Das Pech links liegen gelassen: Harvick siegt in Charlotte

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Kevin Harvick gewinnt dominant und souverän das Bank of America 500 in Charlotte und steht somit sicher in der dritten Runde des Chase.

In einem zähen und relativ langatmigen 500 Meilen Rennen auf dem Charlotte Motor Speedway konnte Kevin Harvick endlich sein Pech los werden und den dritten Sieg in der laufenden Saison feiern. Somit hat er sich wie Joey Logano in der Vorwoche für die dritte Runde des Chase qualifiziert und kann nun unbesorgt zur Lotterie auf dem Superspeedway in Talladega reisen.

Mit 162 Führungsrunden konnte er dem

Bank of America 500
302281Sarah Glenn/Getty Images

Rennen klar sein Stempel aufdrücken und meisterte zum Schluss souverän ein Green-White-Checkered Ende gegen die Konkurrenz in Form vom viermaligen Sprint Cup Champion Jeff Gordon und dem drittplatzierten Jamie McMurray, der auch in dieser Woche gemeinsam mit seinem Teamkollegen Kyle Larson überzeugen konnten.

Harvicks letzter Saisonsieg stammt aus April, als er das prestigeträchtige Southern 500 auf dem Darlington Raceway für sich entscheiden konnte. Zwar fehlte nie der Speed bei der #4 von Stewart Haas Racing, doch durch viel Pech und eigenes Unvermögen seiner Boxencrew warfen den Daytona 500 Champion aus dem Jahr 2007 immer und immer wieder zurück. Nun konnten sie ein Rennen vernünftig zu Ende bringen und gemeinsam den vielleicht wichtigsten Saisonsieg in der Victory Lane von Charlotte feiern:

„Jeder von unserem Team hat nicht aufgegeben und weiter daran gearbeitet, unsere Wagen noch besser und noch schneller zu machen,“ so ein zufriedener Harvick in der Victory Lane von der Strecke, welche auch ‚Beast in the Southeast‘ genannt wird. „Manche Dinge sind in letzter Zeit nicht immer so verlaufen wie wir uns das gewünscht haben und auch Fehler unsererseits haben uns oft nicht dort enden lassen, wo wir eigentlich gewesen wären. Heute hat alles geklappt und es war genau die Nacht, die wir gewinnen mussten. Ich will nicht nach Talladega nächste Woche.“

Neben Harvick als Sieger, Gordon auf zwei und McMurray auf drei, komplettierten Joey Logano und und Kyle Busch die Top 5.

Neben dem trägen und sterilen Racing, bot das Rennen den Fans dennoch spannende Storylines zum Leidwesen der Johnson, Keselowski und Dale Earnhardt Jr. Fans. Alle drei verpatzten das Rennen in Kansas durch Fremdeinwirkungen was es gestern Nacht zu begleichen galt. Sah es zu Beginn des Rennens für alle drei noch gut aus, entwickelte es sich zum Ende hin einmal mehr zu einem weiteren Debakel.

Dale Earnhardt Jr. konnte sich hin und wieder durch Strategien in der Box an die Führung mogeln, doch schnell gab er die Führungen an seine Konkurrenz ab und fiel im Verlauf des Rennens immer weiter nach hinten, als er seinen Schalthebel ungefähr zur Halbzeit mit der bloßen Hand versehentlich abgebrochen hat. Die #88 von Hendrick Motorsports war von nun an nur noch im vierten Gang unterwegs, was besonders bei den Boxenstopps und Restarts ein riesiger Nachteil für den populärsten NASCAR Fahrer darstellte. Je später der Abend desto mehr kämpfte der zweimalige Daytona 500 Champion auch mit dem Handling seines Chevrolet SS und konnte das Rennen lediglich auf dem 20. Rang beenden. Mit einem Rückstand von 26 Punkten auf den achten in der Gesamtplatzierung ist ein Sieg in Talladega mehr und mehr ein Muss. Das weiß auch Earnhardt Jr.: „Ich weiß was wir nun zu tun haben. Wir müssen ein sehr schnelles Auto bauen, hoffen das die Technik hält und dann rauszugehen und um den Sieg zu kämpfen. Wir können das schaffen. Wir haben hier in der Vergangenheit oft gewonnen,“ so Earnhardt Jr. gegenüber dem Radiosender MRN.

Auch für seinen Teamkollegen Jimmie Johnson wird es nun eng, als sein Crew Chief Chad Knaus in der Caution vor dem Green-White-Checkered Finale eine mehr als fragwürdige Entscheidung traf und seinen Schützling in die Box orderte, um ihm zwei neue Goodyear Reifen zu vergeben. Doch dies warf den sechsmaligen Sprint Cup Champion aus den Top 5 vor dem Restart noch heraus. Und das bei nur noch zwei zu fahrenden Runden. Durch das wilde Racing in den letzten beiden Runden verlor Johnson dann noch weiter an Boden und fuhr seinen Chevrolet lediglich auf dem 17. Platz ins Ziel – ein enttäuschendes Ergebnis für den Charlotte-Spezialisten. Er liegt vor Talladega nun wie Earnhardt Jr. mit 26 Punkten hinter Platz acht.

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Diesen belegt deren Teamkollege Kasey Kahne, der sich durch frühe Handlingprobleme nicht beirren ließ und souverän das Rennen als zehnter beendete und von den Scharmützeln zwischen Kenseth und Keselowski (-19 Punkte) profitierte. Mit einem Punkt liegt er nun vor Kenseth auf Platz acht und konnte das schlechte Ergebnis aus Kansas wettmachen.

Jetzt lesen: „Handgreiflichkeiten zwischen Kenseth und Keselowski

Somit wird das Rennen um die Qualifikation für die nächste Runde im Chase in Talladega auf jeden Fall spannend. Eine Vorschau findet ihr wie gewohnt im Lauf der Woche.