Trotz(t) Verletzung: Jeff Gordon lässt sich nicht beirren

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Durch die Rückenverletzung die in Charlotte wiederkehrte, kehren auch die Rücktrittsgerüchte über Jeff Gordon zurück. 

Mit schmerzverzerrten Gesicht musste Jeff Gordon vergangenes Wochenende während dem Training vor dem Coca Cola 600 aus seinem Chevrolet SS aussteigen, nachdem die Schmerzen die von seinem Rücken ausgingen zu groß wurden, um einen Nichtantritt am längsten Saisonrennen zu gefährden. Mit viel Eis und Massagen wurde der Führende in der Gesamtwertung bis zum Sonntagabend wieder fit gemacht, doch verschwunden waren die Schmerzen natürlich nicht. Mit der gewohnten Leidenschaft und Kampfgeist, die Gordon jede Woche an den Tag legt, kämpfte sich der viermalige Cup Champion durch das Rennen und beendete es auf einem starken siebten Platz mit einigen Führungsrunden auf dem Konto.

Zwar traten die Rückenschmerzen schon in der Vergangenheit häufiger auf, doch so stark wie letztes Wochenende erlebte Gordon sie noch nicht, wie er den Medien am Dover International Speedway erklärt:

„Die Beschwerden die ich in den letzten Jahren hatte, waren nichts gegen das, was ich in Charlotte erlebt habe. Das die Muskeln versteifen und nicht mehr so locker bleiben…, dass ist ein Teil des Älterwerdens,“ gibt Gordon keines Wegs demütig zu.

Weiter erklärt er, dass er sich zum ersten Mal in seiner über 20-jährigen Rennfahrerkarriere für ein Rennen (dem Coca Cola 600) fit spritzen lassen musste. Was man allerdings nicht wegspritzen kann, sind die großen und breiten Diskussionen um seinen Rücktritt und diese sind auch Jeff Gordon zu Ohren gekommen.

Mit Nationwide Series Rookie Chase Elliott, der für JR Motorsports fährt und somit ein halber Rick Hendrick Pilot ist, scharrt ein neuer junger Pilot mit seinen Hufen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der 19-jährige Sohn von NASCAR Hall of Famer Bill Elliott sein durchaus verdienten Cup-Wagen bekommt.

Doch Jeff Gordon denkt noch nicht an einen Rücktritt, ist sich aber bewusst, dass wenn die Schmerzen häufiger vorkommen, er etwas tun muss.

„Eins kann ich euch sagen: Wenn das, wie in Charlotte, häufiger passiert, dann habe ich keine andere Wahl als zurückzutreten. Bis dahin könnt ihr mich aber so viel Fragen stellen wie ihr möchtet. Mein Fokus liegt nicht bei den Rücktrittsgedanken, sondern auf der Strecke und darauf, der beste Rennfahrer dort draußen zu sein.“

Klare Worte, die Gordon mit einer weiteren Aussage festigt:

„Wenn ich denke, dass es besser für mich ist aufzuhören, dann bin ich mehr als glücklich der Welt dies mitzuteilen.“

Mit dem 400 Meilen Rennen auf dem Dover International Speedway steht eines der härtesten Saisonrennen auf dem Plan aufgrund der vielen Bodenwellen in den Kurven. Mit einer guten Leistung im gestrigen Qualifying – Startplatz sechs – konnte sich der Hendrick Motorsports Pilot in eine aussichtsreiche Position bringen. Während die Leistung 100%ig stimmt, liegt der Rücken allerdings nur bei vielleicht 80%.

„Ich möchte nicht sagen das der Rücken vollständig auskuriert ist, aber es ist näher an der Normalität als letzte Woche. Ich spüre immer noch ein paar Blessuren des letzten Rennen, aber nicht mehr die schlimmen Schmerzen die ich vor dem Rennen hatte. Ich fühl mich den Umständen entsprechend gut,“ so das Statement für Dover.

Wie auch immer: Jedem Fan sollte klar sein, dass Gordon am Rücktritt so nah wie nie zuvor ist. Doch solange die Leistungen stimmen, wird das Kämpferherz des viermaligen Cup Champions nicht aufhören zu schlagen und Gordon und sein professionelles Team werden alles daran setzen, den Rücken einigermaßen im Zaum zu halten.

5-Hour Energy 400 - Qualifying
Nach wie vor ein Fanliebling: Jeff Gordon, hier in Kansas, wo er später sein erstes Saisonrennen gewinnen sollte. – (c) Jamie Squire/NASCAR via Getty Images