Technik: Jet Dryer, Air Titan & Air Titan 2.0

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Worin unterscheiden sich die Jet Dryer und Air Titans? Und was ist eigentlich bei dem Air Titan 2.0 neu?

Nachdem ein Leser auf uns zukam, mit der Bitte die Unterschiede zwischen Jet Dryer, Air Titan und Air Titan 2.0 zu erklären, kommen wir dem ganzen natürlich nach. Wenn ihr auch Technik-Fragen habt, dann immer raus damit! Wir werden der Sache auf den Grund gehen und das Ergebnis in einem kleineren Artikel präsentieren.

Jet Dryer

Der seit 1976 im Einsatz befindliche „Jet Dryer“ ist die zurzeit einfachste, aber auch langsamste Art der Streckentrocknungsfahrzeuge. Hier handelt es sich um einen umgebauten Pickup-Truck, welcher auf seiner Ladefläche einen Kerosin-Tank verbaut hat. In besagtem Tank passen 175 Gallonen Flugzeugsprit, welches mithilfe einer „Westinghouse J34“ Flugzeugturbine (die per Anhänger am Pickup angedockt ist) verbrannt wird. Kostenpunkt einer solchen Flugzeugturbine liegt bei etwa $68.000.

Bei der Verbrennung entstehen Abgase von etwa 1.100°C, diese werden dann gezielt auf den nassen Asphalt gelenkt, um dort den gewünschten Trocknungseffekt zu erzielen. Allerdings war diese Technik veraltet, langsam und wie Montoya 2012 deutlich machte, auch unsicher:

Air Titan 1.0

Air Titans fanden zu Beginn des Jahres 2013 ihren Einstieg in der NASCAR. Auch bei dieser Variante kommt ein Pickup zum Einsatz. Allerdings zieht dieser lediglich einen kleinen „Anhänger“ hinter sich her, auf dem drei weiße Kästen mit Düsen (welcher unter besagten Kästen montiert sind) gezogen werden. Unterhalb der Strecke, auf dem Apron, fährt parallel ein großer LKW nebenher. Dieser besitzt auf seiner Ladefläche drei Kompressoren. Über einen Schlauch fließt nun die, auf dem LKW erzeugte Druckluft, zu den Düsen am Pickup. Durch den gezielten „Druckstrahl“ an den Düsen wird nun das Wasser auf dem Asphalt nach unten in Richtung Apron geblasen. Da ein Air Titan natürlich nicht die gesamte Streckenbreite abdecken kann, fahren hier drei bis vier Air Titans (das gleiche auch bei den Jet Dryern) hintereinander bzw. versetzt her. Am Ende des Gespanns wird dann das Wasser über eine „Kehrmaschine“ aufgesaugt. NASCAR versprach sich zur Einführung eine Verkürzung der Trocknungszeit von bis zu 80%, am Ende waren es aber immerhin 25-50%.

Air Titan 2.0

In Martinsville, 2014, durfte dann die zweite Version des Air Titans sein Debüt feiern. Hier wurden die Kompressoren auf die Ladefläche des Air Titans verbaut, welche den Einsatz des LKWs auf dem Apron überflüssig machte. Der Rest des Systems ist im Prinzip unverändert bzw. wurde nur optimiert.
Die 70°C warme Druckluft wird bei diesem Verfahren mit etwa 568 Meilen pro Stunde (= ca. 915 km/h) wieder gezielt auf den Asphalt gepustet. Hinter dem Air Titan 2.0 fahren wiederum drei bis vier Jet Dryers zur Unterstützung her, bis am Ende das Wasser am Apron wieder aufgesaugt wird.

Gegenüber dem Air Titan 1.0, spart die neue Version etwa 78% Sprit und reduziert den CO² Ausstoß um sagenhafte 80%!

 

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