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Beton-Pechvogel McMurray: Hätte die NASCAR den Wagen reparieren lassen sollen?

Nach dem Treffer eines Betonklotzes hatte der Wagen von Jamie McMurray signifikanten Schaden, doch die Crew durfte die #1 gemäß den Regeln unter Rot nicht reparieren. Die richtige Entscheidung?

In Runde 160 des vierhundert Runden langen Rennen namens “FedEx 400” am Sonntag auf dem Dover International Speedway lautete die große Preisfrage für kurze Zeit “Was hat Jamie McMurray in Turn 2 getroffen?”. Sah es zuerst nach einer üblichen Bierdose aus den Zuschauerrängen (oder der Offiziellen/Fahrer; man weiß ja nie in der NASCAR) aus, entpuppte sich die vergleichsweise harmlose Dose in ein Klotz Beton, der sich vom Streckenbelag Ausgangs Kurve 2 löste und hervorstand. Diesen traf Jamie McMurray mit voller Wucht und löste damit nicht nur die zweite rote Flagge des Tages aus, sondern beschädigte seine Front auch noch so stark, dass es zu einem signifikanten Nachteil für den All-Star Race Sieger wurde.

Das eine NASCAR Strecke wortwörtlich auseinander bricht, gab es in der Vergangenheit schon öfters. So traf zum Beispiel Jeff Gordon ebenfalls ein Stück Beton im Jahre 2004 auf dem Short Track in Martinsville, dessen Wagen ebenfalls vorne am Splitter hart lädiert wurde. Auch im Jahr 2005 auf dem Charlotte Motor Speedway machte der Asphalt schlapp und Daytona erwischte es im Jahre 2010 am schlimmsten, als die NASCAR Offiziellen zwei mal für insgesamt zwei Stunden die Strecke während dem Daytona 500 – dem wichtigsten Rennen der Saison – flicken musste.

Jeff Gordon durfte seinen Wagen an jenem Tag in 2004 unter großen Diskussionen nicht reparieren, ebenso Jamie McMurray am Sonntag. Grund: Die V8 Boliden dürfen unter der roten Flagge unter keinen Umständen verändert werden. Doch ist es in solchen Härtefällen fair gegenüber dem Fahrer bzw. dem Team? Schließlich kann das Team und der Fahrer am aller wenigsten dafür, wenn die Strecke nachgibt und dies zu Beschädigungen führt.

Am Montag, ein Tag nach dem Rennen, äußerte sich Wettbewerbs-Direktor Robin Pemberton zu der Entscheidung und erklärte die Sicht der NASCAR:

“Das Problem ist, dass wir in der kurzen Zeit nicht feststellen können, was genau durch den Vorfall kaputt gegangen ist. Was bei dem Splitter anfängt, kann schnell ein beschädigter Querlenker werden. Doch woher wissen wir, ob der Querlenker nicht schon vorher beschädigt war?”

Eine durchaus plausible Erklärung des erfahrenen Pembertons, die Rookie Crew Chief Keith Rodden von Jamie McMurray schlucken musste.

“Wir möchten keine Grauzone öffnen, bis dann regelmäßig Crew Chiefs vor der Tür stehen, um alles Mögliche zu versuchen, um eine Beschädigung ohne Verlust reparieren zu dürfen, nur weil zum Beispiel die Mauer nicht ihren Job getan hat. Oder Bodenwellen der Strecke usw.,” so Robin Pemberton weiter.

Allerdings kann sich die NASCAR auch von einer anderen Seite zeigen: Als in den Einführungsrunden des 500 Meilen Rennens in Texas vor einigen Wochen die Jet Dryer in kurioser Art und Weise einige Wagen beschädigte (durch die enorme Windkraft klappten die “flaps” hoch), verlängerte die NASCAR die Einführungsphase und ließ die Crews der betroffenen Fahrer die Wagen reparieren, ohne eine Position zu verlieren. Geht man allerdings wieder ein Jahr zurück und schaut sich den Kamera-Kabel-Vorfall mit Kyle Busch an, dann erkennt man, dass die M&M’s Crew den Toyota Camry in der Rotphase mit der Startnummer 18 nicht reparieren durfte. Gilt also die Faustregel “Wenn mehr als ein Wagen beschädigt wird, lassen wir die Jungs die Boliden reparieren!”?

Denkt man über beide Seiten nach, kommt man schnell zu dem Entschluss, dass dies eine schwierige Frage ist. Doch die NASCAR muss etwas tun, um solche Diskussionen in Zukunft zu vermeiden und für alle Beteiligten ganz genau klar zu machen, wann etwas erlaubt ist und wann nicht. Zur Zeit und auch in der Vergangenheit jedenfalls, sind solche Entscheidungen zu inkonstant gewesen, was auf alle Fälle geändert werden muss!

 

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