Dreckig wird es! Das Mudsummer Classic 2014

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Die Truck Series kehrt mit dem Mudsummer Classic zurück – ein Event, welches niemand verpassen sollte! 

mudsummer2014_carcash_4cEs war eine historische Nacht, als die NASCAR – besser gesagt die NASCAR Camping World Truck Series – vor gut einem Jahr das erste „Mudsummer Classic“ Event auf dem Eldora Speedway veranstaltete. Schließlich kehrte der größte Stockcar Verband der Welt nach unglaublichen 43 Jahren erstmals wieder auf einen sogenannten „dirt track“ zurück. Die Vorfreude war riesig, Fans kamen aus aller Welt und das Produkt, sprich das Racing, war einwandfrei bis phänomenal.

Durch die sehr vielen, positiven Äußerungen seitens der Fahrer und Fans entschied sich die NASCAR relativ schnell dafür, auch dieses Jahr wieder das Event ausfahren zu lassen und wie schon im letzten Jahr, findet es mitten in der Woche statt. Für uns europäische Fans bedeutet dies, dass man in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag aufbleiben muss; Glück für diejenigen unter uns, die Urlaub eingereicht haben!

Während der Termin der gleiche geblieben ist, gibt es am Event selber ein paar Regeländerungen die insbesondere die Qualifikations-Rennen für das 150 Runden lange Hauptevent betreffen. Die „Heat“ Rennen in denen sich die 32 Fahrer für das „Feature“ Rennen qualifizieren können, wurden von je acht Runden auf je zehn Runden aufgestockt, um den Fans noch mehr Racing bieten zu können.

Auch die kritisierte Boxenstopp-Regel in den zwei Pausen – das Rennen ist in drei Segmente eingeteilt – wurde überarbeitet. Waren die Boxenstopps im letzten Jahr noch vorgeschrieben, können in diesem Jahr die Fahrer und Teams selber entscheiden, ob sie in die Box kommen möchten, um beispielsweise neue Reifen und/oder Reparaturen vorzunehmen. Dies könnte insbesondere für die Fahrer wichtig werden, die von weit hinten starten werden, schließlich kann ein Überholmanöver auf dem Eldora Speedway in einem Chaos enden.

Chad Little, „Managing Director“ der Truck Series, erklärt den Hintergrund der relativ kleinen Anpassungen am Reglement: „Wir sind der Meinung, dass wir mit der Verlängerung der Qualifikations-Rennen noch mehr Spannung für die Fans aufbauen. Auch möchten wir etwas mehr Strategie im Hauptrennen haben: Nun müssen die Teams in den Wettbewerbs-Gelbphasen nicht mehr in die Box falls sie nicht möchten; diese kommen in den Runden 60 und 110.“

Nicht verändert haben sich die Qualifikations-Möglichkeiten für die Fahrer. Wie schon im vergangenen Jahr steht als erstes ein normales Qualifying nach Zeit statt, in der jeder der der 32 Fahrer einzeln für zwei schnelle Runden auf das 0,5 Meilen kurze Dirt-Oval begeben darf. Das Ergebnis ist automatisch die Startaufstellung für die insgesamt fünf „Qualifying Races“ die nun über 10 Runden gehen.

Die Top 5 aus der Zeiten-Quali werden auf die fünf Rennen aufgeteilt, damit jeder der fünf Fahrer in seinem Quali Rennen auf der Pole Position starten darf. Danach werden die Quali Rennen nach der Ergebnisliste des vorherigen Zeitfahrens aufgefüllt. Die je besten fünf Trucks nach 10 Runden ziehen dann in das Hauptrennen („Feature“) ein. Für diejenigen, die sich noch nicht qualifizieren konnten, gibt es noch eine zweite Chance. Im „Last Chance Race“ werden alle Fahrer fahren, die nicht unter den besten fünf in ihrem Quali-Rennen waren und werden dann um die Startpositionen 26-29 des „Feature“ fahren. Der 30. und letzte Startplatz ist für ehemalige Truck Series Champions reserviert. Falls sich allerdings alle Champions schon davor qualifiziert haben sollte, geht der Startplatz an den fünften Platz des „Last Chance Race“.

Lange Rede, kurzer Sinn: Insgesamt dreißig Fahrer werden am Hauptrennen teilnehmen welches in drei Segmente eingeteilt ist (60, 50 und 40 Runden). Falls jemand das ganze Prozedere nicht verstanden haben sollte, hat die NASCAR noch eine fesche Grafik vorbereitet, die auch notwendig ist in dem doch leicht komplizierten System.

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Die Entry Liste beinhaltet auch in diesem Jahr wieder prominente Namen, allen voran natürlich der junge Austin Dillon. Der Richard Childress Racing Pilot der mittlerweile die #3 im NASCAR Sprint Cup fährt, ist der letztjährige Sieger des „eigenartigen“ Events und freut sich demnach natürlich auf die Rückkehr auf das Dirt-Oval, welches übrigens Tony Stewart gehört. Auch Kyle Larson, der im letzten Jahr nur knapp geschlagen wurde, wird wieder um den Sieg kämpfen. Durch seine Dirt-Track-Wurzeln wird er automatisch zum engeren Favoritenkreis gehören, was die Performance im letzten Jahr auch bestätigte. Ganze 51 Runden konnte der Sprint Cup Fahrer das Feld anführen, um dann von seinem diesjähreigen „Rookie of the Year Award“ Konkurrenten geschlagen zu werden.

