Vorschau – Irwin Tools Night Race in Bristol 2014

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Drei Rennen verbleiben in der regulären Saison und mit Bristol könnte sich nochmal einiges verändern!
PrintDie NASCAR kehrt zum selbsternannten „letzten großen Kolosseum“ unserer Zeit zurück, wenn die Lichter des Bristol Motor Speedway am Samstag Abend angehen und 500 brutale Runden gefahren werden müssen. Jede einzelne Runden könnte außerdem deine letzte des Rennens sein, wenn sich ein Fahrer einen Fehler erlauben sollte. Schließlich sind auf dem 0,533 Meilen kleinen Short Track mitten in der Pampa von US-Bundesstaat Tennessee die Mauern ganz nahe, wenn sich 43 Fahrer mit den V8 Boliden auf die relativ kleine Strecke zwängen.

Die über 30° Banking gebauten Kurven machen das ganze Event noch wahnsinniger und noch spektakulärer, denn mit Hilfe der 900 PS der Fahrzeuge können die Fahrer Topspeeds von über 140 Meilen pro Stunde auf den beiden Geraden erreichen. So ist es nicht verwunderlich, dass das Rennen vor wenigen Jahren durchgängig ausverkauft war. Manche Tickets seien sogar vererbt worden, wenn man den vielen Stories um eines der größten Highlights des Jahres Glauben schenkt.

Die Zeiten sind allerdings dank der Finanzkrise im Jahr 2008 und Umbauten an der Strecke – ebenfalls 2008 – lange vorbei und bis Heute versucht man alles Erdenkliche, um die 160.000 Sitzplätze des Bristol Motor Speedways zu füllen.

Vor knapp zwei Jahren wurde die Strecke wieder ein wenig präpariert, damit es wie in den Glanzzeiten wieder nur noch eine schnelle Linie gibt.  Die ist allerdings nun dicht an die Mauer gewandert – ähnliche wie auf dem legendäre Darlington Raceway. Doch genau dies macht das Racing so wahnsinnig interessant: Ein ‘bump and run’ Manöver könnte Vorder- und Hintermann in die Mauer schicken, doch auch das Überholen auf der Inneren Linie ist schwierig zu vollziehen.

Somit muss man einen Kompromiss bei dem Einstellen des Wagens am Freitag und Samstag eingehen: Man muss sowohl auf der Äußeren, wie auch auf der Inneren Linie gut liegen. Erst wenn die geschafft ist, kann man sich Gedanken um den Sieg machen.

Auch eine gute Qualifikation ist von großem Vorteil, denn “track position” ist alles auf der selbsternannten “schnellsten halben Meile der Welt”. Nur sechs mal (!) gewann ein Fahrer ein Sprint Cup Rennen in Bristol, wenn dieser außerhalb der Top 20 startete. Eine atemberaubende Statistik, schließlich wurden hier schon insgesamt 106 Cup Rennen gefahren. Geschafft haben dies lediglich Dale Earnhardt (1994 von P24, 1999 von P26), Elliott Sadler (2001 von P38), Kurt Busch (2002 von P27), Dale Earnhardt Jr. (2004 von P30) und Kyle Busch (2007 von P20). Von der Pole wurden dagegen insgesamt schon 22 Rennen gewonnen!

Drei Rennen, drei Chancen.

Mit Bristol, Atlanta und Richmond verbleiben nun nur noch drei Rennen in der regulären Saison und somit verbleiben automatisch nur noch drei Chancen für die Fahrer, die sich bisher noch nicht für den Chase qualifizieren konnten. Der prominenteste unter ihnen sollte Kasey Kahne sein, der durch Pech und schlechte Leistungen des gesamten Teams bisher sieglos auf dem zwölften Gesamtrang steht – 9 Punkte hinter dem Chase-Cut.

Doch mit Bristol kommt für den Hendrick Motorsports Piloten die richtige Strecke zur richtigen Zeit. Im letzten Jahr gewann er das Frühlingsrennen und beendete das Nachtrennen, nach einem tollen Kampf mit Matt Kenseth auf der Strecke, auf Platz 2. In diesem Jahr konnte er ebenfalls eine gute Leistung auf dem Short Track in Tennessee abrufen und fuhr mit Führungsrunden auf Platz acht über das Ziel, nachdem Carl Edwards sich gegen ihn und den Rest der Konkurrenz durchsetzen konnte.

Für Carl Edwards stehen nun harte Zeiten bevor. Am letzten Dienstag wurde sein Wechsel zu Joe Gibbs Racing im kommenden Jahr offiziell von dem Toyota Team auf einer Pressekonferenz verkündet und solch eine Meldung bewirkte sich in der Vergangenheit seltenst positiv auf die Leistung des Fahrers aus. Mit zwei Saisonsiegen steht der Roush Fenway Racing Fahrer allerdings sicher im Chase und kann wenigstens noch die nächsten drei Rennen befreit auffahren. Da Bristol vor wenigen Monaten aufgrund vieler Regenfälle ebenfalls ein Nachtrennen war, ist dies ein guter Indikator für das Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag welches ihr Live auf MotorvisionTV verfolgen könnt. Vielleicht kann „Concrete Carl“ seinem Spitznamen auch diese Woche wieder alle Ehre machen, in dem er auf der Beton Strecke seinen dritten Saisonsieg feiert.

Auch seine Teamkollegen fuhren im vergangenen Bristol Rennen ein gutes Rennen und Ricky Stenhouse Jr. kämpfte sogar um sein ersten Sieg im NASCAR Sprint Cup – aus seiner Sicht leider mit einem „schlechten“ Ende, als er auf Position 2 ins Ziel kam. Während er ein Sieg braucht, benötigt Greg Biffle „lediglich“ ein gutes Rennen, um weiterhin über die Punkte in den Chase kommen zu können. Ein gewagtes Risiko und ein Sieg wäre natürlich deutlich sicherer.

Ebenfalls überrascht haben das Dou von Richard Petty Motorsports im letzten Bristol Rennen, als Aric Almirola dritter und sein australischer Teamkollege Marcos Ambrose fünfter wurden. Ebenfalls in die Underdog Schublade kann man den Sprint Cup Rookie Kyle Larson stecken, von dem an diesem Wochenende großes erwartet wird. Das Streckenlayout mit der hohen Rennlinie ist ihm aufgrund seiner „Sprint Car“-Erfahrung geheuer und mit einem starken zehnten Platz konnte er diese Eindrücke bestätigen. Durch den frühen Ausfall in Michigan muss der 22-jährige nun alles geben und siegen, wenn er im Chase dabei sein möchte.

Ansonsten darf man natürlich auch die Jungs von Joe Gibbs Racing, Hendrick Motorsports und Stewart Haas Racing nicht vergessen. Im letzteren Team wird auch dieses Wochenende wieder Jeff Burton das Cockpit von Tony Stewart übernehmen. Wann und ob Tony Stewart zurückkommen wird, ist nach wie vor fraglich.

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