Vorschau 2014: Roush Fenway Racing

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Team für Team arbeiten wir uns durch die Sprint Cup Garage und werfen ein Blick auf die kommende Saison. Was hat sich verändert und welche Aussichten hat das Team? Heute: Roush Fenway Racing.

Das Sorgenkind unter den „big boys“ im NASCAR Sprint Cup ist ganz klar Roush Fenway Racing. Auch 2013 sollte nicht das Jahr des Ford-Vorzeigeteams werden und mit Platz 9 (Greg Biffle), Platz 13 (Carl Edwards) und Platz 19 (Ricky Stenhouse Jr.) im Gesamtergebnis und lediglich drei Siegen gibt sich das Ford Team aus Concord, North Carolina nicht zufrieden – „Wir waren nur Durchschnitt,“ so Greg Biffles kurze Analyse der vergangenen Saison. Doch was läuft schief bei dem Traditionsteam, welches seit 1988 im NASCAR Sprint Cup immer ganz vorne mitmischt bzw. mitmischen will? Auf der einen Seite kann natürlich der Wagen selber, der Ford Fusion, das Problem sein.

Zu offensichtlich war der Performance Unterschied zum dominierenden Hersteller Chevrolet, aber auch zu Toyota. Insbesondere auf den Intermediate Strecken, also die 1,5 Meiler wie zum Beispiel Charlotte, Kansas oder Las Vegas, hingen die Fords immer ein wenig her. Schuld war die schön aussehende Front bzw. der „3D Kühlergrill“, welcher sich wesentlich von den Varianten seitens Chevy und Toyota unterschied. Nun hat man einige Modifizierungen unternommen und hofft, das Problem in den Griff zu bekommen. Ob man Erfolg hat, wird man im weiteren Verlauf der Saison sehen.

Doch blickt man auf 2012, wo noch das Vorgängermodell des Gen5’s unterwegs, so konnte man ebenfalls nur „durchschnittliche“ Leistungen bei Roush Fenway Racing beobachten. Carl Edwards blieb nach seinem furiosen Vorjahr blass, Greg Biffle und Matt Kenseth ebenfalls. Nun wechselte Kenseth zum Toyota Team Joe Gibbs Racing und siehe da, er fuhr sofort um eine Meisterschaft.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die eher schwach angesiedelten Leistungen nicht unbedingt an den Fahrern liegen. Ganz im Gegenteil, mit Carl Edwards, Greg Biffle und auch Ricky Stenhouse Jr. hat man drei exzellente Rennfahrer in den eigenen Reihen. Hier muss einfach mehr kommen, sonst könnte auch ein Carl Edwards nach dieser Saison wechseln. Vielleicht ebenfalls zu Joe Gibbs Racing? Skittles nämlich hat Interesse bekundet, einen vierten Wagen von JGR die gesamte Saison lang sponsern zu wollen und schon vor 2005 wollte man sich Edwards angeln, welcher sich letztendlich aber bekanntlich für RFR entschied.

#16 Greg Biffle

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Altbekannter Sponsor: 3M. – (c) Luca Gambassa

Mit einem Sieg, nur vier Top 5 Ergebnissen und 13 Top 10 Positionen gibt sich ein Greg Biffle nicht zufrieden – zu viel Talent hat er für solche jährlichen Ergebnisse und das weiß er auch. Mit 45 Jahren geht er so langsam aber sicher auf das Karriereende hinzu und dadurch das sein Vertrag in diesem Jahr ausläuft, fährt er diese Saison eventuell automatisch um seinen Job. Mit 45 Jahren findet man, leider, auch in der NASCAR mehr kein Top-Cockpit in einem neuen Team und ob Biffle der richtige Typ für ein frisches, neues Team im Sprint Cup ist, mag ich zu bezweifeln.

Wie auch immer: Wie für jeden Ford Fahrer heißt es auch für ihn, sich auf den 1,5 Meilen Strecken (die den Chase dominieren) deutlich zu verbessern. Zu oft landete der aus Vancouver, Washington stammende Fahrer außerhalb der Top 20 auf diesem Typ an Strecke und war der Grund für die wilde Achterbahnfahrt.

#17 Ricky Stenhouse Jr.

Für Ricky Stenhouse Jr. war das letzte Jahr – für das erste Sprint Cup Jahr – recht erfolgreich. Mit Platz 19 im Gesamtresultat und einer Pole kann man sich als Rookie durchaus sehen lassen. Auch gewann der zwei malige Nationwide Series Champion den so begehrten „Rookie of the Year“-Award, auch wenn er mit Danica Patrick nicht solch eine harte Konkurrenz hatte wie die Rookies aus diesem Jahr.

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Nein, es ist nicht Lachgas sondern ein Energy Drink. Obwohl eine extra Portion Lachgas für RFR gar nicht mal so verkehrt wäre… – (c) Luca Gambassa

Ziel für dieses Jahr sollte auf jeden Fall ein Sieg und konstantere, sowie bessere Ergebnisse sein. Was durchaus drin ist, wenn Ford und Roush Fenway Racing ihre Probleme in den Griff bekommen. Eine Chase Qualifizierung wäre unterm Strich also ein toller Erfolg für den 26-jährigen. Was mir ein wenig Sorgen bereitet, ist das fehlende Interesse der Sponsoren an ihn, was ich allerdings auch durchaus verstehen kann. Derzeit stehen nur Nationwide (7 Rennen), NOS, und Zest (6 Rennen) offiziell fest als Geldgeber. Da er einen blassen Charakter hat, muss er sich über den Erfolg präsentieren und der fehlt natürlich noch. Ein klein wenig Hoffnung besteht bei Nationwide, die im kommenden Jahr nicht mehr die zweite NASCAR Serie sponsern werden und sich auf ein Sponsoring für Fahrer im Sprint Cup beschränken möchten.

#99 Carl Edwards

Carl Edwards, das heiße Eisen bei Roush Fenway Racing. Sein Können hat er bei seinen Titelkämpfen in den Jahren 2006 und 2011 natürlich bewiesen, doch es soll einfach nicht klappen bei Roush Fenway Racing; wozu ich mich oben ja schon geäußert habe. Dieses Jahr, so bin ich mir relativ sicher, ist ein Jahr welches über die weitere Karriere im Sprint Cup von Edwards entscheiden wird. Sein Vertrag läuft nach dieser Saison aus, sollte RFR und Ford also nicht aus den Puschen kommen, dann kann ich mir einen Wechsel auf jeden Fall vorstellen. Zu gut hat sein Ex-Teamkollege Matt Kenseth es in der letzten Saison vorgemacht wie es gehen kann.

Alles in allem war seine 2013er Saison gar nicht mal so schlecht: Mit einem Sieg im Richmond Rennen vor dem Chase ging er gestärkt in die Playoffs, um dann ähnlich wie ein Kasey Kahne von Hendrick Motorsports einen tiefen Fall ins Leistungstief zu erleben. Durch die neuen Regelungen für den Chase ändert sich natürlich alles und es sollte für ihn und RFR schwieriger werden, im Chase voran zu kommen, da eben der nötige Speed für Rennsiege bisher fehlte.

Wie man merkt sind hier viele Wiederholungen im Text enthalten, was in ein klares Statement resultiert: Ford und Roush Fenway Racing müssen die Probleme endlich in den Griff zu bekommen, sonst droht 2015 eventuell ein Fall ins Mittelfeld, wenn Fahrer wie Carl Edwards eventuell abwandern…

 

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