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Die Spingate-Affäre: Geht es noch lächerlicher?

Ein kleines Resümè der Ereignisse von Richmond und wer der größte Verlierer an der ganzen Geschichte ist.

(Von Niklas Eckl) – Der 7. September 2013 könnte ein bedeutender Tag in der Geschichte von Michael Waltrip Racing werden und dies ist nicht positiv gemeint. Es könnte ein wirklich dunkler Tag werden, schließlich könnte das Team so viel verlieren, was sie sich in knapp zwölf Jahren hart erarbeitet haben. Nachdem Clint Bowyer in den finalen Runden einen Dreher gewollt provozierte und so die Caution auslöste, drehte sich das Bild rund um den “Chase for the NASCAR Sprint Cup 2013″ genauso lächerlich, wie es der Dreher von Bowyer war.

In wenigen Tagen veränderte sich das Bild der zwölf Chase Fahrer radikal. Durch die 50-Punkte Strafe für alle Michael Waltrip Racing Fahrer in der Meisterschaft, verlor Martin Truex Jr. seine zweite Wildcard und rutschte somit aus dem Chase. Nun war es Ryan Newman der die zweite Wildcard beanspruchte und wurde so durch den verpassten Sieg in Richmond durch Bowyers Dreher getröstet. Am nächsten Freitag, nur wenige Minuten vor dem ersten freien Training in Chicago, waren die zwölf Fahrer aber immer noch nicht offiziell. Nein, nein. Die NASCAR entschied sich einfach dazu, dass man Jeff Gordon von Hendrick Motorsports als dreizehnten Fahrer des Chase verkündet, aufgrund der Vorkommnisse im Richmond Rennen. Dazu zählt auch das Manöver zwischen Front Row Pilot David Gilliland und Joey Logano. Letzterer gewann somit wichtige Punkte und blieb so unter den Top 10. Ein Manöver, welches übrigens schon seit über 60 Jahren in der NASCAR gibt.

Durch diesen Schachzug, die Gordon Fans mögen mir verzeihen, hat sich die NASCAR noch lächerlicher gemacht. Man hat das sportliche Bild von 26 Rennen ruiniert, was der Chase übrigens sowieso schon tut, und man hat ein ungeschriebenes, aber wichtiges Gesetz gebrochen: Die Fans wussten nicht wer im Chase ist, als sie von der Strecke gegangen sind und als sie den Fernseher abgeschaltet haben. Dieses ungeschriebene Gesetz besteht seit Jahrzehnten, dass die Fans wissen das XYZ das Rennen gewonnen hat, egal was passiert ist. Es war einfach nicht richtig einen Bowyer im Chase zu haben, einen Martin Truex Jr. rauszukicken und einen Gordon Fan einfach mal hinzufügen. Bei Truex Jr. hatte man wenigstens eine plausible Erklärung: Er bekam eine Punktestrafe und fiel hinter Newman. Somit bekam Newman den Zuspruch für die zweite Wildcard. Bei Gordon allerdings, war es einfach nur ein Machtwort der NASCAR alá “Hey Jeff. Du bist übrigens im Chase. Einfach so, weil wir es können!”.

Diese Woche allerdings kam es noch dicker (für Martin Truex Jr.)! Der große Michael Waltrip Racing Sponsor “NAPA Auto Parts” für Truex Jr. hat sich dazu entschieden, im nächsten Jahr keine Logos mehr auf dem Wagen mit der Nummer #56 zu platzieren, da man vom Geschäftspartner MWR enttäuscht sei. Aarons und 5 Hour Energy bleiben. Clint Bowyer kommt einmal mehr ungeschadet davon…

Martin Truex Jr. also hat durch die dummen Aktionen von seinen Teamkollegen seinen Chase-Platz, einen großen Sponsor und vielleicht sogar seine Existenz bei MWR selber verloren. Denn ohne Sponsor, kein Vollzeit-Auto. Sollte sich tatsächlich kein Sponsor finden, dann wird Martin Truex Jr. wechseln müssen und die richtig guten Plätzen sind weg. Einzig und allein Furniture Row Racing ist eine Option, die allerdings im Vergleich zu MWR mikrig ist. Aber kommen wir zu der moralischen Frage: Möchte man überhaupt für solch ein Team (MWR) fahren, die betrügen? Nein, ich persönlich wollte das nicht.

Einen Sponsor zu verlieren ist die größte Strafe in der NASCAR, die es überhaupt gibt. Das eine unbeteiligte Person (Truex Jr.) bestraft wird, ist nie schön. Doch nun sollten alle Beteiligten gelernt haben, was passieren kann, wenn man versucht den Sport zu manipulieren. Und auch die NASCAR sollte aus den letzten Wochen gelernt haben, dass man das sportliche Bild nicht durch Worte verändern sollte. Denn so tief wie die NASCAR in den letzten Wochen gesunken ist, ist die NASCAR wohl noch nie. Der 7. September ist ein dunkler Tag in der Stockcar-Geschichte…

Dieser Artikel basiert nur auf meiner persönlichen Meinung und muss nicht mit eurer übereinstimmen.

About Niklas Eckl

Ich bin 18 Jahre alt, komme aus Nordrhein-Westfalen und bin ein passionierter NASCAR Fan seit einigen Jahren. Ein Teil von www.ThreeWide.de bin ich 2012 geworden und bin seitdem für den Content rund um den Rennalltag und den Stories hinter den Fahrern verantwortlich.

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