Vorschau – CNBC 500 in Phoenix 2014

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Vom Strand in die Wüste: Wer kann das zweite Saisonrennen in Phoenix gewinnen und welches Team hat seine Hausaufgaben am besten gemacht?

the-profit-on-cnbc-500-4c-logo-wstrokeJunior. Junior. Junior. Die NASCAR ist nach Dale Earnhardt Juniors furiosen Daytona 500 Sieg in aller Munde in den Vereinigten Staaten, doch nun beginnt die Saison so richtig, wenn am Sonntag das zweite und vermutlich das erste richtige Punkterennen auf dem Phoenix International Raceway startet. Themen-Fokus an diesem Wochenende ist natürlich Hendrick Motorsports Pilot Dale Earnhardt Jr., aber auch die Frage, welches Team seine Hausaufgaben über den Winter am besten gemacht hat. Nicht zu verachten ist das neue [highlight]Qualifying System[/highlight], welches ab diesem Wochenende greift!

Der Phoenix International Raceway

“Erst” seit 1988 gastiert die NASCAR in Avondale, Arizona auf dem Phoenix International Raceway welches Alan Kulwicki damals gewann. In all den Jahren hat sich die Strecke ein bisschen verändert und wurde zuletzt im Sommer 2011 umkonfiguriert. Nun hat die Strecke ein variables Banking mit 9° innen und 10° außen und sorgte dafür das das überholen ein bisschen einfach geworden ist, als vor der Rekonfiguration.

Dadurch das der Kurvenradius von Turn 1 vergrößert wurde, muss der ‘dogleg’ (Turn 2) nun ebenfalls anders angefahren werden und ist racecenter_phoenix1eigentlich nun schon eine vollwertige Kurve geworden. Durch das zusätzliche Entfernen des Rasens an der Innenseite der Strecke, kam es schon häufiger zu Situationen, in denen man den Atem anhielt, da die Piloten gerne den gesamten Apron benutzen um ein Überholmanöver zu tätigen, was natürlich legal ist, da es keine doppelte Linie wie auf den Superspeedways gibt.

Eine „geheime Variable“ ist die Lösung zum Erfolg, wie Tony Stewart im Hinblick auf das Rennen verrät. Ähnlich wie bei der „Lady in Black“ in Darlington, unterscheiden sich nämlich Turn 1 und Turn 3/4 grundlegend (größerer bzw. kleinerer Radius) und somit muss man Kompromisse bei der Wageneinstellung eingehen. Ein perfekt liegender Wagen ist auf der Wüstenstrecke praktisch unmöglich.

Das neue Qualifying – Wie kommen die Fahrer damit zu Recht?

Während in Daytona der Sprint Cup noch das traditionelle Daytona 500-Qualifying Format hergenommen hat, findet an diesem Wochenende die Premiere für das neue Quali-System statt. Das neue „Gruppen-Qualifying“ löst ab sofort das zu unspektakulär gewordene Einzelzeitfahren ab und soll die Zuschauer auch Freitags wieder an die Strecke locken.

Da der Phoenix International Raceway kleiner als 1,25 Meilen ist, wird es am Freitag zwei Qualifikationsrunden geben. Die erste startet mit allen angemeldeten Sprint Cup Fahrern, die 30 Minuten Zeit haben, um sich in die Top 12 zu positionieren. Ist die halbe Stunde rum, fahren die zwölf schnellsten Fahrer dann um die Startpositionen 1-12, doch die Zeit, um mindestens eine Runde hinzubekommen, wird lediglich mit 10 Minuten beziffert. Das alle Sprint Cup Fahrer auf einmal auf der Strecke sein dürfen, ist der Clou an der ganzen Geschichte und könnte schon früh am Wochenende für Kontroversen (sollte Fahrer A, Fahrer B ausversehen blocken) sowie Spannung sorgen!

Ist das neue Format auch eine Chance für kleinere Teams? Vermutlich nicht. Sicherlich werden übers Jahr hinweg ein paar Überraschungen entstehen, wenn Hinterbänkler eine perfekte Runde treffen, während sich die großen Jungs (und Mädels) untereinander behakeln. Doch am Ende werden, meiner persönlichen Meinung nach, die Namen vorne stehen, die auch all die letzten Jahre immer ganz vorne mit dabei gewesen waren.

Kann Dale Earnhardt Jr. das „back to back“ perfekt machen?

Phoenix
Wer bezwingt den Phoenix International Raceway am Sonntag um 21 Uhr? – (c) NASCAR via Getty Images

Zuletzt schaffte es der ehemalige Roush Fenway Racing Fahrer Matt Kenseth (heute Joe Gibbs Racing) ein „back to back“ (die ersten beiden Saisonrennen gewinnen) Sieg nach dem Daytona 500 zu feiern. Der einzige der das dieses Jahr schaffen kann, ist natürlich nur [highlight]Dale Earnhardt Jr.[/highlight] von Hendrick Motorsports! Der 39-jährige, zweimalige Daytona 500 Champion konnte in der Vergangenheit immerhin schon zwei mal in Phoenix gewinnen und hat durch den Sieg am Sonntag natürlich einiges an Momentum dazu gewonnen.

