Vorschau 2014: Stewart Haas Racing

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Team für Team arbeiten wir uns durch die Sprint Cup Garage und werfen ein Blick auf die kommende Saison. Was hat sich verändert und welche Aussichten hat das Team? Heute: Stewart Haas Racing.

2014 wird ein Jahr der Veränderungen im Hause von dem Team Ownern Tony Stewart und Gene Haas, die gemeinsam das Team Stewart Haas Racing seit 2009 leiten. Während schon in den Speedweeks im vergangenen Jahr durchsickerte, dass Richard Childress Racing Veteran Kevin Harvick 2014 in das Team vom drei maligen Sprint Cup Champion dazu stoßen würde, sollte es während der 2013er Saison noch viel turbulenter kommen.

Kurz nachdem sich Tony Stewart einen komplizierten Beinbruch in einem schweren Unfall während eines lokalen Sprint Car Rennen zu zog, gab Gene Haas auf eigener Faust bekannt – so schien es auf dem ersten Blick -, dass auch Kurt Busch 2014 für das Team fahren wird. Stewart und Busch? Und Harvick? Drei Haudegen die schon alle miteinander etwas zu tun hatten, doch das war nicht die einzige Sorge der Journalisten, schließlich waren Danica Patrick und Ryan Newman auch noch unter Vertrag. Ein Fahrer war also zu viel und so musste Tony Stewart seinen langjährigen Freund Ryan Newman aus dem Team entlassen, eine schwierige Entscheidung für jeden Beteiligten. Doch es kam noch dicker: Für vier Fahrzeuge war der Stewart Haas Racing Shop gar nicht ausgelegt, da Stewart erst in ein paar Jahren mit vier Wagen plante. So starteten die Bauarbeiten für einen Anbau kurz nach der Verkündung des Neuzugangs in Form von Kurt Busch.

Doch die Änderungen können sich sehen lassen und auch wenn es drei Rivalen sind: Stewart Haas Racing ist aus fahrerischer Sicht ein wahres Dream Team und alle drei Piloten sind wahre Meisterschaftskaliber. Auch für Danica Patrick sind die beiden Neuzugänge pures Gold, schließlich ist jetzt noch mehr Erfahrung im Team und mehr Fahrer die ihr Tipps geben können. Man darf allerdings von dem Team im ersten Jahr nicht all zu viel erwarten. Stewart, Newman und Patrick hatten zu Beginn der letzten Saison jede Menge Probleme mit dem Material bzw. mit dem Gen6. Wie sich das ganze nun mit vier Wagen entwickelt, sollte man erst einmal abwarten bevor man Wetten eingeht. Doch nichts desto trotz: Stewart Haas Racing hat sehr gut aufgerüstet und ich bin sehr gespannt wie die Saison für die vier Fahrer verläuft.

#4 – Kevin Harvick

Das wird wohl die größte Umgewöhnung für die Fans in diesem Jahr werden. Seit 2001 fuhr Kevin Harvick in der #29 für Richard Childress Racing, nachdem Dale Earnhardt Sr. sein Leben in Daytona verlor. Doch ist es der richtige Schritt für Kevin Harvick? Vermutlich schon. Zwar hatte Harvick 2013 ein sehr gutes Jahr, doch über die Jahre gesehen waren die RCR Wagen nie gut genug für eine Meisterschaft und nach so vielen Jahren, kann die Leidenschaft auch verloren gehen. So könnte der gleiche Effekt entstehen, wie es bei Matt Kenseth in der letzten Saison der Fall war. Auch er rostete förmlich bei Roush Fenway Racing über all die Jahre ein, um dann im letzten Jahr gegen Jimmie Johnson um die Meisterschaft zu fahren.

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Ungewohnte Nummer bei Harvick. – (c) Luca Gambassa

Allerdings muss man beachten, dass Stewart Haas Racing in dieser Saison in einer größeren Aufbauzeit stecken wird. In wie fern dies die vier Fahrer beeinträchtigen wird, bleibt abzuwarten. Aber man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie sich Kevin Harvick in seinem ersten Jahr entfalten wird.

