Daniel Suarez – Mexikanisches Temperament in der NASCAR

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Es gibt nicht viele „nicht-amerikanische“ Talente in der NASCAR. Doch Daniel Suarez bildet eine Ausnahme und gilt als eines der größten Talente derzeit.

„NASCAR? Was ist das?“, eine Frage die wir deutschen Motorsport Fans natürlich zu genüge kennen. Doch erwartet man diese Frage von einem Rennfahrer, der heute zu den größten Talenten des amerikanischen Stockcar-Sports gehört? Gewiss nicht. Die Geschichte hinter dem 22-jährigen Mexikaner namens Daniel Suarez ist interessant und komisch zugleich.

Er ist nicht einer von denen, der mit Größen wie Dale Earnhardt Senior oder Richard Petty aufgewachsen ist. Er kannte weder die Namen, noch die Personen dieser beiden NASCAR Legenden. Bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr wusste er noch nicht einmal, dass die NASCAR existiert. Heute dominiert er die Konkurrenz in der NASCAR K&N East Pro Series, eine der vielen Nachwuchsklassen des Sportes, nach Lust und Belieben. Drei Saisonrennen sind vorüber, zwei mal durfte der junge Mexikaner in der Victory Lane feiern.

Sein Crew Chief Skip Eyler ist sich sicher, dass in der NASCAR „Stars geboren und nicht gemacht werden“. Und der aus Monterrey, Mexiko stammende Rennfahrer soll einer von denen sein. Große Worte des Crew Chiefs, der schon mit Fahrern wie Dick Trickle, Elliott Sadler oder David Gilliland gearbeitet hat.

„Meiner Meinung nach ist er einer der Kandidaten für die größeren Serien,“ so Skip Eyler. „Ich bin mir sogar nicht sicher, ob er die Truck Series durchlaufen muss. Mit seiner tollen Persönlichkeit, seine Professionalität und dem Talent ein Rennwagen zu fahren, denke ich das er ein enormes Potential hat.“

Suarez ist einer der wenigen Rennfahrer, dessen Talent einen Wagen zu fahren erst spät in der Kindheit bzw. Jugend entdeckt wurde. „Schuld“ ist einer seiner Freunde, der ihn eines Tages zum Kart einlud:

„Als ich elf Jahre alt war, lud mich einer meiner besten Freunde ein, ihm beim Kartfahren Unterstützung zu leisten. Paar Monate später sein, sollte ich selber dann mal fahren und er erzählte meinem Vater, dass ich gar nicht mal so schlecht sei. Also kaufte mein Dad ein Go-Kart und wir fingen an, Rennen zu fahren.“

Sein Vater, Alejandro Suarez, kann sich noch genau an die Anfänge seines talentierten Sohnes erinnern, wie Crew Chief Eyler erzählt:

„Als Daniel 13 Jahre alt war und gut mit seinem Kart zurecht kam, startete er jedes Wochenende von der Pole Position. So schlug sein Vater ihm vor, die Rennen von ganz hinten zu starten, um ein die Fahrzeugbeherrschung zu trainieren. Daniel schmollte nicht, er willigte ein. Er akzeptierte einfach die Herausforderung und heute weiß ich, dass ihm das enorm geholfen hat.“

Doch wie weiter oben schon erwähnt, war eine NASCAR Karriere zu diesem Zeitpunkt undenkbar. Viel mehr war sein „Ziel die Open Wheels“, wie Daniel Suarez einst zugab. Ähnlich wie der heutige viermalige Sprint Cup Champion Jeff Gordon, der zunächst eine IndyCar Karriere anstrebte. Heute sieht das in Charlotte, North Carolina lebende  Talent ganz anders.

„NASCAR existierte in Mexiko nicht. Aber als die Konversationen zwischen mir und der NASCAR begannen, merkte ich, dass dort die besten Fahrer der Welt fahren. Es ist unheimlich wie gut sie sind,“ so Suarez in einem gebrochenen Redneck-Englisch, wie Eyler seine kleine Sprachbarriere mit einem Lächeln beschreibt.

„Ich wusste, dass sie gerne einen mexikanischen Fahrer in der NASCAR haben wollen und heute bin ich sehr, sehr glücklich über meine Entscheidung. Ich liebe das, was ich tue. Solch eine Chance bekommt nicht jeder und ich weiß es zu schätzen, dass ich einer dieser Jungs sein darf.“

Seine Karriere hat viele Gemeinsamkeiten mit der von Dylan Kwasniewski, dem heutigen Nationwide Series Rookie von Turner Scott Motorsport, der erst vor wenigen Tagen einen Nachwuchsvertrag bei Chip Ganassi Racing unterzeichnete. Kwasniewski gewann 2012 die K&N Pro East Series und im letzten Jahr die K&N Pro West Series. Auch für Suarez ist klar: Der Meisterschaftsgewinn muss her, was allerdings ein „absolut realistisches Ziel“ sei, wie der oft als furchtlose Fahrer erklärt.

Alles in allem darf man also gespannt sein, wie weit es der Mexikaner in dieser Saison bringen kann und natürlich auch in der Zukunft. Nach drei Saisonrennen, das letzte fand an diesem Wochenende auf dem Bristol Motor Speedway statt, liegt Suarez lediglich vier Punkte hinter dem Führenden Gray Gaulding. Doch eins ist klar: Daniel Suarez stellt nach dem Abgang von Juan Pablo Montoya eine sehr wichtige Verknüpfung der NASCAR nach Mittelamerika bzw. Südamerika dar…

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