Erwartete Dominanz: Johnson gewinnt auch in Dover

0
104

Jimmie Johnson wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt zum neunten Mal ein Rennen in Dover. Zwei rote Flaggen unterbrachen das Rennen kurzzeitig.

Was im Vorfeld schon erwartet wurde, trat am Sonntag dann auch ein: Dover-Spezialist und Hendrick Motorsports Fahrer Jimmie Johnson konnte wie schon beim längsten Rennen der Saison, das Coca Cola 600, auch auf der eine Meilen kurzen Strecke in Dover seinen Stempel aufdrücken. Dies ist für den amtierenden Sprint Cup Champion der insgesamt neunte Sieg und steht damit an der Spitze der Siegerliste des Dover International Speedway, auf dem seit der Saison 1969 mindestens ein Rennen im Jahr veranstaltet wird.

Mit sagenhaften 272 Führungsrunden auf dem Papier, bei einer Rennlänge von 400 Runden, ist es kein Wunder das Jimmie Johnson mit zufriedenen Tönen in der Victory Lane seine Interviews gibt.

„Dieser Rennwagen war super schnell, einfach nur unglaublich,“ so ein glücklicher Johnson, der sich eine Woche nach Charlotte wieder in der Victory Lane findet. „Chad [Knaus, Crew Chief] hat mir vor diesem Wochenende versprochen, dass der Wagen schnell sein wird und ich wusste das dies stimmt, als wir die erste Runde am Freitag gefahren sind. Ich kann einfach nur dankbar für das ganze Team sein.“

Während das Monster „Miles“, das Maskottchen der Monster-Meile im US-Bundesstaat Delaware, dem sechsmaligen Cup Champion nichts anhaben konnte, tobte es sich früh weiter hinten aus. In Runde 135 musste das 400 Meilen Rennen zum ersten Mal mit einer roten Flagge unterbrochen werden, da auf der Gegengeraden zu viel Schrott zweier Roush Fenway Racing Wagen lag.

JTG Daugherty Racing Fahrer AJ Allmendinger versuchte in Turn eins und zwei Ricky Stenhouse Jr. in einem waghalsigen Manöver zu überholen. Da allerdings auch Stenhouse Jr.’s Teamkollege Greg Biffle ganz außen lauerte, und Stenhouse Jr. über einen übersteuernden Wagen klagte, ging ihm der Platz aus und stupste Allmendinger an der rechten Seite des Hecks ungewollt an. Dies führte dazu, dass Allmendinger im altbekannten Billard Effekt Bekanntschaft mit Biffles Ford Fusion machte und diesen wiederum in Stenhouse Jr.’s Seite schickte. Während Allmendinger mit einer tollen Rettungsaktion davon kam, war der Tag für Stenhouse Jr. gelaufen. Greg Biffle kam mit großem Schaden noch ins Ziel an; allerdings mit 108 Runden Rückstand. Zu feiern gab es aber trotzdem was: Mit diesem Resultat stellt der Roush Fenway Racing Fahrer mit 85 Rennen ohne DNF Ergebnis einen neuen Rekord auf.

Rotphase Nummer zwei gab es einige Runden später, als die Strecke nachgab. Pechvogel Jamie McMurray traf Ausgangs Kurve zwei in Runde 160 einen zuerst unbekannten Gegenstand. Was zunächst als eine Bierdose angesehen wurde, entpuppte sich allerdings relativ schnell zu einem Teil Beton der sich von der Strecke gelöst hatte. Mit routinierter Arbeit, immerhin flickte man schon Martinsville im Jahr 2004 und Daytona im Jahr 2010 zusammen, konnte das Rennen nach einer zwanzig minütigen Unterbrechung fortgeführt werden. Die NASCAR wird sich in den nächsten Wochen gemeinsam mit den Offiziellen der Strecke zusammensetzen, um sich zu beraten was als nächstes geschehen wird. Publikumsliebling Dale Earnhardt Jr., sein Tag endete mit Platz neun, hat seine ganz eigene Meinung zu dem Thema:

