Das Ende einer Ära #1 – Mark Martin

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Die Saison ist vorbei und auch einige Karrieren. Wir blicken nochmal zurück und in diesem Artikel steht Mark Martin, eine Legende des Sports, im Rampenlicht.

Schaut man sich die Twitter-Timeline von Mark Martin heuer an, dann erkennt man schnell, dass auch er in Erinnerungen schwelgt. Man findet Fotos mit ihm und die leider verstorbene, große Persönlichkeit namens Dale Earnhardt Senior, aber auch Fotos von seinen alten Stockcars und Bilder in seinen jungen Jahren. Wer genauer hinschaut, der findet eine große, tolle und bedeutende Eigenschaft von dem offenen Mark Martin: Fan-Nähe. Heutzutage findet man eher den Begriff „Sponsoren-Nähe“ im 1×1-Buch eines jungen NASCAR Piloten, doch nicht bei ihm. Er ist noch einer vom alten Eisen, der zu schätzen weiß, warum er den Traumberuf „Rennfahrer“ überhaupt Woche für Woche ausüben darf und davon leben kann: Wegen den Fans. Ähnlich wie der große King Richard Petty. Auch Martin stand früher stundenlang an der Strecke, um die letzten Unterschriften auf den Merchandise-Artikeln zu vergeben. Dies ist heutzutage so oder so nicht mehr möglich, egal wie sehr man die Fans liebt.

Alles begann im Jahre 1981, als er und sein Geschäftspartner Bud Reeder versuchten mit einem eigenen Wagen im aufstrebenden Winston Cup (heute Sprint Cup) Fuß zu fassen. Was heute absolut unmöglich ist, war damals noch eine realistische Idee, wenn man es richtig anstellte. Während die ersten Rennen, sein Debüt feierte er auf dem alten North Wilkesboro Short Track, nicht gerade gut verliefen, sammelten sie auf den anderen Short Tracks (Nashville, Richmond und Martinsville) jede Menge Respekt. Zwei mal konnte Martin auf die Pole fahren und alle drei Rennen beendeten er und sein Team in die Top 15 – eine recht gute Leistung, die aber noch niemanden in der Garage beeindruckten.

So richtig los gehen sollte es erst sieben Jahre später, doch dann sollte die einst so sagenhafte Karriere des Mark Anthony Martins ihren Lauf nehmen. Der heute immer noch agierende Jack Roush (Roush Fenway Racing) engagierte den damals 29-jährigen Martin für die 1988er Saison. Lief es anfangs schleppend, wurde man Jahr zu Jahr besser und 1990 fuhr Mark Martin zum ersten Mal um die Meisterschaft, gemeinsam mit dem großen „Intimidator“, Dale Earnhardt Sr. Es sollte nicht nur eine spannende Meisterschaft werden, sondern auch eine atemberaubende Rivalität. Während Martin fast das ganze Jahr die Tabellenführung hielt, holte Earnhardt Sr. von Richard Childress Racing zwei Rennen vor Schluss zum großen Schlag aus und konnte den Ford Fahrer in der Tabelle überholen. Damals ein echter Aufreger und Verschwörungstheorien wurden geschnürt, dass die NASCAR und RCR doch unter einer Decke stecken würde! Doch was ist passiert? Der Knackpunkt war das zweite Saisonrennen in Richmond, welches Mark Martin für sich entscheiden konnte. Nach dem Rennen gab es einen „anonymen“ Hinweis für die Offiziellen und einige Stunden später gab man bekannt, dass Mark Martin ein illegales Teil am Vergaser des Wagens besaß. Der Sieg blieb erhalten, doch ihm wurden ganze 46 Punkte abgezogen. Am Ende der Saison fehlten ihm 29 Punkte auf Dale Earnhardt Sr. und noch heute sagen viele NASCAR Fans, dass die NASCAR Martins Titel auf dem Gewissen hat – auch einige Dale Sr. Fans sind der Meinung…

Gleichzeitig startete in dieser Saison der wahre „Mark Martin“-Mythos, der ihn wohl für immer begleiten wird. Er gilt als der „beste Fahrer, der nie etwas gewann“ und der Spruch trifft es eigentlich so ziemlich auf den Punkt. Schon immer war Martin für etliche P2 Platzierungen bekannt und auch eine Meisterschaft sollte er in knapp 30 Jahren Sprint Cup nie gewinnen können. Auch ein Sieg im „The Great American Race“, das DAYTONA 500, blieb ihm bis heute verwehrt. Und besonders die 2007er Ausgabe kommt wohl den meisten Fans als erster Gedanke in den Kopf, in der Mark Martin nur um wenige Hundertstel von Kevin Harvick geschlagen wurde.

Seinen letzten Championship-Run erlebte Martin im Jahr 2009 bei Hendrick Motorsports, als er gemeinsam mit seinen Teamkollegen Jimmie Johnson und Jeff Gordon in Homestead-Miami um die Meisterschaft fuhr. Doch natürlich endete auch diese Chance mit einem zweiten Platz und Jimmie Johnson durfte seinen vierten Titel in Folge feiern.

Doch auch wenn er nie einen großen Erfolg feiern durfte, besitzt Mark Martin eine echte Chance auf einen NASCAR Hall of Fame Platz. Mit 53 Jahren fuhr er noch auf einem Top Niveau auf der größten Motorsport Bühne in den Vereinigten Staaten von Amerika und das mit Erfolg. Der bekennende Hip-Hop Hörer und Fan von „50 Cent“ hat sich in all den Jahren jede Menge Respekt, Anerkennung und Fans angehäuft, was er sich redlich verdient hat. Mit seinem Wissen, Talent und seiner Erfahrung hat unter anderem er Michael Waltrip Racing zu dem gemacht, was das Team heute ist. Und auch jedes andere Team und Teamkollege hat mit der Zusammenarbeit mit Mark Martin nur gewonnen, nicht zuletzt Stewart / Haas Racing, die ihn nun als Testfahrer behalten wollen.

Nun ist der Mythos Mark Martin beendet und er kann auf eine wundervolle Rennfahrer-Karriere zurückblicken. Doch nun ist es an der Zeit, sich anderen Aufgaben und Hobbys zu widmen. Vermutlich fliegt er gerade mit seiner kleinen Propellermaschine und lauscht der Musik von 50 Cent…

 

 

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