Auch die Crew Chief Position wurde hochkarätig besetzt: Kein geringerer als Rodney Childers wird die #4 in diesem Jahr leiten. Der ehemalige Crew Chief von Michael Waltrip Racing leitete schon David Reutimann und seit 2011 die drei Fahrer Brian Vickers, Mark Martin und den MWR Boss höchstpersönlich, Michael Waltrip. Nach der Spingate Affäre seitens Clint Bowyer galt die Beziehung als angespannt und schließlich zu einer freundlichen Trennung im Oktober 2013. Auch für Sponsoren ist bei „The Closer“ gesorgt, denn die Bierbrauerei ‚Budweiser‘ kommt von RCR mit nach Stewart Haas Racing, ebenso wie ‚Jimmy John’s‘ und ‚Outback Steakhouse‘. So sind alle Rennen für dieses Jahr gedeckt.

#10 – Danica Patrick

Die erste Saison von der Ex-IndyCar Fahrerin kann man relativ zwiegespalten sehen. Auf der einen Seite war es natürlich ihre erste volle Sprint Cup Saison und steht somit, wie jeder Rookie, unter Welpenschutz. Auf der anderen Seite saß sie aber in einem viel zu guten Auto, als das sie in der Tabelle steht. Mit Platz 27 konnte sie sich gerade so gegen ihren Chef Tony Stewart durchsetzen, der allerdings ganze 15 Rennen weniger zum Punkte sammeln hatte. Doch natürlich sollte ein Stewart kein Maßstab für die einzige Frau im heutigen Sprint Cup sein. Nichtsdestotrotz muss dieses Jahr bei Danica Patrick mehr kommen. Ein, für mich, realistisches Ziel sollten wöchentliche Top 20 Ergebnisse sein und eher unauffälligere Aussagen gegen Kollegen, die mit weit schlechterem Material mit ihr im Mittelfeld fahren.

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Danica Patrick in 2014 – (c) Luca Gambassa

Sponsorentechnisch hat sich nichts getan. Ihr jahrelanger Sponsor ‚GoDaddy‘ bleibt ihr so gut wie die ganze Saison loyal und ließ sogar einen weiteren NFL Superbowl Werbespot rausspringen. Nur das Design ihres Wagens hat sich ein wenig geändert. Während der Chevrolet SS mit der Nummer 10 einheitlich in grün gekleidet war, erstrahlt die 2014er Saison in einer satten Farbkombination mit orange und dem bekannten grün. Ein neuer Deal entstand mit ‚Aspen Dental‘, ein Sponsor den sie wahrscheinlich von ihrem Ex-Teamkollegen Ryan Newman geerbt hat.

Wie bei den Sponsoren, bleibt auch innerhalb des Teams alles beim alten. Tony Gibson, der ehemalige Champion (1998 und 2001) Crew Chief von Jeff Gordon und auch Ryan Newman, wird Danica Patrick auch in diesem Jahr in der Box tatkräftig unterstützen.

#14 – Tony Stewart

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Endlich wieder zurück: Tony Stewart. – (c) Luca Gambassa

#4 plus #10 macht #14! Nach langer, bzw. zu langer, Zeit ist Tony Stewart endlich wieder als Fahrer dabei, nachdem er sich in einem lokalen Sprint Car Rennen auf dem Southern Iowa Speedway das rechte Bein in einem schweren Unfall brach. Somit verpasste er die letzten 15 Sprint Cup Rennen aus dem Jahr 2013 und es war lange noch nicht klar, ob er rechtzeitig bis Daytona Ende Februar wieder fit wird. Doch laut den aktuellen Meldungen soll dies der Fall sein und so bekommt „Smoke“ seine 16. Chance, um das Daytona 500 zu gewinnen.

Nun stellt sich natürlich die Frage: Welche mentalen Auswirkungen der Sprint Car Crash bei Tony Stewart ausgelöst hat. Ist er in einem Rennwagen immer noch der alte, oder siegt der Respekt oder gar die Angst über ihn? Das muss sich erst zeigen, doch ich persönlich denke nicht, dass Tony Stewart in irgendeiner Weise beeinflusst wurde. Dafür ist er schließlich zu viel Racer, als Mensch, um es mal ganz plump zu sagen.

