Kevin Harvick gewinnt bizarres Rennen in Kansas

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Nicht weniger als 15 Gelbphasen unterbrachen das 400 Meilen Rennen in Kansas. Am Ende stand Kevin Harvick zum dritten Mal in dieser Saison in der Victory Lane! – Kyle Busch aus dem Titelkampf?

Das Rennen in Kansas fing so an, wie das letzte Oktober-Kansas-Rennen aufgehört hatte. Schon in Runde eins musste der Pace Car Fahrer seinen Dienst antreten, als Stewart-Haas Racing Fahrerin Danica Patrick ihr Wagen im hinteren Feld schon in Kurve 1 während einer 3-Wide Situation verlor und ihre Kollegen Cole Whitt, sowie Landon Cassill einsammelte. Auch Kyle Busch musste notgedrungen einen Dreher von der Fahrbahn auf das Apron in Kauf nehmen, schließlich startete er zusammen mit seinem Bruder Kurt Busch das 400 Meilen Rennen von hinten, nachdem er am Samstag auf das Ersatzauto umsteigen musste. Doch der Tag sollte für den Kansas-Pechvogel noch schlimmer kommen…

Ab Runde 48 erlebte das Rennen dann die längste Grünphase (40 Runden) des Rennen, die dann durch eine umstrittene „debris“-Caution unterbrochen worden ist, genau zu dem Zeitpunkt, als sich der Polesitter und Führende im Rennen Kevin Harvick in der Box befand. Nachdem sich Harvick äußerst verbal übers Radio beschwerte, konnte es weiter gehen, doch so einen wirklichen Rhytmus sollte das Rennen allerdings nicht mehr finden. Die Führung wechselte munter zwischen einem starken Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. umher und auch Matt Kenseth konnte wieder Führungsrunden einsacken.

Doch wo es viele Cautions gibt, gibt es natürlich auch Opfer. So zum Beispiel ein Teilstück der schönen Hecke von Kansas die kurioserweise Feuer gefangen hatte, aber auch Meisterschaftsanwärter wie Kyle Busch, der erst von Juan Pablo Montoya auf der Start/Ziel Geraden in Runde 188 gedreht worden ist und wenig später dann abschließend nach einem Restart hart in der Mauer von Kurve 2 landete – in beiden Zwischenfällen hatte Kyle Busch zumindest eine gewisse Teilschuld. Sind die Chancen auf die Meisterschaft für Kyle Busch nach diesem Rennen gleich Null? Mit 35 Punkten Rückstand sollte es nicht mehr reichen, wenn Matt Kenseth und Jimmie Johnson keine Fehler mehr machen sollten.

 

Nach zwei weiteren Cautions sollte es zum finalen Restart mit 19 verbleibenden Runden kommen. Der erfahrene und längst wieder an der Führung liegende Kevin Harvick konnte seinen „clean air“ Vorteil ausnutzen und ließ seine Konkurrenten Kurt Busch und Jeff Gordon hinter sich, letzter errang vor der Caution beinahe die Führung von Harvick, konnte diesen Druck aber nicht mehr weiter ausüben da Kurt Busch die zweite Position an sich nahm. Überhaupt hatten sich die beiden Champions am Sonntag besonders lieb, als sie ein paar Berührungen durch hartes Racing miteinander hatten. Nach dem Rennen hatten beide eine längere, aber ruhige Diskussion. Einsichtig wollte sich aber keiner der beiden Hitzköpfe zeigen. Harvick dagegen freute sich über seinen wohl verdienten dritten Saisonsieg:

„Es fühlte sich so an, als hätte ich zwei verschiedene Wagen heute gefahren. Die Debris-Caution zu Beginn des Rennens hat uns weit zurück geworfen und der Wagen war nur am übersteuern. Dann, als die Wolken über die Strecke zogen, wurden wir wieder besser, als wir die mittlere Linie in den Kurven nutzen konnten,“ so Harvicks Rennanalyse. „Es war ein guter Tag. Ich bin einfach nur sehr glücklich für jeden in diesem Team.“

Auch in der Meisterschaft sieht es für Harvick wieder besser aus. Nachdem Matt Kenseth lediglich als als elfter ins Ziel kam und auch Johnson mit Motorproblemen in der letzten Runden außerhalb der Top 5 (P6) landete, konnte „The Closer“ einige Punkte gut machen. So ist er nach dem vierten Chase Rennen dritter in der Meisterschaft mit einem Rückstand von 25 Punkten auf den Führenden Joe Gibbs Racing Fahrer Matt Kenseth. Jimmie Johnson liegt lediglich mit minimalen drei Punkten zurück!

Auch erwähnenswert:

  • Beide Richard Petty Motorsport Piloten, Aric Almirola und Marcos Ambrose zeigten ein starkes Rennen und beendeten das Rennen in den Top 10. Ambrose musste sogar in Runde 197 (von 267) einen Dreher auf der Gegengeraden in Kauf nehmen, kam aber ohne Schaden am Auto davon.
  • Wie Kevin Harvick hatte auch sein Teamkollege Paul Menard ein starkes Auto und fuhr ein solides Rennen. Am Ende kam Menard auf dem siebten Platz ins Ziel, was „erst“ sein achtes Top 10 Ergebnis in dieser Auto war. Jeff Burton verpasste die Top 10 durch einen zwölften Platz nur knapp.
  • Vollständiges Rennergebnis und Chase-Punktestand

Nächste Woche steht das erste von zwei Chase-Nachtrennen auf dem Plan. Mit Charlotte besucht man ein weiteres 1,5 Meilen Oval, bevor es dann auf den Superspeedway von Talladega geht. Eine ausführliche Vorschau findet ihr wie gewohnt im Laufe der Woche hier bei uns.

 

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