Vorschau – Auto Club 400 in Fontana 2014

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Das sonnige Kalifornien und der riesige Auto Club Speedway in Fontana rufen, wenn der NASCAR Sprint Cup das fünfte Saisonrennen ausfährt.

autoclub_400_4cRaus aus dem Regen und rein in den Sonnenschein. Das steht zumindest an diesem Wochenende so gut wie sicher fest, wenn der Sprint Cup gemeinsam mit der Nationwide Series ins sonnige Kalifornien reist, um das fünfte Sprint Cup Rennen am Sonntag auf dem Auto Club Speedway in Fontana auszufahren. Doch wer als nächster in den Chase einziehen könnte, steht noch lange in den Sternen, denn in Fontana kann so einiges in den letzten Runden passieren.

Wie sich ein Rennen in der letzten Kurve drehen kann, durfte man im vergangenen Jahr teils erfreuend, teils unwohl beobachten, als die Kurzzeit-Rivalen und ehemaligen Teamkollegen Joey Logano und Denny Hamlin um den Sieg in dem vierhundert Meilen langen Rennen kämpften. Bis zur letzten Runde gaben die Piloten alles, doch Ausgangs Kurve vier eskalierte die Lage und beide berührten sich. Logano landete in der äußeren Mauer, Hamlin bog folgenschwer in die Infield-Mauer, um kurz nach dem Aussteigen aus dem Toyota Camry zusammenzusacken, da sein Rücken den schweren Einschlag in die, nicht von einer Safer Barrier gesicherten Mauer, mitmachte. Lachender Dritter war übrigens Hamlins Teamkollege Kyle Busch der zwischen den zwei Streithähnen durchschlüpfen konnte und sich in Richtung Victory Lane aus dem Staub machte, bevor Tony Stewart in der Boxengasse „Tony Stewart“ war und Joey Logano zur Rechenschaft zog.

Aber auch 2011 durften die viele tausenden Fans vor Ort und an den Fernsehern ein tolles und spektakuläres Finish zwischen Jimmie Johnson und Kevin Harvick beobachten, der „damals“ noch für Richard Childress Racing unterwegs war. Die beiden Chevrolet Fahrer gaben alles, doch am Ende war Harvick der klügere und pushte den Hendrick Motorsports Piloten die Kurve hoch, um selber auf der Inneren Linie zu überholen. Und jeder fragte sich einmal mehr „Where did he come from!?“.

Die Schwesterstrecke des Michigan International Speedway

Auf ein ähnlich spannendes Finish wie aus den beiden Beispielen (diesmal aber bitte verletzungsfrei) hoffen wir natürlich auch in diesem Jahr und es würde ganz gut an das spektakuläre Rennen aus Bristol ganz gut anknüpfen. Doch zwischen dem Bristol Motor Speedway und Auto Club Speedway gibt es aber natürlich große Unterschiede, die schon bei der Größe anfangen. Das Oval in Fontana, Kalifornien (ca. 65 Kilometer von der Metropole Los Angeles entfernt) ist satte 2,03 Meilen lang. Somit verhindern nur die Kurven, mit einem Banking von winzigen 14°, den Einbau von ‚restrictor plates‘, wie sie auf den großen Superspeedways in Daytona und Talladega üblich sind.

Das Racing auf dem Oval wird meistens als ziemlich fad bezeichnet, schließlich bietet die Strecke, grob über den Daumen, sechs racecenter_fontanaunterschiedliche Linien, die die Fahrer in den Kurven fahren können. Grund ist die riesige Breite von 22,86 Meter der Strecke in Kalifornien. Zum Vergleich: Die Fahrer auf dem Talladega Superspeedway haben lediglich ca. 14,6 Meter zur Verfügung.

Durch die unterschiedlichen Varianten des Kurvenfahrens darf man relativ schnell das Perlenketten-Racing beobachten, was sich allerdings nicht wirklich von den ganzen 1,5 Meilen Strecken wie Las Vegas unterscheidet. Doch im letzten Jahr hat sich das Racing mit dem Generation 6 Car auf jeden Fall verbessert. Kombiniert mit den vielen, vielen Bodenwellen des mittlerweile 17 Jahre alten Asphalts durfte man viele Überholmanöver und sehr spannende Restarts beobachten. Alles in allem lohnt es sich einzuschalten, auch wenn man an diesem Wochenende auf die Grauvariante „Internet-Stream“ wechseln muss, da MotorvisionTV dieses Rennen nicht Live sendet.

