kameras getan, somit ist es ein Armutserzeugnis für die dementsprechende Abteilung bei dem Team vom ehemaligen Football Coach Joe Gibbs.

Eine Fehlleistung, die schon so manch eine Karriere beendet hat, bevor diese überhaupt begonnen hat. Und genau dies möchte nun Wallace Jr. eventuell verhindern, indem er den mutigen Schritt wagt und sich ein neues Team sucht, welches ihn womöglich besser verkaufen kann.

(c) Roush Fenway Racing
(c) Roush Fenway Racing

Bisher ist das Ford Team Roush Fenway Racing inoffiziell im Gespräch, doch Motorsport.com soll angeblich erfahren haben, dass die Unterschrift schon längst unter dem Vertrag sitzt.

Dies würde bedeuten, dass er der neue Teamkollege von Elliott Sadler, Chris Buescher und Ryan Reed wird und im nächsten Jahr einen Ford Mustang in der NASCAR Xfinity Series bewegen wird. Auf Vollzeit-Basis. Ein Premium, welches er bei Joe Gibbs Racing eben nicht gehabt hätte.

Allerdings ist es zumindest sportlich gesehen fraglich, ob dies die richtige Entscheidung war. Wie in der Sprint Cup Series, hat das Team des Herstellers mit dem blauen Oval auch in der ehemaligen Nationwide Series deutliche Performance Probleme in diesem Jahr gehabt. Dies verrät ein schneller Blick auf die Statistiken: Lediglich ein Sieg und elf Top 5 Platzierungen konnte Roush Fenway Racing in diesem Jahr sammeln. Und das bei drei Fahrern.

Auf der anderen Seite hat Darrell Wallace Jr. bei dem Team von Jack Roush deutlich größere Aufstiegschancen, die sich bei JGR seit dem Wechsel von Carl Edwards zu dem Toyota Team im Sprint Cup in Luft aufgelöst haben. Mit Greg Biffle hat Roush Fenway Racing einen alternden Star in ihren Reihen der nun seinen neu verlängerten Vertrag bis einschließlich 2017 ausfahren wird, um dann den Helm an die Wand zu hängen. Dies könnte also eine Chance für Wallace Jr. sein, in den Sprint Cup zu kommen und gleichzeitig mehr Erfahrung zu sammeln, als bei JGR.

Alles in allem ist die Situation also ein wenig verzwickt und man kann nur erahnen welche Beweggründe Darrell Wallace Jr. tatsächlich hat. Doch letztendlich ist er laut eigenen Worten nur ein „Racer“, der einfach nur Rennen fahren möchte. Egal was es sei, ob „Boxcars oder Sprint Cup Series, Racer wollen Rennen fahren und ich werde nehmen was ich bekommen kann“, so Wallace Jr. nach seinem Truck Sieg im Saisonfinale in Homestead-Miami Mitte November.

Seien wir also gespannt und warten geduldig auf die ersten Statements von Darrell Wallace Jr. und auf die Pressekonferenz eines Teams, welches ihn als neuen Fahrer vorstellen wird.

Artikelbild: (c) NASCARmedia
 

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