Mit [highlight]Jimmie Johnson[/highlight] hat er zudem einen genialen Phoenix Partner, schließlich hat der sechsmalige Cup Champion vier mal die Victory Lane von innen besucht und auch sonst ist er eine wahre „Maschine“ auf der Strecke, die ihn gleichzeitig zum Topfavoriten macht!

Wenn „Junior“ tatsächlich einen weiteren Sieg an diesem Wochenende perfekt machen könnte, dann würde die NASCAR-Welt vermutlich ein Erdbeben erleben. Doch man muss abwarten wie sich Jr. nun auf den „normalen“ Strecken zurecht finden wird, doch ich pflege immer folgenden Spruch zu sagen: „Einen glücklichen Junior, darf man niemals unterschätzen“. Und das der Sohn von NASCAR Legende Earnhardt Senior zur Zeit glücklich ist, kann niemand abstreiten, schließlich hat selbst ein Rick Hendrick ihn noch nie so oft lächeln gesehen…

Ebenfalls für Furore hat [highlight]Denny Hamlin[/highlight] in Daytona gesorgt, als er weite Teile inklusive der Schlussrunden ohne Spotter und Crew Chief um den Sieg mit Earnhardt Jr. und Brad Keselowski kämpfte. Eine wahnsinnige Leistung in der heutigen NASCAR; doch nicht nur dieser Aufreger hat ihn ins Gespräch gebracht, sondern auch seine zwei Siege im Sprint Unlimited und seinem Budweiser Duel während den Speedweeks. Hamlin scheint wieder Feuer gefangen zu haben, nach seiner desaströsen letzten Saison. Nun heißt es für den Toyota Piloten von Joe Gibbs Racing das Momentum mitzunehmen und dieses in einen Sieg in Phoenix umzuwandeln.  Einmal schaffte er es schon und auch sonst hat der Familienvater eine sehr ausgeglichene und konstante Performance auf dem Phoenix International Raceway. Alles in allem ebenfalls ein Topfavorit für dieses Wochenende.

Interessant zu beobachten wird auch Stewart Haas Racing zu sein. Mit Stewart hat man einen alten Phoenix-Hasen, der zusätzlich hungrig nach Racing ist, nach den Motorproblemen aus dem Daytona 500 und seiner langen Verletzungspause. Zum anderen hat man mit Kevin Harvick (4 Siege, zu letzt im Herbst 2013) und Kurt Busch (1 Sieg) zwei weitere Fahrer, die in Phoenix Jahr starke Leistungen abliefern. Doch natürlich steht nach wie vor ein großes Fragezeichen hinter dem Team, schließlich ist ein Wechsel auf 4 Fahrzeuge kein Zuckerschlecken. Besonders dann, wenn man eigentlich überhaupt kein Platz für einen vierten Wagen im heimischen Shop hat. Das Phoenix Rennen wird ein erstes Indiz sein, wie gut Stewart Haas Racing wirklich sein wird. Deswegen stufe ich die drei nicht als Favoriten ein, doch man sollte sie auf jeden Fall auf der Rechnung haben und im Training beobachten.

Letztendlich muss man also abwarten, ob sich die Kräfteverhältnisse über den Winter hinweg geändert haben. Doch fest steht, dass man auf jeden Fall mit den Jungs von Hendrick Motorsports und Joe Gibbs Racing rechnen sollte. Im Hinterkopf sollte man Carl Edwards von Roush Fenway Racing (Sieger des Frühjahr Rennen 2013) und eben Stewart Haas Racing behalten. Freuen wir uns also auf ein spannendes Rennen mit ähnlich packenden Racing wie wir es vom Daytona 500 am Sonntag gewohnt waren!

Wetter

Regen ist normalerweise in Phoenix ein Fremdwort, so aber nicht an diesem Wochenende. Doch jetzt könnt ihr alle wieder aufatmen, schließlich könnte nur der Samstag verregnet sein (derzeit 100% Regenwahrscheinlichkeit), während Freitag und Sonntag nur mit 20 bzw. 10 Prozent beziffert werden. Stand: Donnerstag, 27.02.2014.

Sonstiges

  • Rennen LIVE auf MotorvisionTV (Sky)! Passend zu den US Vorberichten wird Motorvision um 20 Uhr auf Sendung gehen. Rennstart ist um 21:15 Uhr; alle anderen Zeiten für das Wochenende findet ihr auf unserer TV-Programm Seite!
  • Unsere Tippspiel-Deadline endet mit dem Beginn des Qualifyings am Freitag!
  • Die Entry Liste zählt 46 Fahrer!
 

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