Favoriten-Check: Johnson gegen Joe Gibbs Racing?

Waren sie früher noch selten wie Mammuts, dominieren sie heute im Grunde die NASCAR. Die Rede ist natürlich von den Fahrern aus Kalifornien, die damals regelrecht von den Südstaatlern gehasst worden. Die bittere Erfahrung musste der junge Jeff Gordon machen, als er erstmals mit Hendrick Motorsports im damaligen NASCAR Winston Cup auftrat. Heute dagegen kommen viele aus dem sonnigen Bundesstaat und beherrschen die Serie. Bestes Beispiel ist natürlich der inzwischen viermalige Cup Champion Jeff Gordon, oder natürlich auch der sechsmalige Cup Champion Jimmie Johnson; Teamkollege und „Schüler“ von Gordon. Schließlich war Gordon es, der das Talent in Jimmie Johnson früh erkannte und förderte.

Somit ist [highlight]Jimmie Johnson[/highlight] einer der Lokalmatadoren am Sonntag, aber auch gleichzeitig einer der ganz großen Favoriten. Mit einem Durchschnittsergebnis von 5,7 in 19 Rennen führt er einmal mehr die Statistik unter den aktiven Fahrern an und hat zudem mit insgesamt fünf Siegen die meisten Siege aller Fahrer, die bisher auf dem Auto Club Speedway in der NASCAR fuhren. Auch sein Teamkollege Jeff Gordon hat mit drei Siegen eine recht erfolgreiche Vergangenheit in Fontana, allerdings waren die letzten Jahre nicht so der Brüller von dem Kalifornier, gleiches gilt für Kasey Kahne, der 2006 das Nachtrennen gewinnen durfte. Für Dale Earnhardt Jr. lief es noch nie so wirklich prächtig auf dem langen Speedway und für alle drei Fahrer gilt erstmal, sie im Training zu beobachten, um dann entscheiden zu können, ob sie eine Rolle spielen werden, oder nicht.

Für den Bristol Sieger [highlight]Carl Edwards[/highlight] ist der Speedway in der Nähe von Los Angeles allerdings auch ein gutes Pflaster, schließlich gewann er vor sechs Jahren mal ein Rennen und ist seitdem relativ konstant unterwegs. Der Motorsport lebt durch Momentum und so auch die Performance der Fahrer. Der Bristol Sieg war auf jeden Fall sehr hilfreich für den Roush Fenway Racing Fahrer, der nun ähnlich befreit auffahren kann wie seine Chase-Kollegen Earnhardt Jr., Brad Keselowski und Kevin Harvick.

Apropos Brad Keselowski! Mit Joey Logano hat das Team Penske einen Fahrer, der im letzten Jahr um den Sieg fahren konnte, bis zu dem oben genannten Zwischenfall. Diese Erfahrung und das Selbstbewusstsein ist für das Team an diesem Wochenende besonders wichtig, denn beide blieben bisher in ihren Auto Club Rennen grau bis unsichtbar, was sich in den Ergebnissen und Statistiken wiederspiegelt. Zudem haben sie diese Woche die Chance, sich als Ford zu beweisen und die Entwicklung aufrecht zu halten, denn ein Ford Sieg liegt nun knapp fünf Jahre zurück, was es zu korrigieren gilt.

Dieser Sieg gelang übrigens [highlight]Matt Kenseth[/highlight], als er noch für das Ford Team Roush Fenway Racing fuhr. Zwei weitere Siege aus den Jahren 2006 und 2007 hübschen seine recht gute Statistik weiter auf und die konstanten Ergebnisse machen ihn zu einem Favoriten. Joe Gibbs Racing fuhr letztes Jahr ein grandioses Rennen in Fontana, in dem man mit [highlight]Kyle Busch[/highlight] einen Sieg landen konnte. Und für Denny Hamlin wird es eine Revanche für den missglückten Sieg im letzten Jahr und das Rennen kann durchaus bezeichnend für die Schließung des Kapitels „Hamlin vs. Logano“ sein. Denn wenn die Medien das Thema an diesem Wochenende nochmal durchgekaut haben, dann sollte es das endlich gewesen sein.

lasvegas2014

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