Logano siegt im nächtlichen Kolosseum

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Mit einem Doppelerfolg auf dem Short Track in Bristol zementiert Team Penske ihre Meisterschaftsansprüche. – Große Rückschläge für Kahne und Dillon im Kampf um die Chase Tickets.

Das Rennen auf dem legendären Bristol Motor Speedway bot vielen eine Chance, wie wir schon in unserer Vorschau am Donnerstag berichteten. Von vielen wurde sie nicht wahrgenommen und so kam es zu einem weiteren Erfolg eines Fahrers, der längst schon für den Chase in drei Wochen sicher qualifiziert ist. Und dennoch ist es ein wichtiger Sieg, schließlich zeigte Team Penske gemeinsam mit dem Sieger Joey Logano und dem am Ende zweitplatzierten Brad Keselowski der Konkurrenz, dass man mit den beiden Fords in Homestead-Miami am Ende des Jahres rechnen sollte.

Mit vielen verschiedenen Führenden bot das „Irwin Tools Night Race“ in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine angenehme Dynamik an der Spitze mit tollen Rad-an-Rad Duellen auf der nur 800 Meter kleinen Strecke in der Pampa von US-Bundesstaat Tennessee. Bei solch kleinen Streckenmaßen ist es natürlich nicht verwunderlich das Kollissionen mit anderen Fahrern quasi vorprogrammiert sind und schon in Runde 70 von insgesamt 500 zu fahrenden Runden krachte es zum ersten Mal am Abend als J.J. Yeley (33.), Brett Moffitt (42.), Ryan Truex (37.) und Josh Wise (29.) im hinteren Mittelfeld aneinander gerieten.

Bis zu dem Zeitpunkt konnten sich Pole Sitter Kevin Harvick und sein Chevrolet Kollege Jeff Gordon an der Spitze des Feldes halten und das Rennen anführen, bevor Matt Kenseth den Job als Führender ab Runde 64 für vierzig Runden übernahm. Danach schnupperte Ford Pilot Joey Logano erstmals Führungsluft und wurde von Denny Hamlin in Runde 133 abgelöst.

Kurze Zeit später gab es den nächsten größeren Unfall, als Kyle Larson schuldlos Brian Vickers am Heck traf und der Domino-Effekt ins Rollen kam. Vickers sammelte Aric Almirola ein, während Kyle Busch aus Reflex ein wenig abbremste. Dies erkannte sein Markenkollege Clint Bowyer zu spät und drehte „Rowdy“ in die innere Mauer.

Waren die Aufräumarbeiten erledigt, krachte es kurze Zeit später schon wieder als im Kampf um die Führung Denny Hamlin und Kevin Harvick aneinander gerieten. Harvick, der zu dem Zeitpunkt den führenden Hamlin jagte, wollte sich in Turn 4 hinter dem Joe Gibbs Racing Piloten einreihen. Dabei verschätzte er sich und traf mit seiner Nase das Heck von Hamlin und drehte diesen um und traf dabei auch Dale Earnhardt Jr. Für beide Fahrer – Junior und Hamlin – war der Tag gelaufen.

Hamlin wartete wie seit Michigan vorgeschrieben auf das Sicherheitspersonal bevor er aus dem Wagen ausstieg, doch seine Mimik sprach Bände. Er nahm wütend sein HANS System welches den Nacken bei Einschlägen stabilisieren soll und warf es gegen das Auto von Kevin Harvick, um seinen Frust abzulassen.

„Er denkt, er wisse alles,“ begann Hamlin sein Interview kurz nach dem Unfall. „Ich wünschte ich hätte noch ein Wagen übrig, um ihm es heimzuzahlen. Wir waren noch nicht mal bei der Hälfte des Rennens angelangt…, er hat sich verschätzt. Er weiß es eigentlich besser und hat ein Fehler gemacht.“

Hamlin hatte das Gefühl das er ein siegfähiges Auto an dem Abend gehabt hätte: „Ich hatte das Gefühl das wir heute gewinnen konnten; wir waren wirklich schnell unterwegs. Auf diesen Strecken müssen wir unseren Nutzen ziehen, denn mit dem was wir haben können wir hier gewinnen,“ deutet Hamlin auf den schwächeren Toyota Motor gegenüber Chevrolet an.

