Keselowski siegt: Hochspannung in Talladega!

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Wie erwartet wurde das Talladega Rennen zu einem wahren Thriller: Am Ende setzte sich Keselowski durch und kegelte somit Kahne, Kyle Busch, Johnson und Earnhardt Jr. aus dem Titelrennen!

Man hat nicht zu viel versprochen, als man im Vorfeld sagte, dass das Geico 500 auf dem Talladega Superspeedway  für Spannung, Dramen und einen wahren Thriller am Ende abliefern würde. Genau so kam es und die Zuschauer durften einen wild entschlossenen Brad Keselowski beobachten, der sich in den finalen Runden während einem Green-White-Checkered Finale gegen einen heranstürmenden Ryan Newman erfolgreich verteidigen konnte. Ausgerechnet mithilfe von Matt Kenseth, mit dem er noch nach Charlotte eine körperliche Auseinandersetzung in der Garage hatte.

Dieser Sieg ist vermutlich einer der wichtigsten für den NASCAR Sprint Cup Champion aus dem Jahr 2012, schließlich musste er neben Dale Earnhardt Jr. und Jimmie Johnson unbedingt dieses Rennen gewinnen, um in die dritte des diesjährigen Chase zu kommen. Ein früher Unfall in Runde 61, welcher gleichzeitig die erste Caution des Rennens auslöste, als McMurray mitten im Feld einen Reifenschaden erlitt und in die Seite von Keselowski rutschte. Dies war zumindest ein kleiner, aerodynamischer Nachteil für Keselowski.  Nichtsdestotrotz verlor das gesamte Team das Ziel nicht aus dem Auge.

„Ich kann es noch gar nicht glauben,“ so Brad Keselowski, der ungläubig aber glücklich in die Kamera von ESPN in der Victory Lane blickte. „Talladega ist solch eine Lotterie und um hier zu gewinnen brauchst du einfach Glück und musst dein eigenes Glück manchmal einfach erzwingen. Ich kann es nicht glauben das wir in Talladega gewonnen haben! Dieses Rennen war das furchterregendste in dieser Runde und hier gewinnen zu dürfen ist ein Privileg.“

Er stellte ebenfalls klar, dass er nicht stolz über die Aktionen von vergangener Woche in Charlotte war und es „nicht der richtige Weg“ gewesen wäre, so in den Chase zu kommen.

Während der Team Penske Pilot auf der langen Start/Ziel Geraden von dem Superspeedway in Alabama ausgelassen feierte, stiegen in der Boxengasse die geschlagenen Fahrer mit hängenden Köpfen aus ihren V8 Boliden aus. Mit die größte Überraschung dürfte der sechsmalige Sprint Cup Champion Jimmie Johnson sein, der trotz der meisten Führungsrunden im Rennen am Ende nicht den Sack zu machen konnte. Der siebte Titel muss warten, doch Johnson sprach wie ein wahrer Champion unmittelbar nach dem Rennen:

„Wir sind mit Würde aus dem Chase geflogen, wir haben gekämpft und darüber bin ich stolz. Bin ich enttäuscht das wir aus dem Chase rausgeflogen sind? Absolut. Viele haben über uns in den letzten zwei Wochen geschrieben und gesprochen. Das Verhältnis zwischen Chad [Knaus, Crew Chief der #48] und mir war angespannt; wir beide waren darüber frustriert, dass wir nicht die Ergebnisse einfuhren, die wir wollten. Doch wir haben gekämpft. Wir hatten eine Chance, aber wir haben es nicht geschafft. Du kannst nicht jedes Jahr die Meisterschaft gewinnen. Nächstes Jahr versuchen wir es erneut,“ so Johnson.

Ähnlich ging es Dale Earnhardt Jr. der durch den Erfolg im Daytona 500 und seinen beiden Pocono Siegen einer seiner erfolgreichsten Saisons hinter sich hat. Lange fuhr er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jimmie Johnson an der Spitze, doch im letzten Drittel des Rennens verschwand er durch risikoreiche Manöver im Mittelfeld und schaffte es nicht mehr rechtzeitig nach vorne. Ein später Unfall im ersten Green-White-Checkered Versuch beendete den Traum „Sprint Cup“ ein für alle mal.

„Wir haben gekämpft ohne Ende und haben den ganzen Tag lang versucht, vorne zu bleiben, weil wir wussten das wir vorne bleiben müssen, um am Ende eine Chance zu haben. Wir verloren jede Menge Zeit und Positionen, als ich mit viel Risiko ein Manöver für die Führung startete, was leider nicht geklappt hat.“

Doch Dale Earnhardt Jr. konnte trotz der herben Niederlage immer noch lachen: „Ich habe schon schlimmere Dinge erlebt und da ich nicht zurücktreten werde, werden wir es im nächsten Jahr es halt nochmal versuchen. Wir hatten eine gute Saison und wir können optimistisch in die Zukunft blicken. Ich werde definitiv nicht all zu traurig über heute sein; wir hatten einfach nicht die richtigen Ergebnisse [in den letzten 2 Wochen].“

Für das Powerhaus der NASCAR, Hendrick Motorsports, kam es allerdings noch dicker am Ende des Tages im sonnigen Talladega. Auch Kasey Kahne schaffte es nicht, sich für die dritte Runde des Chase zu qualifizieren, trotz einiger Führungsrunden zur Halbzeit hin und einem zwölften Platz am Ende des Tages. Sichtlich niedergeschlagen stieg der populäre Fahrer aus seinem Chevrolet SS nach dem Rennen aus. Somit ist Jeff Gordon der einzige, verbliebene Fahrer von Hendrick Motorsports, der nun versuchen wird die dritte Runde zu überleben, um dann in Homestead-Miami um den Sprint Cup zu fahren.

Der vierte Mann im Bunde der es nicht in die dritte Runde geschafft hat ist Joe Gibbs Racing Fahrer Kyle Busch, der in einem Unfall mit mehreren Wagen auf der Gegengeraden in Runde 104 involviert war, als Austin Dillon beim Versuch die involvierten Wagen auszuweichen dem Toyota Fahrer hinten drauf gefahren war. Das Team von Kyle Busch gab nicht auf und reparierten den stark beschädigten Wagen noch vor Rennenende. Doch die Bemühungen zahlten sich nicht aus, auch sie sind aus dem diesjährigen Chase ausgeschieden.

Damit bleiben nur noch acht Fahrer übrig: Joey Logano, Kevin Harvick, Brad Keselowski, Ryan Newman, Carl Edwards, Denny Hamlin, Matt Kenseth und Jeff Gordon. Drei Rennen stehen nun an, bevor sich die nächsten vier Fahrer verabschieden werden. Und dann sind wir schon in Miami angelangt, wo vier Fahrer in einem einzigen Rennen die Meisterschaft ausfahren werden. Für Spannung ist in den nächsten Wochen also definitiv gesorgt!

Ebenfalls erwähnenswert:

  • Landon Cassill konnte gemeinsam mit seinem Hinterbänkler-Team „Hillmann Racing“ ein starkes Rennen fahren und beendete dieses am Ende auf einem sensationellen vierten Platz!
  • Auch Travis Kvapil konnte mit einem sechsten Platz ein achtbares Ergebnis einholen.
  • Terry Labonte, zweimaliger Cup Champion, beendete sein wahrscheinlich letztes NASCAR Rennen nach einem Unfall in Runde 104 auf dem 33. Rang.

Nächste Woche geht es dann zum guten, alten Martinsville Speedway, wo wir uns auf tolle Short-Track Action freuen dürfen. Eine Vorschau findet ihr natürlich wie gewohnt im Laufe der Woche!