2015: Weitere Regeländerungen an Motor, Reifen & Aero?

0
161

Die NASCAR plant derzeit drastische Regeländerungen für die kommende Saison an Motor, Reifen und Aerodynamik. Was verändert wird und warum die Änderungen goldwert sein könnten, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Mit den diesjährigen Änderungen an der Bodenfreiheit, Spoilergröße und weiteres schüttelte die NASCAR die Sprint Cup Teams ordentlich durch und sorgen bisher für eine abwechslungsreiche Saison an der Spitze. Doch die erhofften Verbesserungen am Racing selber blieben aus und auch Worte wie „Verschlimmbesserung“ darf man gerne mal in den Mund nehmen. Doch wie der amerikanische Fernsehsender „FOX Sports“ vor einigen Minuten auf der hauseigenen Homepage berichtet, könnte es zum nächsten Jahr noch drastischere und weitläufige Regeländerungen geben, die den Sport stark beeinflussen kann.

Laut den Informationen die aus einem exklusiven Interview mit Wettbewerbs-Präsident Robin Pemberton stammen, soll insbesondere der V8 Motor von Chevrolet, Ford und Toyota auf links gedreht werden, in Form einer Reduzierung der Pferdestärken. So könnte der nächstjährige Motor „nur“ noch 785-800 PS leisten, während die Sprint Cup Fahrer in diesem Jahr satte 860 bis 900 PS zur Verfügung haben.

Hauptaugenmerk der Änderungen ist die Langlebigkeit der Motoren, deren Preise in den letzten Jahren ins Unerschwingliche stiegen – ein Grund von vielen, warum neue Teams im NASCAR-Sport ausbleiben. Pemberton erklärt, dass die Wirtschaft hinter den Änderungen die höchste Priorität hat, es sich aber nicht ausschließen lässt, dass sich dadurch auch das Racing verändern könnte:

„Es geht darum, den meisten Nutzen aus den Motoren zu ziehen. Allerdings gibt es keine Garantie, dass die Reduzierung der Leistung das Racing beeinflussen. Doch es wird uns einige Dinge erlauben, an denen wir Arbeiten können,“ so Pemberton im Interview mit Fox Sports.

Robin Pemberton erörtert weiter:

„Natürlich geht es uns um den ökonomischen Faktor, doch es gibt viele die der Meinung sind, das wenn wir die Leistung herunterschreiben, wir in einer Position sind, in der wir das Racing verbessern können. Wenn du die Leistung eines Motors anpasst, ermöglicht dir dies, Veränderungen an der Aerodynamik zu tätigen. Dies wiederum gibt dir die Chance, sich gemeinsam mit Goodyear mit den Reifen zu beschäftigen.“

Alles in allem lässt sich also durchaus sagen, dass die NASCAR gewillt es, große Maßnahmen zu tätigen, um das Racing zu verbessern. Ich, für meinen Teil, kann zu diesen aktuellen Ideengängen nur applaudieren, da hier der Hund begraben ist meiner Meinung nach. Schon vor Monaten waren viele amerikanischen Experten und ich von niedrigen Geschwindigkeiten begeistert, die man mit weniger Pferdestärken logischerweise erhält.

Was bringt es einem Zuschauer, wenn die 43 Sprint Cup Piloten mit über 200 Meilen pro Stunden um die Kurven hetzen, wenn man den Unterschied zu 180 Meilen pro Stunden auf keinen Fall mit bloßem Auge erkennen kann? Einzig und allein das Racing wird durch solch hohe Geschwindigkeiten verschlechtert, schließlich können die Fahrer weniger riskieren und die so oft genannte „dirty air“ hinter den Fahrzeugen nimmt zu, je schneller der Wagen über den Asphalt rast.

Verringert man also die Geschwindigkeiten, verringert man zu einem schon ein Teil der Luftverwirbelungen für den Hintermann. Zum anderen kann man viel, viel mehr Spoiler „wegnehmen“, um so die Wagen mehr zum Übersteuern neigen zu lassen. Dies fördert zum einen Teil das Talent eines Fahrers, zum anderen könnte es mehrere spektakuläre Szenen geben – und hier meine ich nicht unbedingt Unfälle, sondern pure Fahrzeugbeherrschung die man dann Live mit ansehen darf.

Außerdem, wie Robin Pemberton es schon sagte, kann man sich intensiver mit den Reifen verstärken. Goodyear hat derzeit eine extrem konservative Reifenstrategie, die wie folgt aussieht: Möglichst lange Laufzeit, wenig Abrieb und damit auch wenig Strategie. Würde man einen aggressiveren Reifen bauen der in einem längeren Stint zunehmend abbaut, dann käme mehr Bewegung in das Rennen, da die Crew Chiefs verschiedene Strategien ausprobieren könnten. Bestes Beispiel ist hierbei das Rennen in Atlanta, wo der Reifen aufgrund des rauen Asphalts viel Gummi mit der Zeit verliert. In den letzten vier, fünf Jahren darf man getrost sagen, das es das beste 1,5 Meilen Rennen des Jahres war.

Natürlich gibt es auch hier wieder viele „Wenns“ und „…, dann könnte“, doch das aktuelle Racing unterstützt derzeit diese Thesen. Warum erscheint es für viele, dass das Racing in den 90er Jahren besser ist als das heutige? „Damals“ fuhr man maximal einen Schnitt von 180 Meilen pro Stunde im Qualifying auf den hiesigen 1,5 Meilen Ovals wie Charlotte und Co. Noch ist nichts entschieden, schließlich müssten die Hersteller und Teams einiges ändern, was mit Zeit und Geld verbunden ist. Man darf also gespannt sein, wie sich diese Idee in diesem Jahr entwickeln wird und ob es zu den Änderungen kommt.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.