Earnhardt Jr.: Freundin und Freunde haben ihn auf den richtigen Karriereweg gebracht

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In 2009 und 2010 erlebte Dale Earnhardt Jr. seine dunkelsten Rennfahrer-Tage. Jetzt ist Dale Earnhardt Jr. so gut wie noch nie, dank seiner Freundin und Freunde.

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Sieger Burnout – (c) NASCAR Media

Als Dale Earnhardt Jr. am Sonntag die Ziellinie als erster vor dem heranstürmenden Kevin Harvick erreichte, bebte der Pocono Raceway auf jedem einzelnen Quadratmeter. Die Fans auf der Hauptribüne, die neben der längsten Geraden des NASCAR Sprint Cup Kalenders steht, tobten und standen seit dem Zeitpunkt als der populärste NASCAR Fahrer die Führung von Roush Fenway Racing Fahrer Greg Biffle in Runde 147 übernahm. Die Rednecks im Infield feiern sowieso immer und die NASCAR selber freute sich wahrscheinlich auch ein wenig, über den Sieg des so wichtigen Fahrers.

Tipp: „Pocono Sweep für Dale Earnhardt Jr.!“ – Rennbericht

Dank der zahlreichen Kameras von US-Fernsehsender ESPN durfte man wie schon bei dem großen Daytona 500 Erfolg im Februar dieses Jahres hautnah während der Outlap, den Burnouts und anderen Siegesfreuden beobachten. Ähnlich wie in Daytona sah man ihm die Freude an. Es war pure Freude, reale Freude. Freude, die diesen Sport so groß und einzigartig machen, weil er nicht garantiert ist aufgrund der sehr hohen Wettbewerbsdichte.

Doch spätestens als Dale Earnhardt Jr. in der Victory, noch sitzend in seinem „Michael Baker International“ Chevrolet SS von Hendrick Motorsports, das überreichte Smartphone entgegennahm, wusste spätestens jeder das dieser „Pocono Sweep“ mehr als nur ein Sieg für Earnhardt Jr. war: Am anderen Ende saß sein Chef höchstpersönlich, Rick Hendrick, der seinem Schützling zum Sieg gratulieren wollte. Der 39-jährige verdrückte ein paar Tränen und bedankte sich bei seinem Chef vom ganzen Herzen und sagte auch, dass er dies nie in seinem Leben vergessen wird.

Um das allerdings verstehen zu können, muss man einige Jahre in die Vergangenheit reisen.

Zur Sprint Cup Saison 2008 wechselte Earnhardt Jr. mit schweren Herzens von dem Team, welches einst seinem Vater gehörte, zu dem Power-Team von Rick Hendrick . Die Erwartungen waren groß, noch größer als sie ohnehin schon für den Sohn einer NASCAR Legende sind. Sie waren berechtigt, schließlich gilt Hendrick Motorsports schon seit drei Jahrzehnten zu einem der besten Teams, welches dieser Sport zu bieten hat. Haufenweise talentiertes Personal, riesige Shops in denen die Wagen aufbereitet werden, jede Menge Geld und Champions als Teamkollegen. Ein echtes Dreamteam eben.

Aber nach einem Sieg im Budweiser Shootout während den Speedweeks von Daytona und einem Sieg in Michigan während der Saison folgte nichts mehr. Er beendete seine Debüt Saison bei Hendrick auf dem zwölften Platz, um dann 2009 und 2010 sogar den Chase um Längen verpasste. Die Frustration war so groß das Junior am Sonntag sogar sagte, dass „Rick Hendrick jedes Recht gehabt hätte, ihn zu ersetzen und keiner was gesagt hätte“.

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Dale Earnhardt Jr. und Steve Letarte – (c) USAtoday

All die Belastung sah man Dale Earnhardt Jr. an. In Interviews sagte er mit gesenkten Kopf wenig und Selbstvertrauen suchte man vergeblich. Rick Hendrick allerdings war von dem Talent das in Junior stecke überzeugt und wechselte häufiger das Personal der #88 aus, um im Winter 2010 den Crew Chief Lance McGrew mit Steve Letarte auszutauschen. Letarte, zuletzt bei Jeff Gordon, galt und gilt immer noch als ein hervorragender Motivator. Eben genau der richtige Mann, den sein Fahrer brauchte. Der Rest ist Geschichte. Während seinem Victory Lane Interview, und nicht nur Sonntag, strahlte er über das ganze Gesicht, hatte Adrenalin und das Selbstvertrauen ist in Hülle und Fülle vorhanden; zurecht.

Drei Saisonsiege hat Junior in diesem Jahr auf seinem Konto (so viele wie in den Jahren 2006 bis 2013 zusammen) und ein Ende ist in meinen Augen noch lange nicht in Sicht. Der Schlüssel zum Erfolg ist das nahe Verhältnisse zu seinen Crew Leuten, die längst Freunde von ihm sind.

„Wir alle haben das gemeinsame Interesse immer besser zu werden und wir möchten uns gegenseitig dabei helfen,“ erklärt Dale Earnhardt Jr. auf der Pressekonferenz nach dem spannenden Pocono Rennen. „Wir möchten jeden einzelnen glücklich sehen und jedem einzelnen den Tag und die Arbeit so einfach wie nur möglich zu gestalten und gleichzeitig besser zu werden. All das was wir machen, machen wir für uns gegenseitig. Das Team funktioniert wie kein anderes in diesem Sport.“

Doch nicht nur das Team hat große Einflüsse auf Dale Jr., sondern auch seine Familie und inbesondere seine Freundin Amy Reimann: „Mein Privatleben ist großartig. Amy und ich haben eine tolle Partnerschaft und ein gutes, gemeinsames Leben. Auch meine Mutter und alle anderen zu Hause sind einfach nur fantastisch und haben mir durch die schwere Zeit geholfen. Heute warten sie auf uns, bis wir immer nach Hause zurückkehren.“

Viele sagen Dale Earnhardt Jr. sei wieder zurück. Andere sagen, das Dale Earnhardt Jr. besser als je zuvor ist und in meinen Augen ist das keinesfalls eine Übertreibung. Der Rennfahrer aus Kannapolis, North Carolina hat das stärkste Team hinter seinem Rücken und hat genug Selbstvertrauen, um den Abgang von Steve Letarte am Ende des Jahres zu verkraften und kompensieren. Doch noch ist das Jahr nicht vorbei und eine gemeinsame Mission der beiden steht noch aus: Die Meisterschaft in Homestead-Miami zu gewinnen.

 

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