Befreiender Sieg für Gordon in Kansas

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In einem spannenden Finale konnte sich Jeff Gordon gegen Kevin Harvick durchsetzen. – Schwerer Unfall ging glimpflich aus.

Das erste Nachtrennen auf dem Kansas Speedway ging so zu Ende, wie es das aller erste Sprint Cup Rennen auf dem 1,5 Meiler in der Nähe von Kansas City im Jahre 2001 tat: Mit einem Sieg von Jeff Gordon! In einem abwechslungsreichen Rennen mit vielen verschiedenen Führenden war es der Hendrick Motorsports Fahrer letztendlich, der sich gegen einen bärenstarken Kevin Harvick in der Schlussphase aufgrund eines Boxenstop Fehlers bei Harvick durchsetzen konnte. Auch wenn es am Ende noch einmal richtig eng werden sollte.

Wie befreiend der erste Saisonsieg für Jeff Gordon ist, merkte man dem viermaligen Cup Champion in der Victory Lane förmlich an. Zwar könnte man auch als Punkterster nach 26 Rennen in den Chase einziehen, doch ein Sieg ist natürlich eine bessere Versicherung und das weiß auch Gordon, der vor zwei Wochen meinte, dass er gerne sofort all die konstanten Ergebnisse in dieser Saison gegen einen Sieg austauschen würde.

„Dieser Sieg war sehr wichtig für mich und mein Team. Ich musste einfach früher oder später in die Victory Lane kommen, um den ganzen Ballast von den Schultern meines Teams zu räumen,“ so der 42-jährige. „Ich bin wirklich stolz auf das gesamte Team, dass sie mir die besten Rennwagen geben, die ich seit langem habe. In diesem Jahr werde ich 43, doch momentan fühle ich mich 25 und der Spaß an den Rennen den ich habe, ist unbeschreiblich,“ mit einem kleinen Wink zu seinen Kritikern, die meinen das er zurücktreten solle.

Mit einem Zehntel Rückstand kam Stewart Haas Racing Fahrer Kevin Harvick ins Ziel, der einmal mehr bärenstark unterwegs gewesen war. Durch einen kleinen Fehler seinerseits bei dem letzten Pit Stop des Rennens, verlor Harvick die Führung an Jeff Gordon und kam in den letzten zwanzig Runden nicht mehr an seinem Konkurrenten vorbei. Nur in der letzten Runde konnte er aufgrund von Überrundenden den Rückstand dezimieren. Ein wenig frustrierend, schließlich führte Harvick insgesamt 119 von 267 Runden an:

„Ich hatte keinen Sprit mehr im Tank als ich in die Box fuhr und konzentrierte mich zu sehr auf den Benzindruck und nicht auf die Drehzahl. Auch beim herausfahren aus der Box machte ich einen kleinen Fehler und bekam die Quittung dafür dann von Gordon,“ so Harvick über die entscheidende Situation des Rennens.

Die Top 5 komplettierte unter anderem Kasey Kahne, der mit einem dritten Platz und einigen Führungsrunden sein bestes Ergebnis der Saison feiern durfte. Mit Charlotte als nächster Saisonhalt, dürften das Selbstvertrauen in das Sorgen-Team von Hendrick Motorsports zurückkommen. Auf Platz vier und fünf kamen Joey Logano und Dale Earnhardt Jr. ins Ziel.

Abseits des Rennens um die Führung bahnte sich in den Top 10 eine kleine Sensation an. Die Teamkollegin von Harvick, Danica Patrick, fuhr ein tolles Rennen auf dem Kansas Speedway und konnte sich die gesamte Nacht in den Top 10 halten und sorgte mit einigen, tollen Überholmanövern gegen ihrem Boss Tony Stewart und Publikumsliebling Dale Earnhardt Jr. für Aufregung. Am Ende kam sie auf dem siebten Platz ins Ziel und verpasste nur knapp den Rekord von Sara Christian, die im Jahre 1949 mit einem fünften Platz bis heute die beste Platzierung einer Frau in der höchsten NASCAR Klasse hält.

„Mein Ziel am Anfang des Rennens war einfach nur in der Führungsgruppe zu bleiben und meinen Wagen heile zu lassen und das haben wir geschafft,“ erklärt Patrick nach dem Rennen. Wir hatten einen tollen Wagen, besonders auf den längeren Stints und ich bin wirklich stolz auf mein Team. Top 10, yay!“

Doch das 400 Meilen Rennen im Westen der USA hatte auch seine Schattenseiten. Schon im Truck Rennen am Freitagabend bahnte sich an, dass die Strecke nach wie vor sehr zum übersteuern neigt und so war es im Sprint Cup Rennen nicht anders. Zwar blieb es überwiegend ruhig, doch ein Unfall in Runde 188 hatte es in sich, in dem insgesamt sechs Wagen auf der Start-Ziel-Geraden kollidierten.

David Ragan stand Ausgangs Turn 4 quer und konnte seinen Ford Fusion nicht mehr rechtzeitig abfangen. Beim Versuch dem drehenden Wagen auszuweichen, kamen sich dann AJ Allmendinger, Sprint Cup Rookie Justin Allgaier und David Gilliland in die Quere. Allgaier rutschte über den Rasen zurück auf die Strecke und traf direkt Gilliland, dessen Wagen danach fürchterlich aussah. Doch die Safer Barrier und das vielleicht sicherste Rennauto der Welt haben ihren Job erfolgreich bewältigt und jeder einzelne Fahrer blieb unverletzt.

„Ich bin okay,“ so Gilliland nach dem Unfall. „Das war der stärkste Aufprall den ich in letzter Zeit so hatte. Ich hoffe das es der stärkste für eine ganze Weile bleibt.

Für weitere Cautions sorgten Clint Bowyer, Marcos Ambrose und zwei mal Kurt Busch mit einzelnen Drehern ohne jeglichen Fremdkontakt. Insgesamt sahen die vielen Zuschauer an der Strecke acht Cautions. Das Rennen wurde verspätet gestartet, da die NASCAR ein Gewitter vorbeiziehen lassen wollte, welches in der Nähe der Strecke war. Doch auch in diesem Rennen sollte es mal wieder eine NASCAR typische Kuriosität geben, als auf der Gegengeraden in Runde 111 das komplette Flutlicht ausging. Die Fahrer entschieden sich aber einheitlich dafür, dass es hell genug ist, um zu fahren.

Mit Jeff Gordon sind nun insgesamt neun von sechzehn Chase-Tickets vergeben, doch mit 15 weiteren Rennen ist für Jimmie Johnson, Matt Kenseth und Co. noch genug Zeit, ihren ersten Saisonsieg zu erzielen. Eine weitere Chance dafür, haben die Cup Fahrer in zwei Wochen, wenn es in das längste Rennen der Saison geht. Doch vor dem Coca Cola 600 am 25. Mai, findet nächste Woche das All-Star Rennen auf dem Charlotte Motor Speedway statt. In diesem Rennen werden zwar keine Punkte vergeben, aber insgesamt eine Million US-Dollar für den Sieger! Eine Vorschau findet ihr im Laufe der Woche.

 

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