Kenzie Ruston – Eine Frau die sich einen Namen macht

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Kenzie Ruston ist ein hoffnungsvolles Talent in der NASCAR und könnte schon bald die nächste Frau in den drei großen NASCAR Serien werden.

Seit Danica Patrick in der NASCAR Fuß gefasst hat, erlebt der Motorsport auf der ganzen Welt eine kleine, aber feine Revolution. Als die ehemalige IndyCar-Fahrerin im Jahr 2012 die Pole Position des Daytona 500 gewann, eines der größten und wichtigsten Rennen der Welt des Motorsports, war die Stewart Haas Racing Fahrerin in aller Munde – sogar in Deutschland.

Mit Danica Patrick hat das Thema „Frauen und Motorsport“ eine neue Größe erreicht, schließlich hat es Patrick geschafft sich im Sport einen Namen zu machen und auch den Kritikern zu beweisen, dass auch Frauen eine Daseinsberechtigung in der einstigen „Männerdomäne“ haben. Deshalb ist Danica Patrick, für mich persönlich, ein Leader für die Frauen, die es in die NASCAR schaffen wollen. Sie hat das Eis gebrochen und hat Medienpräsenz und nun gilt es weitere Damen zu „rekrutieren“, die vielleicht noch mehr Talent haben als Danica Patrick; was ich überhaupt nicht böse meine.

Derzeit macht sich nämlich eine Frau einen Namen, von der man noch großes erwarten darf. Kenzie Ruston ist ihr Name und fährt derzeit in der NASCAR K&N Pro Series East, die letzte Stufe vor den drei großen NASCAR Serien und ist mit zukünftigen Cup Fahrern gespickt.

Und eben in diesem Fahrerkader befindet sich auch die 22-jährige Kenzie Ruston seit 2013 und verdreht so einigen die Köpfe auf den hiesigen Rennstrecken. Letztes Jahr fuhr sie noch für Turner Scott Motorsports gemeinsam mit Dylan Kwasniewski und konnte mit respektablen vier Top 5 und sechs Top 10 Ergebnissen am Ende des Jahres den sechsten Platz im Gesamtergebnis belegen.

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Hinterreihe von links aus: Gray Caulding, Jesse Little, Ryan Gifford, Ryan Preece, Brandon McReynolds, Austin Hill und Erik Jones. Vorderreihe von links aus: Dylan Lupton, KENZIE RUSTON, Cole Custer, Ben Rhodes und Ruben Garcia Jr. (C) Getty Images via NASCAR Media

Eine tolle Leistung im ersten Jahr und die NASCAR nahm sie in das sogenannte „NASCAR Next“ Programm mit auf. Jährlich werden von ausgewählten  NASCAR Offiziellen Talente herausgepickt und in den „NASCAR Next“ Fahrerpool „geworfen“, von denen man erwartet, dass vielleicht sie diejenigen sind, die die Zukunft des Sports sein werden. Die Fahrer werden besonders promotet, um Sponsoren anzulocken und damit sie den Medien schmackhaft gemacht werden. Und es funktioniert: Ehemalige „NASCAR Next“ Teilnehmer wie Chase Elliott, Kyle Larson, Dylan Kwasniewski, Darrell Wallace Jr., Jeb Burton, Alex Bowman, Ryan Blaney und mehr haben es in die nationalen Serien – sprich Truck, Nationwide und Sprint Cup – geschafft.

Mit diesem Elan ging Kenzie Ruston dann in ihre zweite K&N Pro Series East Saison, diesmal für „Ben Kennedy Racing“ in der #96, aber weiterhin im Talenteprogramm von Turner Scott Motorsports, die seit diesem Jahr mit Justin Allgaier sogar ein Sprint Cup Team haben, namens „HScott Motorsports“.

