Erst Rempeleien, dann Sieg: Kurt Busch siegt in Martinsville

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14 Cautions und ein neuer Rekord in Sachen Führungswechseln: Das Martinsville Rennen am Sonntag hatte alles, was das NASCAR Herz begehrt. Kurt Busch als Sieger.

Nach über drei Jahren ist Stewart Haas Pilot Kurt Busch wieder dort, wo er so sehnsüchtig wie kaum ein anderer Fahrer hin wollte: In der Victory Lane. Der Sprint Cup Champion aus dem Jahr 2004 konnte das spektakuläre und sehenswerte 500 Runden in Martinsville in den letzten Runden für sich entscheiden, als er gegen das Martinsville Ass Jimmie Johnson um die Führung und natürlich um ein Ticket für den diesjährigen Chase kämpfen musste.

Ähnlich wie in Dover 2011, das letzte Rennen welches Kurt Busch noch in Diensten von Team Penske gewann, dominierte Jimmie Johnson vorerst das Rennen in altbekannter Art und Weise, ehe der Ältere von den beiden Busch Brüdern seinen sichtlich angeschlagenen Chevrolet SS mit der Startnummer 41 perfekt justieren konnte. Auch für Busch kam dies ein wenig überraschend, schließlich gewann der sechsmalige Cup Champion von Hendrick Motorsports schon acht mal auf dem 0,526 Meilen kleinen Short Track in Martinsville, Virginia.

„Ich hätte nicht gedacht, das wir dazu in der Lagen gewesen waren; Johnson ist hier der absolute Maßstab. Das ist einfach nur ein unglaubliches Gefühl gerade,“ so ein sichtlich glücklicher Kurt Busch, der nach Oktober 2002 sein zweites Martinsville Rennen im Sprint Cup gewann.

Doch der Fahrer, der es laut eigenen Aussagen hasst gegen Jimmie Johnson zu verlieren, hatte einige Höhen und Tiefen im Rennen, inklusive einem wütenden Brad Keselowski, den man in solch einer Verfassung schon länger nicht mehr gesehen hatte. Sogar einige Rempeleien musste Busch von Keselowski, als dieser nach Reparaturen in der Garage wieder auf die Strecke zurückkehrte, in Runde 75 einstecken, die einige Abdrücke an der Seite hinterließen. Doch was war geschehen?

STP 500
(c) Chris Graythen/Getty Images

Während den Boxenstopps in der Wettbewerbs-Caution in Runde 42 kollidierten Hendrick Motorsports Fahrer Kasey Kahne, der keinen guten Tag erlebte, und Brad Keselowski in der Boxengasse, als Kahne in seinen Pit Stall abbog während Keselowski aus diesem schon wieder herausfuhr. Keselowski konnte in der sehr engen Boxengasse nicht mehr ausweichen und fuhr der Nummer 5 hart ins Heck. Die zu späte Reaktion seitens Keselowski führte dann zu einer weiteren Kollision mit Kurt Busch der verständlicherweise mit voller Geschwindigkeit (30 Meilen pro Stunde) ganz außen fuhr und den beiden Fahrern ausweichen wollte. Was dann folgte war ein weiterer harter Zusammenprall für den Team Penske Pilot, der anschließend für über 30 Runden in die Garage musste.

Mit all den Streithähnen hatte Jimmie Johnson nichts zu tun. Der routinierte Fahrer konnte seinen weißen Chevrolet SS aus allen Angelegenheiten raushalten und führte das Rennen über lange 296 Runden an, um dann die Führung gegen Busch in Runde 490 von 500 zu verlieren. Allen Grund zur Enttäuschung, doch Johnson nahm es sportlich:

„Das war alles was ich hatte und machen konnte,“ so der Fahrer der #48 kurz nach dem Rennen. „Ich wurde heute einfach von einem Schnelleren geschlagen und das ist natürlich Okay; solche Tage gibt es einfach. An manchen Tagen machst du einen Fehler und an anderen wirst du besiegt.“

Ein kleiner Wehrmutstropfen ist allerdings die verpasste Chance für ein tolles Geburtstagsgeschenk an sein Team Hendrick Motorsports. Wie wir im Vorfeld des Rennens berichteten (Jetzt lesen =>“HMS feiert in Martinsville 30. Jubiläum„), feierte das Chevrolet Team rund um Owner Rick Hendrick an diesem Wochenende das 30 jährige Jubiläum. Schließlich begann auf dieser Strecke die Erfolgsgeschichte von Hendrick Motorsports.

„Ich wünschte, wir hätten heute den Sieg für Rick’s [Hendrick’s] 30. Jubiläum geholt.“

Johnson und Busch waren allerdings nicht die einzigen, die einige Runden an der Führung genießen durften. Besonders in den ersten 150 Runden wechselte die Führung rekordverdächtig zwischen einigen Fahrern hin und her und sogar ein AJ Allmendinger von JTG Daugherty Racing schnupperte kurz an der ersten Position.

Bessere Chancen schienen aber die Fahrer von Joe Gibbs Racing zu haben, als Kyle Busch das Feld zur grünen Flagge anführte und die Spitzenposition 16 Umrundungen behielt, bis sich sein Teamkollege Matt Kenseth das Recht nahm, ihn zu überholen. Was erst nach einer JGR und HMS Show aussah, sollte schnell kippen, als Kyle Busch, Matt Kenseth und Denny Hamlin nach einigen Runden immer wieder ins Mittelfeld zurückgespült worden sind. Da niemand von den dreien technische Probleme beklagten, verfehlte man schlicht und ergreifend das richtige Setup. So kam es das die starken Ford Fahrer Joey Logano, Greg Biffle und Richard Petty Motorsports Marcos Ambrose in den Mix der Führenden kamen und zeitweise eindrucksvoll die neue Power der Fords unter Beweis stellten.

  • 14 Cautions hieß es an diesem Sonntag und war somit eigentlich ein recht normales Rennen für Martinsville Verhältnisse. Nicht ganz so normal waren allerdings die 33 Führungswechsel, eine Zahl die in Martinsville noch nie erreicht worden und somit Rekord ist!
  • Wie schon kurz angesprochen, fuhr AJ Allmendinger im JTG Daugherty Racing Chevrolet SS ein bärenstarkes Rennen. Mit dem elften Platz knüpft er an die Leistungen vom vergangen Fontana Wochenende (Platz 8) an. Mit Texas steht nun eine Intermediate Strecke an, auf denen das Team in den letzten Jahren oftmals viel Boden verlor. Man darf gespannt sein, wie weit sich das Team in der Hinsicht entwickelt hat; Verbesserungen aber, sind auf jeden Fall zu beobachten.
  • Auch Richard Petty Motorsports glänzt derzeit mit, für ihre Verhältnisse, top Resultaten auf den Short Tracks. Während Almirola nur knapp den Sieg in Bristol vor zwei Wochen verpasste, fuhr er in Martinsville auf einem guten, soliden achten Platz ins Ziel. Sein Teamkollege Ambrose konnte dies sogar toppen, in dem er ein paar Führungsrunde kassierte und zum Schluss auf den fünften Platz ins Ziel fuhr.
  • Durch einen späten Dreher seitens Carl Edwards und dem dadurch resultierenden 13. Platz, gelang es Dale Earnhardt Junior die Meisterschaftsführung wieder zu übernehmen. Mit einem dritten Platz kann der Hendrick Motorsports Pilot die Führung mit neun Punkten auf Matt Kenseth ausbauen. Dahinter reihen sich Edwards, Gordon und Johnson ein.

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