Überraschung: Brad Keselowski siegt in Charlotte

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Wieder einmal gewannen nicht diejenigen, die das Rennen dominierten: Brad Keselowski konnte Kasey Kahne bei einem späten Restart überholen und ist der Sieger des „Bank of America 500“!

So spektakulär das Rennen in Kansas war, umso ruhiger war es in Charlotte. Lediglich vier Cautions unterbrachen das 500 Meilen Herbst-Rennen im Herzen der NASCAR auf dem Charlotte Motor Speedway und am Ende stand relativ überraschend der Sprint Cup Champion aus 2012 in der Victory Lane. Penske Racing Pilot Brad Keselowski setzte sich im finalen Stint, der über 23 Runden ging, gegen die dominierenden Fahrer Kasey Kahne und Jimmie Johnson durch und beendete so seine Durststrecke von 37 Rennen, in denen er nicht gewinnen durfte. So überraschend der Sieg für die Fans und Fahrer war, war er für Keselowski ebenso:

„Ich hätte nicht gedacht, dass wir das heute gewinnen könnten. Aber ich habe einfach ein verdammt gutes Team und ich weiß, dass wir alles hatten, um ein Meisterschafts-Team zu sein. Wir konnten einfach nur nicht den letzten Druck ausüben,“ so Brad Keselowski einmal mehr über die verpasste Chase-Qualifikation.

Doch es war keine einfache Aufgabe für den Ford Piloten. Die späte Caution, die aufgrund „debris“ auf der Strecke ausgerufen wurde, verhinderte womöglich einen Sieg von Hendrick Motorsports Pilot Jimmie Johnson der bis dahin das Rennen fest im Griff hatte – dicht gefolgt von seinem Teamkollegen Kasey Kahne der ebenfalls über lange Strecken das Rennen dominieren durfte. Als alle Fahrer die in der Führungsrunde verweilten in die Box in der besagten Caution kamen, war der Reifenpoker im vollen Gange. Johnson, Kenseth und auch Brad Keselowski entschieden sich für vier Reifen, während Kasey Kahne (Jeff Gordon und Kyle Busch) sich für zwei Reifen entschied und das Feld zum vierten und finalen Restart anführte.

Sein Teamkollege Jeff Gordon konnte mit Kasey Kahne nicht mithalten und auch Jimmie Johnson verlor zu viel Boden bei dem Restart, als das er hätte eingreifen können. Dahinter formierten sich allerdings dann Matt Kenseth und Brad Keselowski die mit vier frischen Reifen unterwegs waren. Nachdem sie sich beide um die zweite Positionen über einige Runden stritten, gelang es Brad Keselowski vorbeizuziehen und die Jagd auf den bärenstarken Kasey Kahne zu starten.

Nicht lange dauerte es bis Brad Keselowski auf ihn aufschloss und circa 12 Runden vor Schluss begann ein spannender und spektakulärer Kampf um die Führung und natürlich um den Sieg. Immer wieder fuhren sie nebeneinander, tauschten Lack aus und ein ansehnlicher „Crossover“-Manöver von Kasey Kahne ließen die wenigen Fans vor Ort jubeln. Als noch acht Runden auf der Uhr standen, konnte sich Kahne mit seinen zwei Reifen nicht mehr wehren und musste Keselowski ziehen lassen. Dies war seine fünfte Platz 2 Platzierung in der laufenden Saison.

„Das war ein toller Kampf. Er [Keselowski] hatte vier neue Reifen und ich nur zwei und ich habe alles getan, was ich machen konnte, doch er kam neben mich und konnte sich dann vor mir setzen,“ so Kasey Kahnes kurze und knackige Analyse der Schlussphase.

Brad Keselowski zollte Kasey Kahne Respekt für den engen Zweikampf und konnte sich einen Seitenhieb gegenüber seinen Erzrivalen Kyle Busch nicht verkneifen:

„Ich liebe hartes Racing und da draußen sind viele Jungs, die nicht hart racen können und komplett ausflippen. Kasey ist nicht einer von denen – er ist ein exzellenter Fahrer. Er fuhr hart gegen mich, aber immer fair und das ist tolles Racing. Er hat einen großartigen Job gemacht und verdient viel Respekt dafür,“ so Brad Keselowski in der Victory Lane.

Hinter Keselowski und Kahne, komplettierten Matt Kenseth, Jimmie Johnson und Kyle Busch die Top 5. Das gesamte Rennergebnis könnt ihr hier auswerten. In der Meisterschaftswertung konnte Matt Kenseth seinen drei Punkte Vorsprung mit einem Punkt ausbauen und wird am nächsten Sonntag als Führender in Talladega an Start gehen. Hinter den beiden Spitzenreitern Kenseth und Johnson, folgt Kevin Harvick mit einem 29 Punkte Rückstand, sowie Jeff Gordon und Kyle Busch mit 36 bzw. 37 Punkten hinter dem ersten.Danach folgt erst einmal gähnende Leere, bis Roush Fenway Racing Pilot Greg Biffle mit über 58 Punkten Rückstand auftaucht. Hier besteht so gut wie keine Chance mehr auf die Meisterschaft. Den gesamten Überblick über die Punktesituation findet ihr hier.

Auch erwähnenswert:

  • Kyle Larson’s Motor vermieste dem Debütanten einen tollen Einstand in den Sprint Cup. Im letzten Drittel des Rennens verlor der Youngster einen seiner acht Zylinder und musste dann wenig später seinen Wagen in der Garage abstellen. Bis dahin fuhr der kommende Earnhardt-Ganassi Racing Fahrer überwiegend in den Top 20, mit kurzen Ausreißern in die Top 15. Am Ende war es die 37. Position. Doch in Martinsville bekommt er eine weitere Chance, Erfahrungen mit den Sprint Cup Wagen zu sammeln.
  • Auch Denny Hamlin konnte eine Negativ-Serie in Charlotte beenden: Nach 16 Rennen konnte der Vize-Champion aus 2010 endlich wieder in die Top 10 gelangen.
  • Für Dale Earnhardt Jr. verlief das Rennen nicht so gut. Mit einem starken Fahrzeug zu Beginn, verlor der Chase-Fahrer zunehmend an Speed und hatte am Ende mit einem stark übersteuernde Wagen zu kämpfen. Am Ende kam der Hendrick Motorsports Pilot lediglich als 15. ins Ziel.

Nächste Woche geht es dann auf das 2,5 Meilen große Casino Oval von Talladega. Wird ein Big One die Meisterschaftssituation noch einmal kräftig durchschütteln? Man darf gespannt sein! Eine ausführliche Vorschau findet ihr im Laufe der nächsten Woche hier bei uns.

 

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