Vorschau – AAA 400 in Dover 2014

0
203

Der Tag der ersten Eliminationen kehrt näher. Wer kann Dover zähmen? Und wer scheidet im Chase aus? 

aaa_400_logo-4cNach einem turbulenten Rennen auf dem ein Meilen Oval in Loudon – New Hampshire Motor Speedway – gibt es an diesem Wochenende ebenfalls Action auf einem weiteren ein Meilen Oval und zwar auf dem Dover International Raceway, dessen Maskottchen ein Beton-Monster ist. So scheint es, dass Dover tatsächlich die perfekte Location für ein Rennen ist, in dem am Ende des Tages die vier punktschlechtesten aus dem diesjährigen Chase ausscheiden. Doch dachte man zu Beginn des Chase, dass die Underdogs wie Aric Almirola oder AJ Allmendinger diejenigen sein werden welche das Monster frisst, kann man sich an diesem Wochenende dabei nicht mehr so sicher sein. Durch gute Leistungen und ein wenig Glück kann am Sonntag viel passieren. Große Namen müssen nicht unbedingt einen großen Tag erwischen…

Nicht zu Unrecht hat die Strecke ein Maskottchen in Form eines Monsters, schließlich gab es in der Vergangenheit viele und vor allen Dinge große Unfälle, die häufig den gesamten Rennverlauf auf den Kopf stellten. Schuld ist die unglaublich trickreiche Strecke, die absolut einzigartig auf dieser Welt ist. Mit einer Streckenlänge von nur einer Meile kann man den Dover International Raceway laut Reglement noch zu den Short Tracks zählen, wobei die Geschwindigkeit, ähnlich wie in Bristol, extrem hoch sind für einen eigentlichen Short Track.

Die hohen Geschwindigkeiten von bis zu 170 Meilen pro Stunde (Topspeed wohlgemerkt und umgerechnet circa 275 km/h) sind das Resultat des 24° steilen Bankings in den vier breiten Kurven. Kombiniert man diese Daten noch mit einem Betonbelag und einem schnellen Banking-Übergang in den Kurvenausgängen, von 24° auf 9°, dann hat man alle Zutaten für die Monster Mile, die schon seit 1969 mindestens einmal im Kalender des NASCAR Sprint Cups vorhanden ist.

„For Four it’s Over in Dover“

Blicken wir nun zu dem Rennen um die „Contender“-Runde, quasi die zweite von insgesamt vier Runden in dem diesjährigen „Chase for the Sprint Cup“. Durch die Siege der beiden Team Penske Piloten Brad Keselowski und Joey Logano sind derzeit zwei von insgesamt zwölf freien Plätzen vergeben, was bedeutet das nur noch zehn weitere Fahrer weiterkommen können. Nach Adam Riese bedeutet dies also, dass sich insgesamt vier Fahrer ab Kansas nicht mehr Chase-Fahrer nennen dürfen. Blicken wir zunächst auf die Tabelle:

Pos. Name Punkte
06 Dale Earnhardt Jr. +28
07 Jeff Gordon +21
08 Matt Kenseth +8
09 Carl Edwards +8
10 AJ Allmendinger +7
11 Kasey Kahne +6
12 Ryan Newman +6
13 Denny Hamlin -6
14 Greg Biffle -6
15 Kurt Busch  -8
16 Aric Almirola -10

[Ab Jeff Gordon dürfte nichts mehr passieren, deswegen nur noch Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr. als Orientierung angegeben]

Wie man an der Tabelle schön erkennen kann, werden am Sonntag insgesamt neun Fahrer um die verbleibenden Plätze (8-12) kämpfen. Fahrer wie Denny Hamlin, Greg Biffle, Kurt Busch und Aric Almirola wären derzeit aus dem Chase heraus, bekommen aber natürlich noch die Chance sich über die Punkte oder aber über einen Sieg zu qualifizieren. Ryan Newman, der punktgleich mit Chevrolet Kollege Kasey Kahne, den letzten sicheren Platz belegt weiß, das es eng ist und werden wird:

„Das wird natürlich ein sehr wichtiges Rennen für uns werden. Es ist knapp und wir müssen unsere aller beste Leistung abrufen, damit wir in die Contender Runde einziehen. Wir dürfen uns keinerlei Fehler erlauben,“ so der Richard Childress Racing Fahrer, der gleichzeitig für den Hendrick Motorsports Fahrer Kasey Kahne spricht. Beide wären große Namen, die früh ausscheiden würden.

Sylvania 300 - Practice
(c) NASCAR Media

Während sich die einen verteidigen wollen, müssen manch andere hoffen und angreifen. So zum Beispiel Denny Hamlin, der nach einem unglücklichen 37. Platz in Loudon tief in den Punkten abgerutscht ist, was nun zum Verhängnis werden könnte. „Es ist sehr frustrierend, weil du weißt du hättest es aufgrund der Performance verdient in die nächste Runde zu kommen,“ so der Joe Gibbs Racing Fahrer im Rückblick auf den sechsten Platz in Chicago und einigen Führungsrunden auf dem New Hampshire Motor Speedway am letzten Wochenende.

