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Warum die NASCAR mehr Short Tracks braucht

Es ist für die NASCAR wieder Zeit, zurück zu den Wurzeln zu gehen, was Bristol und Martinsville in den letzten Wochen einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Es gab mal eine Zeit, in der “sie” die NASCAR dominierten und nein, ich spreche nicht von Fahrergrößen wie Fireball Roberts, Richard Petty, Cale Yarborough, Darrell Waltrip oder Dale Earnhardt Senior, sondern von den Streckentypen namens “Short Tracks”. Die damalige “Grand National Series”, heute unter dem Namen “Sprint Cup Series”, reiste zu Strecken in Asheville (North Carolina), Columbia (South Carolina), Macon (Georgia) und viele weitere mehr, die den ersten Baustein für den heutigen Erfolg in der NASCAR formten.

Einige Jahre später stoß der, für die damalige Zeit, 1,25 Meilen riesige Darlington Raceway dazu und sorgte für Rekordgeschwindigkeiten, bis der Daytona International Speedway Ende der 50er Jahre erbaut wurde. Doch die richtige Speedway-Ära begann erst in den frühen 1970er Jahren als die großen Anlagen in Atlanta, Charlotte, Rockingham, Michigan, Pocono und Ontario im NASCAR Cup auftauchten – eine neue Form von Racing begann.

1963Jim Paschal
Schon immer ging es auf Short Tracks hoch her. Hier der alte Nashville Fairgrounds Speedway. – (c) nashvillefairgrounds.blogspot.com

All die neuen Strecken hatten allerdings ihren Preis und verbannten eine ganze Reihe von Short Tracks, bis nur noch Richmond, Martinsville, Bristol, Nashville und North Wilkesboro übrig blieben, die den letzten Hauch von Nostalgie versprühten. Es war eine Zeit, in der viele dachten das man nur noch größere Strecken bräuchte und es wurde nicht nur einmal von den Medien sowie Funktionären vorgeschlagen, auch die genannten Short Tracks den lokalen Rennserien zu überlassen. Schließlich galten höhere Geschwindigkeiten als spannender, aufregender und, um es in der heutigen Sprache auszudrücken, cooler.

Und so passierte es, das auch Nashville und North Wilkesboro nach und nach von der Oberfläche verschwanden, was fehlender Sponsoren zu verschulden ist. Diese wanderten lieber zu den “spannenderen, aufregenderen und cooleren” Speedways, die in ganz Amerika neu erbaut worden waren, als die NASCAR den Nationalen Status erreichte.

Wie Pilze schossen <1,5 Meilen Speedways in Las Vegas, Chicago, Kansas, Homestead-Miami, Kentucky und Fontana aus dem Boden und waren das neue Bild des NASCAR Sports. Und bis heute wurde kein einziger, neuer Short Track der beiden Streckenorganisationen (International Speedway Corporation und Speedway Motorsports Inc.) für die NASCAR erbaut.

Tony Stewart and Jimmie Johnson On Track Martinsville April 2006
2006 – Stewart noch in Diensten von Joe Gibbs Racing gegen Jimmie Johnson. Schäden und Lackkratzer gehörten schon immer zu. Das Rennen gewann übrigens Stewart.. – (c) Nick Laham/Getty Images for NASCAR

Doch warum eigentlich? Nicht nur das letzte Martinsville Rennen mit dem Scharmützel von Brad Keselowski gegen Kurt Busch (=>” “) im STP 500 am Sonntag hat gezeigt, dass die Größe nicht unbedingt für bessere Rennen entscheidend ist. Stewart Haas Pilot Tony Stewart hat vor einiger Zeit mal ein passendes Statement über den Martinsville Speedway abgegeben:

“In Martinsville gibt es eine Sache die es nicht gibt und das ist Langeweile. Egal wie einwandfrei dein Tag bis zu der so und so vielten Runde verlief; früher oder später wirst du garantiert einen pushen, abdrängen und Kontakt mit deinen Kollegen haben – selbst an einem perfekten Tag,” so der dreifache Sprint Cup Champion.

“Es wird immer ein spektakuläres Rennen geben, wenn du 43 Stockcars auf einem Oval mit nur 0,5 Meilen Streckenlänge ein Rennen fahren lässt. Du wirst nie ein Rennen haben, welches kein Drama während dem Tag hat, denn auf solch einem Oval haben 43 Fahrer mindestens 43 dramatische Momente, da du immer gegen irgendeinen Fahrer fährst,” Tony Stewart, mit dem Verweis auf die vielen Überrundungen.

“Bei größeren Strecken fährst du oftmals ohne irgendeinen Wagen hinter, vor oder neben dir. Doch die Fans lieben es, wenn wir ständig mit anderen Fahrern um Platz und Positionen kämpfen.”

Ich glaube kaum, dass man dieses Problem der großen Strecken und den Flair des Martinsville Speedways in bessere Worte packen könnte. Bristol und Martinsville haben in der Vergangenheit und in diesem Jahr für tolles Racing gesorgt und für Stories, über denen die Fans noch tagelang diskutieren werden. Auch Underdog Momente wie von AJ Allmendinger, Marcos Ambrose uvm. an diesem Sonntag wird man auf den 1,5 Meilen Strecken nicht in dieser Häufigkeit erleben.

Der Sport stagniert, die TV Quoten sinken und die Rennen auf den Speedways in den letzten zwei und mehr Jahren waren klipp und klar gesagt langweilig. Natürlich hat jedes Rennen und jede Strecke seinen eigenen Reiz, dennoch braucht der Sport, besonders in Amerika, Geschichten zum erzählen. Der Sport braucht ein offenes Rennen um die Meisterschaft, spannende Kämpfe um die Führung, Abwechslung und eben Stories von Rivalitäten die extra Würze auf die Strecke bringen und genau all diese Sachen wird man in der kommenden Zeit wohl oder übel vermissen, wenn die NASCAR zu Strecken wie Texas, Kansas, Charlotte, Michigan und Kentucky reist.

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