Harvick mit einem souveränen Sieg in Phoenix

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Kevin Harvick dominierte das vorletzte Saisonrennen in Phoenix wie schon im Frühling und hatte somit keine Probleme sich für das letzte Rennen zu qualifizieren. – Gordon, Keselowski und Kenseth nur noch Zuschauer.

Quicken Loans Race for Heroes 500
Kevin Harvick bei der Zieldurchfahrt. – (c) Sean Gardner/NASCAR via Getty Images

Das „Quicken Loans 500“ auf dem Phoenix International Raceway bot uns genau die Dinge, die wir vor dem Rennen erwartet haben. Phoenix-Fuchs Kevin Harvick dominierte das Rennen ähnlich wie im März nach belieben und hinter ihm gab es harte Zweikämpfe um jede Position, schließlich mussten die anderen sieben verbliebenen Chase-Piloten ebenfalls nachziehen, damit sie am nächsten Sonntag um die „Sprint Cup“-Trophy mitfahren dürfen.

Mit 264 Führungsrunden in dem 312 Runden langen Rennen war es in keinster Weise, dass [highlight]Kevin Harvick[/highlight] am Ende in der Victory Lane stand und seinen vierten Saisonsieg, sowie die Teilnahme im finalen Rennen am nächsten Wochenende, gemeinsam mit Crew und Familie feierte. Ein Rennen wie es nicht hätte besser laufen können für „Mr.-Where-Did-He-Come-From“. Doch solch eine Performance war von Nöten. Als Punktletzter der Chase Piloten startete der Stewart-Haas Racing in das Rennen und wusste, dass nur ein Sieg die Qualifikation für das letzte und entscheidende Rennen in Homestead-Miami bedeuten würde.

„Wir standen mit dem Rücken zur Wand, doch wir haben getan was wir tun mussten,“ so Harvick gewohnt gelassen in der Victory Lane von Phoenix. „Beide (Phoenix-) Rennen waren für uns absolut klasse und jeder von unserem Team hat einen tollen Job gemacht. Miami, wir kommen!“

Mit 12 Cautions wurde der Rekord der Gelbphasen in Phoenix wie schon schon in der vergangenen Woche in Texas aufgrund vieler ‚debris cautions‘ gebrochen. Dementsprechend oft wurde das Feld immer wieder zusammen gestaucht und bot den Zuschauern auf den ausverkauften Tribünen immer wieder spannende und enge Restarts, die es oftmals in sich hatten. Das nicht ohne Grund, schließlich war durch die dominante Leistung seitens Kevin Harvick allen schnell klar, dass sich das Rennen um einen Platz für Miami auf drei Tickets beschränkt.

Bis zur letzten Runde gaben alle Beteiligten ihr Bestes in Form eines zweiten Platzes von Jeff Gordon, Platz drei von Matt Kenseth sowie P4 von Keselowski. Doch für alle drei genannten Fahrer hat es trotz einer bemerkenswerten Performance am Ende nicht gereicht. Zu viele Fehler hat man sich in den vergangenen zwei Wochen erlaubt und zu stark war die Konkurrenz aus der zweiten Reihe, die auf Fehler lauerten und im richtigen Momente zuschnappten.

Einer war Joe Gibbs Racing Fahrer [highlight]Denny Hamlin[/highlight], der das Rennen zunächst solide von der Pole Position aus anführte, die Führung dann aber aufgrund eines Reifenschadens unter Gelb abgeben musste. Eine Runde verlor der Toyota Pilot während dem Rennen, bevor er sich im letzten Drittel wieder zurückkämpfen konnte und dank einer kämpferischen Leistung das Rennen auf Position fünf beendete. Knapp war es, doch letztendlich ist ihm die überraschende Qualifikation für die Teilnahme am Meisterschafts-Rennen geglückt.

