Hendrick Motorsports feiert in Martinsville 30-jähriges Jubiläum

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Seit 30 Jahren zählt Hendrick Motorsports zu den erfolgreichsten Teams in der NASCAR. An diesem Wochenende in Martinsville, kehrt die Organisation zurück zu den Wurzeln.

Hendrick Motorsports. Sie sind die New York Yankees oder die Boston Celtics der NASCAR. An diesem Wochenende feiert das erfolgreichste Team aller Zeiten ihr 30 jähriges Jubiläum an der Strecke, wo eine einzige, große Erfolgsstory beginnen sollte.

Vor genau 30 Jahren riskierte der junge, heute immer noch Tätige, Team Owner Rick Hendrick vieles, wenn nicht sogar alles. Er verkaufte sein kleines Chevrolet Autohaus und all sein Eigentum, um in der NASCAR Fuß zu fassen, dessen Motto „Win on Sunday, Sell on Monday“ deutlich wahrheitsgemäßer war, als es heutzutage der Fall ist. Denn nicht nur der Sport war sein Ziel, sondern auch das Geschäft: Heute besitzt Rick Hendrick eine ganze Kette an Autohäusern, die in ganz Amerika verstreut sind.

Mit einem kleinen Budget ging es also Anfang 1984 mit dem Fahrer Geoff Bodine und dem Crew Chief Harry Hyde im damaligen NASCAR Winston Cup los und von den Ressourcen, wie es heute üblich ist des Millionenschweren Teams, war noch gar nicht dran zu denken, wie Rick Hendrick sich erinnert:

„Ich hatte nicht das Geld, um überhaupt irgendwas zu besitzen, also leihte ich mir alles. Angefangen von Getriebe bis hin zum Differential, die mir Harry [Hyde, Crew Chief] besorgte. Ich lieh den Shop [Name für die Gebäude, in denen die Wagen über die Woche über aufbereitet werden]. Ich lieh die Werkzeuge; einfach alles.“

Mit nur zwei Wagen wollte das „All-Star Racing“ Team, so der frühere Name vom heutigen Hendrick Motorsports, in insgesamt sechs Rennen gegen die damaligen „big boys“ wie zum Beispiel Junior Johnsons Team mit Darrell Waltrip (der fünf Jahre später für Rick Hendrick fahren sollte) und Richard Childress Racing Fuß fassen.

Mit drei Top 10’s, unter anderem mit einem achten Platz im Daytona 500, in den ersten sechs Rennen war man auf Kurs, doch als man im siebten Saisonrennen auf dem Darlington Raceway einen Unfall baute schien die Zukunft des noch so jungen Teams auf der Kippe zu stehen, schließlich hatte man nur noch ein minderwertiges Ersatzauto.

„Wir wollten nach dem Rennen [Darlington] den Shop dicht machen. Doch Harry sagte ‚Nur noch ein einziges Rennen‘ und ich stimmte dem zu,“ so Rick Hendrick über die Situation, die sein Leben für immer verändern sollte.

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Geoff Bodine in der Victory Lane; Martinsville ’84. – (c) Hendrick Motorsports

Die letzte Chance für das Team sollte auf dem altbekannten Martinsville Speedway stattfinden, der schon damals 0,526 Meilen klein war. Mit insgesamt 55 Führungsrunden in dem 500 Runden langen Rennen konnte Geoff Bodine in der Nummer 5 den ersten Sieg für das junge Team rund um Rick Hendrick gegen Fahrer wie Darrell Waltrip, Bobby Allison und Dale Earnhardt Senior erringen und gab somit den Startschuss, für die erfolgreichste und spannendste Teamgeschichte im amerikanischen Stock-Car Sport.

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„Unser Wagen lag richtig gut; das gesamte Rennen lang. Aber ich wusste das man sich in Martinsville selber kontrollieren muss, um beispielsweise die Bremsen nicht zu schonen. Ich habe jede einzelne Runde darauf geachtet und am Ende hat sich das einfach ausgezahlt – wir waren perfekt,“ so Geoff Bodine, der den All-Star Racing Wagen in die Victory Lane fahren durfte. „Das Sahnehäubchen war, das wir das Rennen aus eigener Kraft gewonnen haben. Kein einziger der wirklich guten Wagen schied in dem Rennen aus.“

Drei Jahrzehnte, elf Meistertitel und 219 Siege später, kehrt das mittlerweile riesige Imperium von Rick Hendrick an den immer noch bestehenden Martinsville Speedway. Mit Jimmie Johnson und Jeff Gordon hat man zwei heiße Martinsville-Eisen (jeweils acht Siege) im Feuer, die nur darauf aus sind, den nächsten Meilenstein an der Strecke zu feiern, wo alles begann.

 

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