Logano siegt – Schwarzer Tag für viele Chaser

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Mit einem weiteren Sieg konnte sich Joey Logano vorzeitig für die nächste Runde qualifizieren. – Viele Chaser im Pech!

Joey Logano feiernd in der Victory Lane. - (c) Jared C. Tilton/Getty Images
Joey Logano feiernd in der Victory Lane. – (c) Jared C. Tilton/Getty Images

Die Angst vor dem Talladega Superspeedway in zwei Wochen war das gesamte Wochenende lang Gesprächsthema Nummer 1. Auf einer Strecke auf der alles passieren kann ist ein solider Beginn in die zweite Chase Runde für die zwölf verbliebenden Piloten essentiell, doch genau diesen Wunsch hat das erste Rennen der „Contender Round“ für viele, viele Chase Piloten nicht erfüllt. Am schlimmsten traf es das Hendrick Motorsports Camp mit Dale Earnhardt Jr. (39.), Jimmie Johnson (40.), Kasey Kahne (22.) und Jeff Gordon (14.), der noch am meisten Schadensbegrenzung betreiben konnte. Doch auch Harvick (12.) hatte nach einem starken Stint mit Führungsrunden einmal mehr Probleme mit seinem Chevrolet SS, sowie Brad Keselowski (36.), der einen Reifenschaden erlitt.

Bei all den Problemen für die Chaser, war die Freude für den Team Penske Piloten Joey Logano umso größer, als er seinen leicht beschädigten Ford Fusion in die Victory Lane steuern konnte und sich für die restlichen zwei Rennen in Charlotte und dem spektakulären Talladega Superspeedway zurücklehnen kann, nachdem er einen wiedermals heranstürmenden Kyle Larson hinter sich halten konnte.

„Dieser Sieg tut uns sehr gut,“ meint Joey Logano nach dem Rennen gegenüber der Presse. „Wir müssen uns nun nicht mehr vor Talladega sorgen und können befreit auffahren. Wir sind mit der Einstellungen hierher gekommen, dass wir ein solides Ergebnis brauchen. Du kannst die Meisterschaft hier nicht gewinnen…, aber verlieren.“

Der letzte Satz hat das Rennen gut umschrieben und ist die bittere Realität für die oben aufgeführten Fahrer. Blieb das 400 Meilen Rennen unter strahlenden Sonnenstrahlen zu Beginn noch für über 70 Runden unter grün, nahm das Debakel nach einer ‚debris caution‘ seinen Lauf und sollte bis Rennschluss kein Ende mehr nehmen.

Kurz nach dem Restart erlitt Kurt Busch einen Reifenschaden und landete daraufhin in die Mauer, was sein eh schon durchwachsendes Wochenende nach einem Unfall im finalen Training abrundete. Waren die Spuren von dem Unfall beseitigt, sollte es zum ersten mal in dem Rennen so richtig hoch hergehen. Aus Kurve zwei kommend berührte der Roush Fenway Racing Fahrer Greg Biffle den sechsmaligen Jimmie Johnson an der linken Seite des Hecks und drehte den Chevrolet Fahrer mitten in der Meute in Justin Allgaier, der auf einer gefährlichen Art und Weise in das herankommende Feld rutschte und abschließend von Josh Wise getroffen wurde. Johnson dagegen bog in Richtung Infield ab und landete in der Mauer. Der Schaden war groß und erst circa 70 Runden später konnte der Hendrick Motorsports Pilot das Rennen wieder aufnehmen.

Kurz zuvor allerdings erwischte es auch dessen Teamkollegen Jeff Gordon, der durch ein riskantes Manöver von dem gut aufgelegten Jamie McMurray leicht die Mauer striff. Doch bei Höchstgeschwindigkeiten von über 200 Meilen pro Stunde hat es ausgereicht, den siegfähigen Wagen soweit zu demolieren, dass man jegliche Chancen auf den Sieg verlor. Später folgte noch eine Strafe für Gordon da seine Crew Equipment außerhalb des Pit Stalls verlor. Am Ende war der 43-jährige mit einem zwölften Platz noch gut bedient.

Der demolierte Wagen von Dale Earnhardt Jr. - (c) 302105 Jared C. Tilton/Getty Images
Der demolierte Wagen von Dale Earnhardt Jr. – (c) 302105 Jared C. Tilton/Getty Images

Nun konnte Dale Earnhardt Jr. das Zepter des Rennens übernehmen und behielt eine komfortable Führung für gute 30 Runden, bis der Jr-Nation Traum eines Sieges auf einen Schlag in der Mauer endete. Wie schon bei Kurt Busch platzte dem populären NASCAR Fahrer der rechte Vorderreifen und katapultierte ihn umgehend in die Außenmauer – auch er musste in die Garage. Sichtlich enttäuscht erklärte „Junior“ der Presse, dass dies „einer der besten Wagen der letzten Woche“ gewesen sei.

So blieb das abwechslungsreiche Rennen weiter offen und Pole Sitter Kevin Harvick konnte nach einer etwas längeren Pause wieder Druck auf die Konkurrenz ausüben, bis auch er aufgrund von Reifenproblemen unter grün an die Box musste und eine Runde auf den führenden Joey Logano verlor. Ebenso Kasey Kahne, der einmal mehr der Pechvogel des Rennens war. Nach einem soliden Top 5 Run kam eine Caution genau zu dem Zeitpunkt – aufgrund eines Unfalls von Greg Biffle – heraus, als der Sieger aus Atlanta frische Reifen an der Box bekam, da man einen Reifenschaden vermutete. Dies warf ihn und Kevin Harvick weit zurück. Als der Restart in Runde 234 (von 267) erfolgte, blieb es nicht lange ruhig. Lediglich zwei Umrundungen später fand man Kasey Kahne in der Mauer, der zu aggressiv auf der Außenlinie die verlorenen Plätze aufholen wollte. Ein rabenschwarzer Tag für Hendrick Motorsports.

Logano konnte seine Führung in den restlichen Runden anschließend souverän gegenüber Kyle Larson verteidigen, der einmal mehr nur knapp seinen ersten NASCAR Sprint Cup Sieg verpasste: „Ich hatte das Gefühl das Joey [Logano] und ich absolut gleichschnell am Ende waren. Es war sehr schwierig für mich aufzuholen und auch wenn es mir einmal gelungen ist relativ nah hereinzukommen, konnte ich ihn nicht überholen.“

Die Top 5 komplettierten Kyle Busch, Martin Truex Jr. und ebenso überraschend Carl Edwards auf fünf. Auch nennenswert sind die Ergebnisse von Austin Dillon (8.) und AJ Allmendinger (11.).

Aus neutraler Sichtweise haben die Ereignisse aus Kansas das Rennen um die acht Tickets für die dritte Runde pulverisiert. Bleibt es am kommenden Wochenende in Charlotte eventuell noch etwas ruhiger, könnte es in zwei Wochen in Talladega für einige Piloten um alles oder nichts gehen. Entweder siegt man oder man bringt lediglich das Lenkrad mit nach Hause… und das dürfte für alle 43 Piloten die Devise sein.