Harvick dagegen entschuldigte sich, nachdem er als elfter ins Ziel kam: „Ich habe mich verschätzt. Das war alles mein Schuld.“

Danach gab es nur noch einzelne Vorfälle mit Michael Annett (38.) in Runde 196, Danica Patrick (27.) mit Alex Bowman (32.) in Runde 265 und Marcos Ambrose in Runde 376. Die entscheidende und letzte Caution gab es allerdings 68 Runden vor Schluss.

Der bis dato führende Jamie McMurray bog gemeinsam mit den meisten Fahrern in die Box, um sich frische Reifen für die entscheidende Schlussphase abzuholen. Matt Kenseth dagegen pokerte und entschied sich auf der Strecke zu bleiben, was gleichzeitig die Führung für den Joe Gibbs Racing Fahrer am Restart bedeutete.

Doch 44 Runden vor Schluss konnte er die Attacken von dem bärenstarken Joey Logano – der mit frischen Reifen unterwegs war – nicht mehr abwehren und ließ den Ford Fahrer ziehen. Auch von dessem Teamkollegen Brad Keselowski wurde er noch überholt und das Rennen wurde zum Penske Showdown, doch Keselowski fand keinen Weg mehr Logano zu überholen. Für Logano war es der dritte Saisonsieg.

„Der Sieg ist was besonderes, einfach weil es Bristol ist,“ jubelte Logano ausgelaugt in der Victory Lane. „Meiner Meinung nach ist das Nachtrennen in Bristol das dritt oder viertwichtigste Rennen des Jahres. Die Atmosphäre vor dem Rennen ist einfach nur phänomenal und wenn dich diese nicht motiviert, dann motiviert dich gar nichts. Bristol ist einfach die böseste Rennstrecke die je gebaut wurde.“

Die Top 5 komplettierten hinter Logano, Keselowski und Logano die beiden Fahrer Jimmie Johnson und Kurt Busch. Die Top 10 füllten Ricky Stenhouse Jr., Carl Edwards, Jamie McMurray auf acht, Paul Menard und Greg Biffle auf.

Nicht so erfreulich lief das Rennen für Kasey Kahne der unbedingt ein gutes Rennen gebraucht hätte, um der Chase-Qualifizierung näher zu gekommen. Nachdem er vierzig Runden führte, musste er unter grün in die Box da sein rechtes Vorderrad lose war. Durch die kleine Strecke verlor der Hendrick Motorsports Fahrer zwei Runden und konnte sich davon nicht mehr erholen. Später musste er auch noch kurzzeitig in die Garage aufgrund zu starken Vibrationen und verlor weitere 19 Runden auf den Führenden. Am Ende kam er auf einem enttäuschenden 35. Platz ins Ziel und ist nun 33 Punkte hinter Greg Biffle, der derzeit den letzten Chase-Platz per Punkte belegt. Alles andere als ein Sieg wird Kasey Kahne nun nicht mehr helfen; zwei Rennen verbleiben für dieses Unternehmen.

Auch für Sprint Cup Rookie Austin Dillon verlief der Abend alles andere als rosig. Ein 28. Platz nach technischen Problemen wirft ihn in den Punkteständen weiter zurück und liegt nun insgesamt 40 Punkte hinter Biffle und auch für ihn gelten nun nur noch Siege, um das Chase-Ticket einlösen zu können. Ein kleiner Trost: Noch nie hat es ein Rookie in den Chase geschafft.

Erwähnenswerte Platzierungen:

  • AJ Allmendinger kam als 14. ins Ziel
  • Michael McDowell feierte sein bestes Saisonergebnis außerhalb eines Superspeedways, als er auf Platz 18 ins Ziel kam.

Nächste Woche geht es auf das 1,5 Meilen Oval in Atlanta, wenn dort das 500 Meilen Rennen in der Nacht von Sonntag auf Montag ausgefahren wird. Dies ist das vorletzte Rennen der regulären Saison und eine Vorschau werdet ihr im Laufe der Woche vorfinden!

 

 

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