„Concrete Carl“ gewinnt Bristol Marathon!

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Einmal mehr beeinträchtigte das Wetter die NASCAR, doch nach 9 Stunden sah man auch in Bristol die Zielflagge mit Carl Edwards als Sieger des Food City 500.

Selbst Carl Edwards konnte es am Ende des Rennens kaum glauben, dass er das wilde und spannende 500 Runden auf dem Bristol Motor Speedway gewann und somit so gut wie sicher um die Meisterschaft am Ende des Jahres fahren wird. Schon sechs Jahre ist es her, als der Roush Fenway Racing Fahrer ein Cup Rennen in Bristol gewann und bringt sein „Concrete Carl“-Gimmick wieder zum Vorschein – schließlich gilt er als Experte für Beton-Strecke wie Bristol eine ist.

„Wir sind im Chase und wir werden um die Meisterschaft fahren! Ich kann nicht glauben, dass wir die Dinge heute zu unseren Gunsten umgedreht haben,“ so ein glücklicher Carl Edwards in der Victory Lane.

So überraschend der Sieg für ihn selber war, so war er auch für die wenigen Zuschauer an der Strecke vor Ort. Während er sich im neuen Gruppen-Qualifying auf der zwölften Startposition festsetzte, suchte man ihn am Samstag nach dem ersten Training vergeblich in den Top 15. Durch Kampfgeist im Rennen und einer mutigen aber cleveren Entscheidung seines Crew Chiefs Jimmy Fennig im letzten Fünftel des Rennens, konnte man die entscheidenden Akzente setzen.

In der zehnten Caution des Abends, ausgelöst durch einen Dreher von Martin Truex Jr. (Reifenschaden), in Runde 424 entschied sich das Team rund um Edwards für keinen Boxenstop, während ein Großteil der Führenden an die Box kamen. So „ergaunerte“ man sich die so wichtige „track position“ in Bristol und man konnte die letzten 78 Runden trotz alter Reifen an der Führung verwalten. Lediglich die überraschenden Verfolger in Form von Aric Almirola und Edwards Teamkollegen Ricky Stenhouse Jr. machten das Leben des Siegers hin und wieder schwer. Stenhouse Jr. fuhr auf zwei, während Almirola als dritter ins Ziel kam. Für beide ist dies die beste Platzierung in ihrer bisherigen Sprint Cup Karriere!

„Wir hatten eine Menge Spaß dort draußen,“ so Ricky Stenhouse Jr., der in seinem zweiten Sprint Cup Jahr ist. „Wir arbeiteten uns langsam nach vorne und je später der Abend wurde, desto besser wurden wir. Ich denke, das wir viel besser waren als in Las Vegas letztes Wochenende [Platz 27] – ausgenommen der Durchfahrtsstrafe wegen Speeding in der Pit.“

Auch für den drittplatzierten Richard Petty Motorsports Piloten Aric Almirola war es durchaus eine aufregende Nacht. Zwar blickt er alles in allem zufrieden auf das Rennen, doch ein kleiner Wermutstropfen bleibt:

„Es war ein guter Tag für uns. Unser Wagen wurde besser und besser, je länger ein Stint ging. Wir hatten ein wirklich gutes Auto und ich bin nicht enttäuscht mit dem dritten Platz, doch wenn du den Sieg sehen und spüren kannst, dann denkst du natürlich schon nach, was du hättest anders machen können.  Alles in allem bin ich aber zufrieden und stolz auf meine Jungs,“ so der Fahrer, der die Chance hatte, die #43 nach über 15 Jahren wieder in die Victory Lane zu bringen.

Das Rennen selber war mehr als zäh. Doch anders als in Las Vegas war das Racing für dieses Gefühl nicht der ausschlaggebende Punkt, sondern das Wetter. Nachdem die Metereologen sogar einen kompletten Abbruch des Rennens am Sonntag vorausgesagt haben, war die Befürchtung auf Regen natürlich groß, was sich auf den traurig leeren Zuschauerrängen wiederspiegelte. Doch Petrus meinte es gut mit der NASCAR und lies nach 1 1/2 Stunden einen 120 Runden langen Stint zu, um dann die Regenschleusen für weitere drei Stunden zu öffnen. Mittlerweile war es schon dunkel und als das Rennen wieder gestartet wurde, verwandelten sich die Rennfahrer zu Gladiatoren.

Man durfte jede Menge packende Zweikämpfe um Positionen beobachten und sogar zu dritt fetzten die 43 Sprint Cup Piloten um die Kurven des Bristol Motor Speedways. Die Führung wechselte hin und her und Fahrer kamen und gingen. So zum Beispiel die beiden Stewart Haas Racing Fahrer Kurt Busch und Kevin Harvick. Busch durfte früh nach dem Restart einige anführen, um dann später im Abend in der Wand zu landen, als er versuchte, seinen Bruder Kyle Busch auf der Start / Ziel Geraden auszuweichen, der sich kurz zuvor drehte aufgrund eines Reifenschadens. Auch Kevin Harvick fuhr wieder ein starkes Rennen und entwickelte sich im Rennverlauf zu einem Siegfavoriten. Doch als eine Öl-Leitung seines Wagens kaputt ging, fing der Wagen Feuer und der Sieger aus Phoenix musste seinen Chevrolet SS in der Garage abstellen.

Allerdings gab es auch eine sehr erfreuliche Nachricht für das Team von Tony Stewart und Gene Haas. Der Chef persönlich, Tony Stewart, fand ein Ausweg aus seinem Performance-Loch und beendete das Rennen auf einem sehr überraschenden vierten Platz vor dem Australier Marcos Ambrose.

„Das Rennen war etwas, was ich wirklich brauchte,“ so ein erleichterter Tony Stewart nach dem Rennen. „Natürlich ist es wirklich erleichternd für mich und Chad [Johnston, Crew Chief der #14], nach vier gemeinsamen Rennen ein Top 5 Finish in Bristol zu erzielen.“

Am kommenden Wochenende steht dann schon das fünfte Saisonrennen im sonnigen Kalifornien statt, wenn die Sprint Cup Fahrer um ein weiteres Chase-Ticket auf dem Auto Club Speedway in Fontana kämpfen. Eine ausführliche Vorschau findet ihr wie gewohnt im Laufe der Woche.

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