Vorschau – Goody’s 500 in Martinsville 2014

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Vom Superspeedway zum Short Track: Der NASCAR Sprint Cup reist zum Martinsville Speedway, wo das erste Rennen der dritten Chase Runde stattfindet.

ghrs-500_kroger-cDas so sehr ersehnte Talladega Rennen ist nun Geschichte und hat seine Spuren deutlich hinterlassen. Drei von vier Fahrer des besten NASCAR Teams – Hendrick Motorsports – in Form vom sechsmaligen Sprint Cup Champion Jimmie Johnson, Kasey Kahne und Publikumsliebling Dale Earnhardt Jr. sind vorzeitig aus dem Chase ausgeschieden und auch der so gut dagestandene Kyle Busch wird dank eines Unfalls an der Entscheidung der Meisterschaft im November keine Rolle spielen. Eine umso größere Rolle könnte Brad Keselowski spielen, der sich am vergangenen Wochenende so gerade noch für die dritte Runde des diesjährigen Chase mithilfe eines Sieges qualifizieren konnte und nun die Chance hat, in alter Stärke aufzutreten.

Doch diesen Plan haben natürlich auch die anderen sieben Verbliebenen, die von nun an kein einfachen Job haben werden. Der Punktekampf wird noch enger und ein Sieg in einer der drei Rennen würde einen enormen Druck von Fahrer und Team entnehmen, schließlich stände das Team dann automatisch im Meisterschafts-Rennen in Homestead-Miami. Wer also kann den ersten Schritt in Martinsville tätigen?

Doch schauen wir uns zunächst den Martinsville Speedway genauer an, der in der Nähe von Ridgeway (Einwohnerzahl beträgt zarte 800) liegt und schon immer ein Garant für unterhaltsame Rennen war. Dies liegt natürlich an der Streckencharakteristik. Durch das relativ niedrige Kurven-Banking von 12° gibt es nur eine echte Linie die von den Stockcar Piloten bevorzugt wird und das ist logischerweise die innere. Falls sich ein Fahrer also zufälligerweise auf der äußeren Linie wiederfindet, sollte der- bzw. diejenige möglichst schnell wieder zurückfinden, sonst verliert man gut und gerne einige Positionen die in Martinsville nicht so schnell aufzuholen sind.

Deshalb dürfte die Qualifikation am Freitag um 22:40 Uhr ein wichtiger Faktor für ein gutes Ergebnis am Sonntag für die Teams sein, schließlich ist „track position“ der Schlüssel zum Erfolg auf der 0,526 Meilen kleinen Strecke. Doch die nötige “track position” und die große Gefahr eines Unfalls ist nicht die einzige Sorge der Teams an diesem Wochenende, denn wo Kurven sind muss natürlich auch gebremst werden. Durch den geringen Radius der zwei Kurven und der hohen Beschleunigung der 900 PS Monster auf den kurzen Geraden, werden die Bremsen am Sonntag mit über 1000 Bremsmanövern besonders beansprucht. Dadurch, das man Steinzeit-Bremsblöcke benutzt, können diese relativ schnell den Geist aufgeben, was schnell in suboptimale Unfälle mit dem Vordermann enden kann.

Um diesem vorzubeugen, werden die Sprint Cup Piloten in den ersten 4/5 des 500 Runden langen Rennens besonders auf die Bremsen achten und möglichst in die Kurven reinrollen anstatt abrupt die Bremse zu betätigen. Natürlich darf man es nicht übertreiben, schließlich gibt es genug Fahrer, die einen aus den Weg schieben können. Wie zum Beispiel ein Matt Kenseth, Denny Hamlin oder Brad Keselowski die aus Charlotte noch etwas zu klären haben könnten. Doch vermutlich hat sich die Situation längst abgekühlt.

Blickt man auf das Resultat des letzten Martinsville Rennen, dann sieht man Kurt Busch ganz oben stehen, dicht gefolgt von Jimmie Johnson der die meisten Führungsrunden in dem Rennen von Ende März sammeln konnte. Zwei Fahrer die mittlerweile nicht mehr im Chase stehen und nun befreit auffahren können. Während die inkonstanten Leistungen von Stewart Haas Racing Fahrer Kurt Busch ihn als Favorit ausschließen, sehe ich (natürlich) insbesondere Hendrick Motorsports ganz vorne. Zusammen bringen die vier Schützlinge von Rick Hendrick es auf 16 Martinsville Siege, die sich auf Johnson und Gordon gleichmäßig aufteilen. Für Gordon stellt Martinsville also eine große Rolle dar, schließlich heißt es „Win and you’re in!“.

Nicht zu vergessen sind die Joe Gibbs Racing Jungs, die auf dem Short Track im US-Bundesstaat Virginia ebenfalls immer gut unterwegs sind, sowie die beiden Team Penske Piloten Keselowski und Logano. Doch im Endeffekt ist die Favoritenfrage recht simpel zu erklären: Alle acht verbliebenen Chase Fahrer sind immer für einen Sieg gut und auch außerhalb des Chase-Feldes lauern immer mehr hochkarätige Namen. Die nächsten drei Rennen um die vier Plätze für das Meisterschaftsrennen dürften eine Schlacht werden.