„Das war einfach nur ein unglaublicher Nachmittag,“ jubelte Hamlin nach dem Rennen. Wir mussten kämpfen. Zunächst lagen wir gut im Rennen, hatten dann allerdings paar Probleme in der Box und wir verloren zwei mal eine Runde auf den Führenden während dem Rennen. Wir haben ein paar Dinge anders gemacht als wir es sonst getan hätten und gingen somit natürlich ein Risiko ein. Doch am Ende hat es sich ausgezahlt und ich konnte dank eines stark verbesserten Autos mich auf Platz 5 zurückkämpfen. Ein unglaublicher Tag, der uns sehr viel Selbstvertrauen für nächstes Wochenende verleiht.“

So groß die Freude bei Hamlin war, so groß war die Enttäuschung für Jeff Gordon, der es trotz einem zweiten Platz nicht in das letzte Rennen des Chase geschafft hat. Schuld war der sieglose, aber konstante Richard Childress Racing Fahrer [highlight]Ryan Newman[/highlight], der sich in der letzten Kurve der letzten Runde mit einem optimistischen und beinharten Manöver gegen Kyle Larson durchsetzte und somit den entscheidenden Punkt auf der Ziellinie erntete. Ein Manöver welches für viel Gesprächsstoff sorgt, schließlich war es offensichtlich, dass der gelernte Maschinenbauer den Sprint Cup Rookie mehr oder weniger aus dem Weg räumte. Gewissensbisse hat Newman allerdings nicht:

„Ich tat was ich tun musste und das so sauber wie möglich. Auch ich mag solches Racing nicht, doch wenn so viel auf dem Spiel steht, muss man manchmal Dinge machen, auf die man nicht unbedingt stolz sein kann. Ich denke, wenn Kyle Larson in meiner Position gewesen wäre, hätte er es genauso getan. Ich habe ihn nicht aus dem Rennen genommen. Er hat das Rennen beendet und in ein, zwei Tagen wird er mein Manöver verstehen, sollte er es heute noch nicht tun,“ so ein abgekämpfter Ryan Newman nach dem Rennen und einer herzlichen Umarmung von Teaminhaber Richard Childress.

So wie Newman, mag auch sein Kontrahent Jeff Gordon diese Art und Weise von Racing nicht und hat deshalb nicht die Brechstange gegen Kevin Harvick bei drei späten Restarts in den letzten 60 Runden benutzt.

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Jeff Gordon, umringt von Journalisten. – (c) Rainier Ehrhardt/Getty Images

„Ich werde niemanden aus dem Rennen nehmen, der gegen mich das gesamte Jahr lang fair gefahren ist,“ so Gordon nach dem Rennen, der wie Keselowski, Kenseth und Edwards nun nicht mehr im Chase dabei ist. „Das bin nicht ich. Ich hoffe wir haben einigen gezeigt und gelehrt, dass man ein Rennen fair fahren kann und gleichzeitig in den Chase zu kommen oder um Meisterschaften zu fahren.“

Der vierte Mann im Bunde der es in das letzte Rennen des diesjährigen Chase geschafft hat, ist [highlight]Joey Logano[/highlight] der ähnlich wie Denny Hamlin zwischenzeitlich eine Runde zurücklag und sich mit einer tollen Leistung zurückkämpfte und direkt hinter Hamlin ins Ziel kam. Schuld war ein Fehler in der Box, als der junge Team Penske Fahrer die Tankkanne aus seinem Boxenbereich mitschliff. Laut Reglement führt dies eine Strafe mit sich. Umso größer war am Ende die Erleichterung und Freude. „Wenn solche Sachen passieren, muss man möglichst ruhig bleiben, was natürlich schwer ist, wenn wie heute so viel auf dem Spiel steht. Dieses Team hat es sich verdient im letzten Rennen zu stehen und das haben wir das ganze Jahr lang bewiesen.“

Nun liegt vor uns eine spannende Woche. Die Teams von Harvick, Logano, Hamlin und Newman werden die Wagen für Homestead-Miami akribisch aufbereiten und wir Fans dürfen uns auf Kampfansagen freuen. Vier Fahrer. Ein Rennen. Ein Champion. Der Chase 2014 geht am Sonntag im sonnigen Miami zu Ende und zwar mit einem frischen Champion. Niemand der vier Fahrer stand jemals ganz oben. Wer also ist am meisten gewilligt, seine eigene Grenze zu überwinden? Am 16. November, um 21:15 Uhr werden wir es erfahren…