Sprint Unlimited: Hamlin stürmt davon / Vorschau: Daytona 500 Qualifying

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Denny Hamlin gewinnt in dominanter Weise ein hitziges und zugleich kurioses Sprint Unlimited Rennen! / Wer kann sich heute die Poleposition für das Daytona 500 sichern?

Wenn das Sprint Unlimited ein Indiz für die neue Saison sein sollte, dann könnte es teuer werden. Das traditionelle 75-Runden Rennen auf dem Daytona International Speedway mit 18 Teilnehmern, die sich aus den Pole Siegern vom letzten Jahr und Sieger des Rennen aus der Vergangenheit zusammenstellten, hat eigentlich wieder alles enthalten was man sich nur so ausdenken kann. Ein Big One mit neun Wagen, ‚threewide‘ in den Kurven, spektakuläre Rettungsversuche und erhitzte Gemüter. Doch auch das Pace Car machte auf sich aufmerksam, als dieses während einer Caution in Flammen aufging und am Streckenrand von den Fahrern abgestellt werden musste.

Denny Hamlin meisterte all die Hürden im Rennen am besten, sowie am souveränsten. Zwei von drei Segmenten konnte der Joe Gibbs Racing Fahrer für sich entscheiden und konnte zwei Runden vor Schluss mit einem exzellenten Überholmanöver gegen Brad Keselowski die Führung erobern. Danach konnte ihn niemand mehr aufhalten; zu stark war der Toyota Camry von dem Vize-Champion aus dem Jahr 2010. Der Schlüsselpunkt des Überholmanövers war das richtige Timing, was Denny Hamlin in der Victory Lane bestätigte:

„Als ich die Chance ‚threewide‘ oder die #18 [Kyle Busch; Teamkollege] zu pushen hatte, wusste ich das wenn ich die #18 pushe, mein Momentum mindestens für eine Runde verpuffen würde. Ich hatte einen guten Rund und den musste ich irgendwie behalten. Hätte ich den Draft mit Kyle nicht unterbrochen, dann wären wir vermutlich auf Platz sechs oder sieben ins Ziel gekommen,“ so die Kurzanalyse der Schlussphase.

„Er hat seinen Run perfekt getimed und das meiste aus ihm herausgeholt,“ musste auch der zweit platzierte Sprint Cup Champion von 2012, Brad Keselowski, nach dem Rennen zugeben, der ein tolles Rennen gemeinsam mit seinem Teamkollegen Joey Logano fuhr. Als dritter kam Kyle Busch ins Ziel, während Logano und Kevin Harvick die Top 5 komplettierten. Für Denny Hamlin war es der zweite Sprint Unlimited Sieg, nachdem er schon 2006 als Rookie das Rennen für sich entscheiden konnte. Auch ist dieser Sieger ein weiterer Erfolg gegen die Kritiker, die ihn nach seiner Verletzungspause und schwachen Leistungen längst abgestempelt haben.

Nicht so gut lief es für die andere Hälfte des Feldes, wobei das Rennen zu Beginn überraschend ruhig anfing. Doch als Jimmie Johnson seinen Wagen in Runde 30 auf Platz zwei aufgrund von aerodynamischen Besonderheiten verlor und in die Mauer knallte, brachen alle Dämme.

Lediglich sechs Runden später passierte dann, was man sich besonders bei solch einem kleinen Feld nicht wünscht: Der Big One. Matt Kenseth war im Tri-Oval ein wenig zu übermotiviert und unvorsichtig, als er die Linie wechseln wollte. Stattdessen fuhr er mit seinem Heck gegen die Front von Joey Logano und konnte seinen Toyota Camry dann nicht mehr von der Strecke fernhalten. Der wiedergenesene Tony Stewart sowie Jeff Gordon und Kurt Busch konnten nicht mehr ausweichen und auch Ricky Stenhouse Jr. schaffte es nicht mehr rechtzeitig. Als Stenhouse Jr. mit seinem schwer beschädigten Ford Fusion von Roush Fenway Racing wieder der Strecke folgte, krachte er etwas ungeschickt in die Seite von seiner Freundin Danica Patrick, die zuvor ihr Wagen noch abgefangen hatte. Das Resultat des ganzen Chaos war die rote Flagge.

Als die Uhr noch 10 Runden bis zum Ziel anzeigte, kollidierten Dale Earnhardt Jr. und Marcos Ambrose gemeinsam. Der Hendrick Motorsports Pilot hatte einen guten Run auf der Gegengeraden, wurde aber von Keselowski in der Einfahrt in Turn 1 fair geblockt. „Junior“ musste darauf vom Gas gehen und seine Linie etwas nach oben anpassen, bis Marcos Ambrose Bekanntschaft mit dem Heck des Chevrolet SS machte und den Fanliebling sowie sich selber in die Mauer bugsierte. Während der Caution lies Dale Earnhardt Jr. seinen Ärger freien Lauf und fuhr bei geringen Geschwindigkeiten zwei mal in die Seite des Australiers; in einem Interview entschuldigte er sich dafür und meinte, er hätte überreagiert.

Alles in allem war das Rennen also ereignisreich und ein „teurer Spaß“, wie Carl Edwards lachend das Rennen bezeichnete, als auch er seinen Wagen in der Garage nach dem Big One in Runde 36 abstellen musste. Allerdings war keines der V8 Boliden für das Daytona 500 gedacht.

Zu den Regelveränderungen an den Wagen kann man sagen, dass die NASCAR hier einen guten Job getan hat. Durch den größeren Heckspoiler haben die Wagen mehr Stabilität im Draft, was den Fahrern natürlich angenehm ist. Doch auch der Fakt, dass die Wagen in den Kurven nun dichter zusammen fahren könnten aufgrund eines größeren „Lochs“ in der Luft, haben das Racing eindeutig verbessert. Die Fahrer können sich nun wortwörtlich an den Vordermann ansaugen, um dann mit überschüssiger Geschwindigkeit zu überholen. Man darf gespannt sein, wie sich das ganze mit 43 Wagen auf der Strecke entwickeln wird.

Vorschau: Daytona 500 Qualifying

Heute Abend findet dann auch schon das prestigeträchtige Qualifying des „Great American Race“, dem Daytona 500, statt. Hier werden sich insgesamt 49 Piloten einzelnd und nacheinander auf die Strecke begeben, um die Pole Position sowie Platz 2 auszufahren. Für alle anderen heißt es, weiter durch das zermürbende Quali-Verfahren des Daytona 500 zu rutschen. Schließlich werden die Startplätze 3-43 in den Budweiser Duels am Donnerstag unter den Flutlichtern des Daytona International Speedways ermittelt.

Nach der knapp zwei stündigen Testsession vom Samstag, erscheinen die Richard Childress Racing Chevrolets besonders an der ersten Startreihe interessiert zu sein. Neuzugang Ryan Newman konnte sich gestern mit 195,346 Meilen pro Stunden knapp gegen seinen Teamkollegen und Rookie Austin Dillon durchsetzen, der morgen für Trubel sorgen könnte, wenn er die zurückkehrende #3 auf die Pole in Daytona fährt. Die Top 5 komplettierten Rookie Kyle Larson im Chip Ganassi Racing Chevrolet, Kevin Harvick und etwas überraschend Casey Mears!

Doch zeigten die Teams schon alles, was sie können? Ab 19:05 Uhr, wenn das Qualifying mit Dale Earnhardt Jr. als startender Fahrer beginnt, werden wir die Antwort auf die Frage stellen. Für Spannung ist auf jeden Fall gesorgt!

 

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