„Ich denke wir werden eine gute Chance haben, dass Rennen zu gewinnen,“ meint Kyle Larson im Hinblick auf das Event. „Wir fahren sehr schnell im letzten Jahr, allerdings machte ich einige Fehler und gab Austin [Dillon] genug Chancen, um das Rennen zu gewinnen. Die nahm er natürlich wahr und nutzte sie erfolgreich. Ich muss ein wenig klüger an die ganze Sache rangehen und werden wir hoffentlich siegen,“ so seine Kampfansage an die Konkurrenz.

Im (persönlichen) Vordergrund steht aber natürlich seine Rückkehr zum Dirt Racing: „Ich habe nicht mehr viele Chancen, um viel Dirt Racing zu betreiben. Da ist es natürlich toll in der Truck Series auf Eldora fahren zu dürfen. Das wird meinen Durst nach Dirt-Racing immerhin ein wenig stillen,“ lächelte Larson, der schon einige Rennen am Eldora Speedway gewinnen konnte. Neben ihm und Dillon, wird auch Michael Annett aus dem Sprint Cup dabei sein.

Mit Norm Benning wird auch dieses Jahr einer der letztjährigen „Mudsummer Helden“ wieder dabei sein. Der 62-jährige Rennfahrer gewann vor einem Jahr die Herzen der Fans, als er sich im „Last Chance Race“ mit einer kämpferischen Leistung gegen Clay Greenfield zwar den gesamten Wagen beschädigte, sich aber immerhin für das „Feature“ Rennen qualifzierte!

Auch sonst fährt er in der Truck Series einige Rennen während der Saison, spielt dabei allerdings keine all zu große Rolle, da das Material um längen unterlegen ist. In Eldora aber, sollte das keine Rolle spielen: „Pferdestärken und Aerodynamik spielt hier keine große Rolle. Du fährst hier einfach, verbiegst deinen Wagen hier und da und suchst nach den richtigen Lücken zum Überholen. Es macht richtig Spaß,“ so Benning über das Racing in Eldora.

Doch letztes Jahr gab es noch mehr als die Underdog Story rund um Norm Benning. Als der Wagen in der Box ankam, sah man die zahlreichen Schäden an der #57 von Benning und mit seinen eigenen Ressourcen wäre der Wagen womöglich niemals durch das 150 Runden lange Hauptrennen gekommen. Allerdings kam Rettung in Not: Viele Teams wussten das das Geld beim leidenschaftlichen Racer knapp ist und halfen somit tatkräftig mit, den Wagen wieder auf Vordermann zu bringen. Norm Benning konnte sein Glück kaum fassen: „Ich konnte es nicht glauben, als gefühlte hundert Crew Leute an meinem Wagen standen und rumhämmerten – viele davon kannte ich überhaupt nicht. Es war einfach nur unglaublich und es hat mich gerührt, dass ich diesen Respekt bekam. Ich bin heute noch dankbar für die Hilfe.“

Auch Streckenowner Tony Stewart berührte diese Ereignisse sehr und beschreibt es als „den besten Moment des ganzen Events“. Um seinen Fahrerkollegen finanziell auszuhelfen, kaufte Tony Stewart vor einigen Tagen den originalen Eldora-Truck vom letzten Jahr, damit Norm Benning einen neueren und somit besseren Chevrolet Truck besorgen kann.

Der Wagen wird als Ausstellungsstück der Strecke fungieren. „Es war mir wichtig, einfach nur der Geschichte des Events wegen,“ so Stewart. „Ich bin mir nicht sicher ob jeder den Sieger des Rennens kennt, aber die Geschichte rund um Norm [Benning] kennt jeder. Also dachte ich mir, dass ich Norm helfen kann indem ich seinen alten Truck kaufe und er sich von dem Geld einen neueren kaufen kann und damit wir ein Stück Geschichte haben. Mir war das ziemlich wichtig,“ erklärt Stewart.

Alles in allem ist die Vorfreude also groß und das Prestige des Events wächst. Wer tatsächlich Donnerstag frei hat oder generell eine Nachteule ist, der sollte sich die Rennaction vom Eldora Speedway auf keinen Fall entgehen lassen. Mehr Oldschool und ehrlichen Motorsport geht einfach nicht mehr und genau das ist es ja, was man im heutigen Motorsport leider oftmals vermisst!

Zeitplan (Mittwoch, den 23. Juli 2014)

  • 16:00 Uhr – Training
  • 17:30 Uhr – Letztes Training
  • 23:00 Uhr – Qualifikation (Zeit)
  • 01:00 Uhr – Qualifikation (Rennen)
  • 03:00 Uhr – Hauptrennen

Alles Live auf FOX Sports 1. Wir in Europa müssen leider auf einen Internet-Stream ausweichen.

 

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