Und schon zu Saisonbeginn machte sie allen klar, warum sie es verdient hat in das NASCAR Next Programm aufgenommen zu werden. Auf dem berühmten Short Track in New Smyrna fuhr sie auf den sechsten Platz, ebenso ein paar Tage später in Daytona, wo seit 2013 während den Speedweeks ein kleiner Short Track auf der Gegengeraden gebaut wird.

Das Highlight dieser Saison ist allerdings noch gar nicht all zu lang her. Im Rahmen der Nationwide Series am vergangenen Wochenende fuhr auch die K&N Pro Series East gemeinsam mit der K&N Pro Series West auf dem Iowa Speedway, ein 150 Runden Event auf der 0,875 Meilen langen Rennstrecke. Von Startplatz 16 aus knüpfte sie sich einen nach dem anderen vor und jagte zum Schluss Brandon Jones bis ins Ziel, doch der Turner Scott Motorsports Fahrer konnte sich erfolgreich verteidigen.

„Ich habe wirklich gedacht das wir ein wenig schneller sind als Brandon [Jones] und das wir ihn uns am Ende noch holen können. Beim letzten Restart habe ich leider meine Reifen ein wenig durchdrehen lassen und habe so ein bisschen Zeit verloren, als ich mit Cole [Custer] gekämpft habe,“ so Ruston über die Schlussphase auf dem Iowa Speedway.

„Wir verbessern uns Woche für Woche und ich bin sehr glücklich über diesen zweiten Platz,“ erklärt Kenzie Ruston gegenüber den Journalisten nach dem Rennen weiter. „Wir mussten von Startplatz 16 starten, also ist das für mich ein kleiner Sieg am Ende des Tages. Aber ich wusste das unser Wagen im Practice gut war und das wir im Rennen stark sein werden.“

Mit diesem tollen Ergebnis kletterte sie auf Platz 6 im Gesamtranking, 103 Punkte hinter dem 17-jährigen Ben Rhodes, ein weiteres, sehr vielversprechendes Talent im NASCAR Sport.

Die Karriere von Kenzie Ruston nimmt also so langsam richtig Fahrt auf, obwohl diese recht ungewöhnlich begann. Während die meisten Talente schon mit einem Alter von fünf, sechs oder sieben Jahren begannen Rennen zu fahren, entdeckte Ruston ihre Leidenschaft für den Motorsport erst mit 14 Jahren, als sie in einem Bandolero Wagen ihre ersten Rennen fuhr.

Nicht lang dauerte es bis sie Rennen gewann und der Traum von einer professionellen Rennfahrer-Karriere entflammte. Sie fuhr überwiegend auf dem kleinen Oval auf der Start/Ziel Geraden des Texas Motor Speedways und konnte sich schnell durchsetzen. Zwei Jahre später wechselte sie auf die leistungsstärkeren Legends Cars und dies relativ erfolgreich. 2009 gewann sie sieben Meisterschaften innerhalb der Legend Cars Szene!

Ein Jahr später ging es dann zu den Super Late Model Wagen und durfte auf dem Lucas Oil Raceway ihr erstes Super Late Model Rennen gewinnen, was sie als ihren stolzesten Moment in ihrem Leben beschreibt. 2011 führte sie es in die ARCA Serie und konnte gleich in ihrem ersten Rennen Geschichte schreiben: Als erste Frau sammelte sie Führungsrunden und beendete das Rennen in den Top 10, was eine Milka Duno in weitaus besserem Material bis heute noch nicht geschafft hat.

Alles in allem ist die in Oklahoma geborene Kenzie Ruston ein tolles und spät entdecktest Talent. Wenn sie weiterhin gefördert wird und ein wenig Glück in den nächsten paar Jahren hat, könnten wir sie vielleicht schon bald Live auf dem Fernseher während eines Truck, Nationwide oder gar eines Sprint Cup Rennen beobachten. Und wer weiß, vielleicht übernimmt die 22-jährige irgendwann mal die Rolle einer Danica Patrick und stärkt den Status der Frauen in der NASCAR und des Motorsports generell weiter!

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(C) KenzieRuston.com und 51Sports
 

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