„Wir könnten eine richtig gute Chance [auf die Meisterschaft] haben und in den letzten acht Rennen für einigen Wirbel sorgen. Doch in diesen Drei-Rennen-Intervallen darfst du dir nicht eine einzige schlechte Woche erlauben. Nicht dieses Jahr. Wir müssen alles möglich versuchen und das beste Resultat rausholen, was dann passiert müssen wir sehen. Ich hasse es zu sagen, aber vielleicht werden einige Jungs Pech haben, um uns in den Chase rein zu lassen. Sollte dies nicht passieren, wird es echt schwer für uns.“

Ebenfalls verdient hätte es der Richard Petty Motorsports Pilot Aric Almirola, mit dem viele im ersten Chase Rennen vor zwei Wochen mitgefiebert haben, als er ein tolles Rennen ablegte. Die gute Leistung zahlte sich nach späten technischen Problemen leider nicht aus und warf ihn weit zurück, doch mit einem sechsten Platz in Loudon konnte sich der dreißigjährige wieder rankämpfen. Nun heißt es in Dover „alles oder nichts“. Zu verlieren hat man eh nichts mehr.

„Das was in Chicago passiert ist können wir nicht mehr rückgängig machen und wir haben keine andere Wahl, als zu kämpfen,“ erklärt der motivierte Almirola im Blog von Ford Racing. „Meine Jungs und ich werden an diesem Wochenende gut schlafen ohne die Sorgen zu haben, ob das wieder passieren wird. Wir haben eine Mission und das heißt weiterzukommen. Wir müssen nur das machen, was wir in den letzten Wochen auch getan haben; versuchen, um die Top 5 zu fahren. Schaffen wir dies, setzen wir die Fahrer vor uns (in den Punkten) unter Druck.“

Die bessere Ausgangschance der Underdogs hat natürlich AJ Allmendinger, der durch einen Sieg in Watkins Glen sich für den Chase qualifizierte und sich mit den Ergebnissen 22 und 13 auf den zehnten Gesamtrang schleichen konnte. Mit sieben Punkten Vorsprung auf den 13. ist der Buffer nicht unbedingt groß, doch immerhin etwas.

„Ich werde versuchen nicht darüber nachzudenken, um den ganzen Druck von mir zu halten,“ so der immer positiv eingestellte Allmendinger in der Wochenend-Vorschau von seinem Team JTG Daugherty Racing. „Unser Ziel ist es ein solides Wochenende abzuliefern, was wir in den letzten Wochen leider nicht geschafft haben. Ständig fehlte es an etwas im ersten Teil des Rennen oder im letzten. Wir brauchen einfach ein gutes und komplettes Wochenende. Sorgen was um mich herum passiert habe ich nicht und mir ist es egal, ob es Ryan Newman oder Greg Biffle ist. Machen wir unseren Job gut, sollten wir keine Probleme haben in die nächste Runde zu kommen.“

Doch neben dem Rennen um die zehn restlichen Plätze des 12-Mann großen Fahrerpool der „Contender“-Runde (wir befinden uns derzeit in der „Challenger“-Runde), ist natürlich auch das Rennen um den Sieg durchaus interessant. Der Favorit auf den Sieg ist relativ schnell gefunden und unausweichlich, egal ob er in den letzten Wochen eine Rolle spielte oder nicht. Mit neun Siegen kann der sechsmalige NASCAR Sprint Cup Champion Jimmie Johnson zurecht behaupten, dass der Dover International Raceway „seine Strecke“ ist.

Nicht zu vergessen ist natürlich auch das Penske Dou Brad Keselowski und Joey Logano, die die letzten fünf Wochen im Sprint Cup mit vier Siegen regelrecht dominierten. Im Juni Rennen von Dover kam Keselowski auf dem zweiten und Logano auf dem achten Platz ins Ziel, was die Favoritenrolle noch einmal bekräftigt.

Ansonsten sollte man seine Augen auf die Truppe von Joe Gibbs Racing werfen, die im Sommer ein gutes Wochenende in Dover erlebten. Auch Kevin Harvick dürfte wieder gut dabei sein, während die beiden Chip Ganassi Racing Fahrer Jamie McMurray und Kyle Larson als Geheimfavoriten gewertet werden dürfen.

Es ist also alles für einen spannendes Rennen angerichtet und man darf gespannt sein, wer sich für die nächste Runde qualifizieren kann. Schaltet also ab 19:00 Uhr bei MotorvisionTV ein, die das Rennen Live und in voller Länge übertragen.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.