„Beton hat den Kampf des bevorzugten Streckenbelags vor circa 60 Jahren verloren und ich denke nicht, das sie die Strecke in der nächsten Zeit noch einmal mit Beton pflastern werden. Ich würde ein wenig nervös werden, da die Strecke so viele Teilstücke und Träger hat. Wenn sie die Strecke neupflastern, dann hoffe ich, dass sie die Strecke wieder zu einer Asphaltstrecke machen. Wir würden den Fans dann sicherlich eine tolle Show abliefern,“ so Earnhardt Jr. Der Betonbelag ist seit 1994 im Einsatz in Dover.

Ein weiterer Sieger des Tages war Joe Gibbs Racing Pilot Matt Kenseth, der nach einem starken Rennen die Führung in der Gesamtwertung von Jeff Gordon übernehmen konnte. Der erste Saisonsieg fehlt weiterhin. Ein wenig Enttäuschung konnte aber auch er nicht verbergen, nachdem er den letzten Restart sieben Runden vor Schluss verpatzte und von Bowyer einen kleinen, aber ungewollten Schubser abbekam.

„Es war ein guter Tag, denn ich dachte, dass Johnson, Harvick und Gordon zu teils, uns davonfahren würde. Alle Hendrick Fahrzeuge waren heute stark und zum Ende hin kam dann auch noch Brad [Keselowski] dazu, was die Sache nicht einfacher machte. Wir hatten einen guten, soliden Wagen, bis ich einen super schlechten Job beim letzten Restart machte. Habe leider die Reifen durchdrehen lassen und bin somit auch Bowyer nicht böse, der mich danach anschubste. Alles in allem aber ein guter Tag, an dem der beste Wagen gewann,“ so die Kurzanalyse des Cup Champion aus dem Jahr 2003.

Zwar war Kenseth auf Bowyer nicht böse, dafür allerdings Kyle Busch. Nach einigen Führungsrunden, endete das Rennen und somit der Versuch alle drei Rennen am Wochenende in Dover zu gewinnen, relativ schnell für Kyle Busch. In Runde 84 kämpften er und sein Markenkollege Clint Bowyer um die dritte Position, bis Bowyer zu weit nach oben kam und den Jüngeren der Busch Brüder in die Wand drückte. Ein normaler Rennunfall der auf die Kappe des Spotters von Bowyer geht, der ihm sagte, dass oben frei sei. Bei Busch allerdings schmorten alle Sicherungen durch und suchte während der Caution die Startnummer 15, um eine kleine Revanche verwalten zu lassen. Dies entwickelte sich zu einem Katz und Maus Spiel auf der Start Ziel Geraden, als Bowyer rechtzeitig erkannte das Busch etwas vorhatte und flüchtete erfolgreich in Richtung Pace Car. Für Busch war das Rennen aufgrund des Schadens am Auto beendet. Interviews gab er keine. Vermutlich zum eigenen Schutze…

Neben all den Vorfällen zeigte Dover ein durchaus gut anzusehendes Rennen mit viel Bewegung im Feld. Sieben Runden vor Schluss gab es den entscheidenden Restart, den Johnson ohne Probleme gewann. Hinter ihm komplettierten Keselowski, Kenseth, Bowyer und Hamlin die Top 5. Ein starker Martin Truex Jr. und Tony Stewart verpassten die Top 5 nur knapp. Auch erwähnenswert ist die Leistung von Paul Menard (P10), Kyle Larson (P11, nachdem er aufgrund eines Motorwechsels von hinten starten musste) und des Debütanten Brett Moffitt (P22), über den wir am Freitag berichteten („Brett Moffitt bereit für sein Sprint Cup Debüt„).

Dieses Wochenende geht es auf das unikate Drei-Kurven-Oval in Pocono, eine weitere Jimmie Johnson Strecke. Eine ausführliche Vorschau findet ihr wie gewohnt im Laufe der Woche!

Bilder: NASCAR via Getty Images

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.