Auf der Crew Chief Position gibt es einmal mehr eine Veränderung bei Stewart. Nachdem sein bisheriger Crew Chief, Steve Addington, in Richtung Phoenix Racing abgewandert ist, folgt nun Chad Johnston von Michael Waltrip Racing. Johnston, der langjährige Crew Chief von Martin Truex Jr., verlor seinen Job bei MWR, nachdem Michael Waltrip keine Sponsoren mehr für die #56 fand, da ‚NAPA‘ sich aufgrund der Geschehnisse aus Richmond aus der NASCAR verabschiedete. Wie dem auch sei, dieser Wechsel könnte sich für Tony Stewart auf jeden Fall auszahlen. Früh in der 2013er Saison hatte er Probleme mit Addington und Johnston ist ein hervorragender Crew Chief, der sich nun allerdings auch auf einen anderen Charakter in Form von „Smoke“ einstellen muss. Die Sponsoren, ‚Bass Pro Shops‘, ‚Mobil1‘ und ‚Rush Truck Centers‘, sorgen dafür das insgesamt 33 von 36 Rennen finanziell gesichert sind.

#41 – Kurt Busch

Tony Stewart und Kurt Busch in dem selben Team und dann noch das Team von Stewart selber. Hätte man dies den beiden Hitzköpfen vor einigen Jahren erzählt, sie wären aus dem Lachen wahrscheinlich nicht mehr herausgekommen – schließlich haben die beiden eine nicht ganz so nette, gemeinsame Vergangenheit, was dieses Video gut dokumentiert. Doch ich denke alle Beteiligten sind professionell genug, um sich am Riemen zu reißen.

Für Kurt Busch hätte das Jahr 2013 nicht besser verlaufen können. Eine sehr überraschende starke Performance gemeinsam mit Furniture Row Racing hat „The Outlaw“ wieder zurück in das dicke NASCAR Geschäft gebracht, nachdem er sich 2011 und 2012 vor Enttäuschungen, Pöbeleien und Skandalen nicht mehr retten konnte. Mit einer historischen Leistung – ein 1 Wagen Team in den Chase zu bringen – hat er sich den Team Ownern prima empfohlen und schließlich war es Gene Haas der ihn in Richtung Stewart Haas Racing brachte; eine sehr gute Entscheidung meiner Meinung nach.

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In einem matt schwarz/roten Wagen erscheint Kurt Busch in diesem Jahr auf der Rennstrecke. – (c) Luca Gambassa

Umso erfreulicher für Kurt Busch ist der Fakt, dass auch der Sponsor im Hause bleibt. Schließlich ist Gene Haas nicht nur der Co Owner von SHR, sondern auch der Gründer und Inhaber der ‚Haas Automotive‘ Firma. Somit glänzt das Logo von Gene Haas in allen 36 Rennen auf dem rot/schwarzen Chevrolet SS mit der #41. Busch hat in diesem Jahr die besten Bedingungen seiner Karriere. Besser als bei Roush Fenway Racing, besser als bei Penske Racing und natürlich besser als bei Phoenix Racing und Furniture Row Racing. Er braucht sich keine Sorgen um Sponsoren und Material machen und ich bin davon überzeugt, das Kurt Busch diese Chance nutzen wird!

Kurt Busch gehört sicherlich zu den Top 10 Fahrern der NASCAR in der heutigen Zeit und er hat gezeigt, dass er ein „kleines“ Team um Längen verbessern kann. Und genau diese Fähigkeit ist selbst bei einem Championship Team wie Stewart Haas Racing es ist, immens wichtig, schließlich befindet sich das gesamte Team in einem Umbruch, da ja auch Kevin Harvick dazu stößt. Es wird schwierig, doch ich bin fest davon überzeugt das das Team es zusammen schaffen kann. Und ich bin davon überzeugt, dass dieses Team ein wahres „Dream Team“ alá Hendrick Motorsports oder Joe Gibbs Racing werden kann.

Ob genau dies in diesem Jahr eintreten wird, bleibt aber noch abzuwarten. Die Chase Qualifikation sollte dieses Jahr für Tony Stewart, Kevin Harvick und Kurt Busch erstmal das Ziel sein. Wenn dies geschafft ist, kann man eventuell über einen Titelrun von Busch/Harvick/Stewart nachdenken.

 

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