Wohin die Reise, Herr Edwards?

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Carl Edwards wird Roush Fenway Racing nach diesem Jahr verlassen. Zu welchem Team ist noch ungewiss.

Michigan 250 - Practice
Die Zukunft: Trevor Bayne – (c) NASCAR Media

Am Sonntag Morgen, vor dem zweit wichtigsten Rennen des Jahres – das Brickyard 400 in Indianapolis -, ließ Roush Fenway Racing endlich die Katze aus dem Sack und verkündete das Fahrer Line-Up für die kommende Saison. Es gab viele Gerüchte rund um die Ford Veteranen Carl Edwards und Greg Biffle und spätestens seit dem Trevor Bayne als Vollzeit-Fahrer für die kommende Saison offiziell bestätigt wurde, war jedem klar das einer von den beiden am Ende dieses Jahres gehen wird.

Das Greg Biffle Jack Roush loyal bleibt und versuchen wird, das Ruder gemeinsam mit den beiden jungen, aufstrebenden Talenten Ricky Stenhouse Jr. und Trevor Bayne rumzureißen. Schließlich war die Performance nach der knappen Titelniederlage seitens Carl Edwards von 2011 gegen Tony Stewart zu Wünschen übrig und war wohl auch der Grund für Carl Edwards, sein langjähriges und bisher einziges Team im NASCAR Sprint Cup zu verlassen. Mit 34 Jahren ist er nun im besten Alter eines NASCAR Piloten und er wolle nach seiner Karriere nicht die Frage hören, wie es gewesen sei „diese Chance nicht wahrzunehmen?“. So die Begründung des talentierten Fahrer von seinem freiwilligen Abgang von Roush Fenway Racing.

Für Roush Fenway Racing ist der Abgang natürlich ein herber Rückschlag, doch nichts wovor man Angst haben müsse, meint der Chef höchstpersönlich, Jack Roush: „Es ist nicht viel anders, als Mark Martin uns verlassen hat und wir mit Greg [Biffle] und Carl [Edwards] alleine waren. Wir sind in diesem Business nun schon 27 Jahre und wir haben unsere Erfahrungen gemacht, wie man neue und vor allem junge Fahrer richtig in den Cup einführt. Wir haben insgesamt 23 Fahrer in die NASCAR gebracht, 19 von denen sind immer noch im Sport und 17 haben Rennen gewonnen. Vielleicht haben wir nun mehr Rookies, doch Ricky [Stenhouse Jr.] und Trevor [Bayne] werden das gemeinsam mit Greg fantastisch machen. Ich bin sehr aufgeregt und zuversichtlich über unsere Zukunft.“

Das Greg Biffle bleibt ist nicht verwunderlich. Mit 44 Jahren ist die Karriere des sympathischen US-Rennfahrer mindestens im Herbst und mit Roush Fenway Racing hat er in den zwölf Jahren ein Plätzchen gefunden, wo er über seine Fahrerkarriere hinaus immer ein Job finden wird. Wieso sollte man solch ein gegenseitiges Vertrauen aufgeben? Nun wird und muss Biffle die Rolle des Leaders übernehmen und den beiden jungen Fahrern Stenhouse Jr. und Bayne mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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(c) Turner Media

Während nun bei Roush Fenway Racing in der Öffentlichkeit alles klar ist, bleibt es bei Carl Edwards erst einmal nur bei Vermutungen, wohin seine Reise im nächsten Jahr gehen können. Doch alles deutet auf ein Wechsel in einen vierten Wagen bei dem Toyota Team Joe Gibbs Racing, die vor zwei Jahren schon Matt Kenseth von Roush Fenway Racing aufgenommen haben und das relativ erfolgreich.

Lange Zeit war Team Penske in den Medien zu hören, doch folgende Aussage von Ford sollte diese Gerüchte ein für alle mal beenden: „Carl Edwards war über ein Jahrzehnt ein Teil unserer Ford Familie und es ist schade, [highlight]dass er Ford und Roush Fenway Racing verlassen wird[/highlight]. Wir haben alles getan um ihn bei uns zu behalten, doch letztenendes fruchteten die Anstrengungen nicht,“ so Jamie Allison, der Direktor von Ford Racing.

Sollte Carl Edwards nun tatsächlich zu Joe Gibbs Racing wechseln, stellt ich mir persönlich eine simple Frage: Gelangt er dadurch tatsächlich einen Vorteil?

Bei Roush Fenway Racing genoss der Superstar den Status eines Leaders, der stets das beste Equipment von Ford und Roush Fenway bekam. Man möge dies vielleicht bezweifeln, doch es ist die größte Schwäche von Ford in der NASCAR, dass man sich größtenteils auf ein Team konzentriert und dieses Team hieß Carl Edwards. Nun wechselt Edwards zu (angenommen) JGR – ein Toyota Team – und in dieser Organisation wird er einer von vieren sein. Mit Denny Hamlin, Kyle Busch und Matt Kenseth hat er drei Teamkollegen, die jedes Jahr um die Meisterschaft fahren können und in der Lage sind, zu jeder Zeit und am jeden Ort das Rennen zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass JGR bisher noch kein viertes Team aufgenommen hat. Es wäre eine Premiere, ähnlich wie bei Stewart Haas Racing in diesem Jahr, wo sich die guten Leistungen überwiegend nur auf einen Fahrer beschränken: Kevin Harvick. Kurt Busch dagegen befindet sich momentan lediglich auf dem 25. Gesamtplatz als der Fahrer hinter dem vierten Team. Ein weiteres Beispiel für ein schwächelndes viertes Team ist Kasey Kahne von Hendrick Motorsports in diesem, aber auch in den letzten beiden anderen Jahren.

Alles in allem wird es sehr spannend zu beobachten sein, wie sich Carl Edwards in einem neuen Team machen wird und ob dies die richtige Entscheidung gewesen war.

 

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