Wüstendrama: Harvick glücklich, Kenseth verdurstet

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Kevin Harvick konnte das 500 Kilometer Rennen durch einen trockenen Tank seitens Edwards gewinnen. Matt Kenseth setzte höchstwahrscheinlich die Meisterschaft in den Sand.

Phoenix ist bekannt für Vorentscheidungen in der NASCAR und auch dieses Jahr könnte sich dies einmal mehr bewahrheiten. Während sich Jimmie Johnson mit einem guten dritten Platz davon stehlen konnte, verdurstete sein Meisterschaftswidersacher Matt Kenseth von Joe Gibbs Racing klaglos in dem 500 Kilometer langen Rennen auf dem Phoenix International Raceway im Mittelfeld – Platz 23. Ganze 28 Punkte liegt der NASCAR Sprint Cup Champion aus dem Jahre 2003 nun hinter dem Führenden namens Jimmie Johnson zurück und bei einem verbleibenden Rennen stehen die Chancen denkbar schlecht.

Doch nicht nur Kenseth sollte in der Wüste von Arizona verdursten, sondern auch der Vize Champion von 2011 Carl Edwards. Nach 311 von 312 gefahrenen Runden sah alles nach einem erneuten Erfolg, der Roush Fenway Racing Fahrer gewann das erste Phoenix Rennen aus diesem Jahr, aus, doch sein Ford Fusion suchte vergeblich nach den letzten Tropfen Sprit und rollte vor der weißen Flagge unfreiwillig aus. Kevin Harvick übernahm die Führung und brachte seinen Chevrolet SS souverän vor den beiden Hendrick Motorsports Fahrern Kasey Kahne und Jimmie Johnson über die Ziellinie. Auch auf Platz vier fand sich ein Fahrer von dem Powerhouse-Team wieder, in Form von Publikumsliebling Dale Earnhardt Junior. Kurt Busch dagegen machte den fünffachen Chevrolet Erfolg auf dem Einmeilen-Oval in Phoenix mit einem fünften Platz perfekt.

Für Kevin Harvick war es nach Richmond, Charlotte und Kansas sein vierter Erfolg in der laufenden Saison und ist in seinem letzten Richard Childress Racing Jahr (2014 fährt er für Stewart / Haas Racing) auf dem besten Wege, die beste Endplatzierung in seiner Karriere zu erringen. Carl Edwards dagegen war der größte Pechvogel an einem bedeckten Sonntag Nachmittag in Phoenix und fasste die finalen Runden relativ kurz zusammen:

„Ich dachte das eine Runde noch drin gewesen wäre. Ich hatte ein bisschen Sprit gespart, aber anscheinend nicht genug. Ich weiß nicht ob ich diese Runde noch sparen hätte können und gleichzeitig Kevin [Harvick] hinter mir zu halten. Es ist eine doofe Art zu verlieren.“

Auch wenn Matt Kenseth seine Probleme hatte, war der Tag für „Mr. Five Time“ Jimmie Johnson nicht weniger stressig. Schon zu Beginn stockten den Fans der Atem, als Penske Fahrer Joey Logano den Meisterschaftsanwärter links am Heck berührte und beide in Richtung Mauer von Turn 1 in Runde 2 schlingerten. Doch im weiteren Rennverlauf wurde es noch knapper. Carl Edwards und Jimmie Johnson berührten sich ebenfalls in Kurve 1, als sie gemeinsam mit Kevin Harvick zu dritt in die Kurve wollten. Der Platz für Edwards in der Mitte ging aus und so kam es zu einer weiteren heiklen Situation. Wieder stand Johnson quer, konnte seinen Wagen aber phänomenal abfangen. Gleiches galt für Edwards.

„Ich bin einfach nur froh das in beiden Situationen nichts passierte. Im ersten Zwischenfall wollte mein Wagen nicht lenken und ich kam auf die äußerste Linie – das war echt haarig. Das gleiche passierte später nochmal,“ so Johnson, der nun auf dem besten Wege ist, Champion zu werden.

Während Johnson diese Situationen meisterte, konnten Kenseth und seine Crew den Wagen nicht ansatzweise verbessern. Immer wieder verlor die #20 auf der Strecke zu viele Positionen und zu allem Überfluss gab es noch Fehler an der Box. So kann man keine Meisterschaft gewinnen.

„Natürlich bin ich enttäuscht,“ so Matt Kenseth. Auf der anderen Seite könnte ich nicht stolzer auf mein Team sein. Du hast eben solche Tage und natürlich möchtest du mit den gleichen Ergebnissen wie in den letzten Wochen ins Ziel kommen. Wir versuchen alle unser bestes und das jede Woche. Manche Tage gehen glücklich aus, manche nicht.“

Mit 28 Punkten Vorsprung muss Jimmie Johnson am Sonntag „lediglich“ 23. werden, im Falle eines Sieges und den meisten Führungsrunden bei seinem Konkurrenten Matt Kenseth. Doch auch Kevin Harvick hat mir 34 Punkten Rückstand noch theoretische Chancen auf den Titelgewinn, sollten Johnson und Kenseth in dem 400 Meilen Rennen auf dem Homestead-Miami Speedway ein Disaster erleben. Eine ausführliche Vorschau auf das letzte Rennen dieser Saison findet ihr natürlich wie gewohnt im Laufe der Woche.

 

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