Top 5: Die größten Momente von Indianapolis

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20 Jahre ist es nun her, als die NASCAR erstmals das Brickyard 400 auf dem weltberühmten Indianapolis Motor Speedway austrug. In 20 Jahren wurden auf dem Brickyard Stars zu Superstars und Superstars zu Legenden. Viel ist in der relativ noch jungen Tradition passiert und wir wollen noch einmal, die fünf größten Momente in der Geschichte des Brickyard 400 herauspicken!

P5: Kurt Busch vs. Jimmy Spencer – Brickyard 400 2002

Die damalige Rivalität zwischen Kurt Busch und Jimmy Spencer war wohl eine der größten im NASCAR Sport. Fast zwei Jahre lang trugen sie ihren Kampf verbal und auf der Strecke aus, was im August 2003 dann sogar in eine einwöchige Suspendierung für den hitzigen Jimmy Spencer endete, nachdem er Kurt Busch in Michigan ein blaues Auge verpasste. Wie auch immer: Auch im Brickyard 400 gerieten die beiden temperamentvollen Fahrer aneinander, als Spencer den noch jungen Kurt Busch der auf dem Weg zur Führung war, in die Mauer schob. Busch stieg aus und ließ seinen Ärger freien Lauf. Das alles im wichtigsten und größten Rennen – neben dem Daytona 500 – in der NASCAR Saison!

P4: Paul Menard gewinnt für die Familie – Brickyard 400 2011

Paul Menard ist nicht unbedingt ein Pilot, welcher in der Vergangenheit mit vielen Siegen gesegnet wurde und ein Fanfavorit ist er auch nicht unbedingt. Schon früh in seiner NASCAR Karriere wurde der mittlerweile 33-jährige als einer von vielen erfolglosen Paydriver abgestempelt, der den „wahren Talenten“ das Cockpit klaue. Auch heute noch hat das der Sohn von Multi-Milliardär und Unternehmer John Menard auf seiner Schulter zu tragen, doch vor genau drei Jahren fuhr der aus Wisconsin stammende Rennfahrer das Rennen seines Lebens.

Jahrzehntelang versuchte sein Vater das Indianapolis 500 in der IndyCars als Team Owner das größte Rennen der Welt zu gewinnen – vergeblich. Als sein Sohn dann im Brickyard 400 geführt hätte, wäre sein Herz „1000 mal in der Minute geschlagen“. Schließlich war kein geringerer als Jeff Gordon seinem Sohn auf den Versen und holte teilweise mehr als zwei Sekunden pro Runde auf. Doch am Schluss gewann der Richard Childress Racing Fahrer und nahm im Namen der Familie Revanche am Indianapolis Motor Speedway.

John Menard jedenfalls, wird diesen Tag in seinem Leben niemals vergessen: „Es ist unglaublich und ein noch unglaublicherer Ort. Unsere Familie hat hier so viel Zeit verbracht und nun holt Paul den ersten Sieg für uns und für sich ausgerechnet hier…, es ist einfach nur unglaublich.“

P3: Goodyear’s Reifendebakel – Brickyard 400 2008

2008 sollte das Brickyard 400 seinen Wendepunkt erleben. Zwar sanken die Zuschauerzahlen schon in den Jahren zuvor ein wenig, doch das Rennen im Jahre 2008 sollte das Fass zum Überlaufen bringen.

Es war das Jahr, als der NASCAR Sprint Cup seine erste volle Saison im neugebauten und sicheren „Car of Tomorrow“ fuhr, was für Goodyear eine immense Herausforderung darstellte, da man wenige bis gar keine Daten für die Herstellung der Reifen hatte. Durch den besonderen Rillenasphalt des Indianapolis Motor Speedway verkalkulierte man sich ganz einfach bei der Reifenabmischung – liebe Grüße nach Michelin und der Formel 1 – und das Debakel nahm seinen Lauf.

Viele Top-Fahrer wie Kurt Busch, Harvick, Montoya oder Kenseth mussten harte Unfälle während dem Rennen einstecken und das Rennen entwickelte sich zu einem Überlebenskampf. Die NASCAR musste nach zehn bis zwölf Runden das Pace Car auf die Strecke schicken, um den Teams und Fahrern die Chance zu geben, sich neue Reifen abzuholen. Auch in den finalen Runden seien die Fahrer nur 80% Vollgas gefahren aufgrund der Angst, einen Reifenschaden zu erleben. Viele Fans sind noch heute über das Rennen sauer und kehrten nie wieder zurück zum Brickyard 400.

P2: Tony Stewart erobert Indianapolis – Brickyard 400 2005

Wenn 200.000 Zuschauer einen bestimmten Namen rufen, dann weiß man, dass etwas großes passiert ist. Während Tony Stewart ein Sieg im Indianapolis 500 verwehrt blieb, konnte er sich im Jahre 2005 dennoch unsterblich in Indianapolis machen. Der Lokalmatador konnte den führenden Kasey Kahnen in den letzten fünfzehn Runden erfolgreich überholen und fuhr sicher und souverän zum Sieg – die Menge tobte. Emotional kletterte Tony Stewart auf der Start Ziel Geraden aus seinem Wagen und kletterte gemeinsam mit seiner Crew den Fangzaun hinauf; Bilder für die Ewigkeit! Der Sieg sollte der Grundstein für den Weg zur ersten Meisterschaft in Miami sein.

P1: Das NASCAR Debüt in Indianapolis – Brickyard 400 1994

Nach Reifentests im Vorjahr, war für 1994 dann alles angerichtet: Der NASCAR Winston Cup (heute Sprint Cup) sollte auf dem Indianapolis Motor Speedway debütieren und die Vorfreude war schon beim Saisonstart im Februar vorhanden. Noch nie fuhren Stockcars auf der Strecke, die eigentlich den IndyCars vorbehalten war. Doch das sollte sich 1994 im großen Stile ändern.

Die erste Brickyard 400 Ausgabe war und wird für immer das größte Rennen der NASCAR sein und des Motorsports. Bis zu 300.000 Zuschauer waren vor Ort, Millionen vor dem Fernseher und über 85 (!) Fahrer versuchten sich für die 43 Startplätze zu qualifizieren.

Und die Show die die Fahrer den Fans boten war einzigartig. Schon in der Qualifikation schockte ein Rick Mast die Massen, als er in der #1 die Pole Position holte – ein Wagen, der durch den Verkauf eines Aberdeenrind finanziert wurde. Und das Rennen selber bot noch mehr. Von Positionskämpfen zwischen Legenden wie Dale Earnhardt, Bill Elliott, Rusty Wallace, über einen absichtlichen Unfall zwischen den Bodine Brüdern und einen unglaublichen Kampf um die Führung zwischen Ernie „Swervin'“ Irvan und dem 23-jahre jungen Jeff Gordon, der seine Kindheit in Indianapolis verbrachte. Ein Reifenschaden seitens Irvan entschied dann das Rennen zugunsten Jeff Gordon.

Dieses Rennen war ein einziges Spektakel, welches in dieser Form nie, nie, nie, nie, nie wieder geben wird.

 

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