Vorschau – Der Chase 2013

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Der „Chase for the Sprint Cup“-2013 steht vor der Tür und die Zeit ist reif, sich auführlich auf die spannendsten 10 Rennen vorzubereiten!

„12 Fahrer. 1 Champion.“, so heißt die Devise in den kommenden Wochen in der NASCAR, wenn zwölf Fahrer in zehn Rennen um die Meisterschaft der populärsten amerikanischen Rennserie kämpfen. Doch wer sind die zwölf „Auserwählten“ und wer hat die besten Chancen, um am Ende ganz oben zu stehen? Und außerdem: Welche 10 Strecken wird der NASCAR Sprint Cup besuchen? Fragen über Fragen, die wir in unserer ausführlichen Chase-Vorschau versuchen zu beantworten! (Hinweis: Dieser Artikel ist in mehrere Seiten eingeteilt.)

Inhaltsverzeichnis:

  • Seite 1 – Die Fahrer
  • Seite 2 – Die Strecken
  • Seite 3 – Zahlen und Fakten

Die Fahrer

Kenseth

Matt Kenseths bisherige Saison ist ein wahrer Paukenschlag gewesen. Nach dem er im Winter von seinem langjährigen Team Roush Fenway Racing zu Joe Gibbs Racing wechselte, gab es viele Zweifler, schließlich konnte er bei RFR auf eine langjährige Beziehung zurückgreifen. Doch die Kritiker sollten schnell verstummen, als der Sprint Cup Champion aus dem Jahr 2003 sein erstes Rennen in Las Vegas gewinnen konnte und wenige Wochen in Kansas nachlegte. Das Gesamtbild verzierte er mit seinem ersten Southern 500 Sieg in Darlington und nannte diesen Sieg als seinen größten in seiner bisherigen Karriere. Ein eher schlechter Sommer trübte die bisherige tolle Saison, doch spätestens in Bristol, ein weiteres Saisonhighlight, lies er die unzähligen Journalisten in Amerika erneut verstummen, als er einen bärenstarken Kasey Kahne hinter sich ließ und seinen fünften Saisonsieg unter dem Sternenhimmel von Bristol, Tenessee feierte.

Mit fünf Saisonsiegen ist er nun vorerst der Spitzenreiter, bevor es in die finalen 10 Rennen dieser, für ihn, grandiosen Saison geht. Er in den bisherigen 26 Rennen bewiesen, dass er auf jedem Streckentyp ein wahrer Siegkandidat ist mit dem man rechnen muss. Insbesondere auf den Intermediate-Ovalen, die den Chase dominieren, sind er und Joe Gibbs Racing das beste Team, schließlich führt Matt Kenseth die Intermediate-Rangliste vor Kasey Kahne an. Kenseth ist neben ein, zwei Personen der absolute Titelkandidat in diesem Jahr!

Johnson

Nach dem verlorenen Kampf gegen den Penske Fahrer Brad Keselowski, waren Jimmie Johnson und das gesamte Hendrick Motorsports #48 Team natürlich doppelt motiviert. Mit einem Sieg in Daytona 500, sein zweiter Erfolg im wichtigsten Rennen des Jahres, konnte er sowohl seine Fans, wie auch seine Kritiker, überraschen, schließlich war er der größte Superspeedway-Pechvogel den es wohl in den letzten Jahren gab. Drei weitere Siege folgten und es schien, als wäre Jimmie Johnson besser denn je. Seit April hielt er die Punkteführung (stellenweise über 70 Punkte Vorsprung) und gab sie erst nach dem zweiten Richmond Rennen am vergangenen Sonntag ab. Die verlorene Punkteführung war das Sinnbild eines verkorksten Augusts, der Monat, der ihm schon immer Probleme bereitete.

Das Momentum ist verloren und das könnte die Chance der Konkurrenz sein. Doch Obacht: Die kommenden zehn Strecken gehören zu den stärksten Rennen von Jimmie Johnson und sollte sich nicht wundern, wenn Jimmie Johnson schon in Chicago durchstartet. Auch der große Gamebreaker, Talladega, ist für ihn in diesem Jahr eine Topstrecke geworden, schließlich gewann er bisher zwei von drei ‚restrictor plate‘ Rennen in diesem Jahr. Auch wenn Johnson derzeit womöglich auf dem Boden liegt, ausgezählt ist er noch lange nicht. Jimmie Johnson – der Name eines weiteren Topfavoriten.

Kyle

Die Saison von Joe Gibbs Racing Pilot Kyle Busch ist bisher eine wahre Achterbahnfahrt. Neben vielen Top 10 Platzierungen und vier Siegen, musste der 28-jährige ebenso viele Zieleinläufe jenseits der Top 20 einstecken, konnte sich aber die meiste Zeit lang in den so wichtigen Top 10 der Meisterschaft halten. Im August und Anfang September konnte der jüngere der Busch-Brürder im Sprint Cup noch einmal nachlegen und empfohl sich als Meisterschaftskandidat. Mit einem Sieg in Atlanta unterstrich er die Dominanz von Joe Gibbs Racing auf den 1,5 Meilen Ovalen, schließlich gewann er auch schon früher im Jahr auf dem Texas Motor Speedway.

Kyle Busch ist ähnlich wie Kasey Kahne ein typischer „Achterbahn-Fahrer“. Mal läuft es richtig gut und dann plötzlich nicht mehr, da Unfälle passieren oder die Technik des Wagen versagt. Auch konnte Kyle Busch noch nie in einem Chase überzeugen, doch viele denken nun, dass er reif für einen „Championship-Run“ ist. Die #18 ist auf jeder Strecke schnell, Joe Gibbs Racing ist so gut wie schon lange nicht mehr und Kyle Busch selber hat dazu gelernt. Er gehört sicherlich zum engeren Favoritenkreis dazu.

Harvick

Schon während den Speedweeks war es das schlecht gehüteste Geheimnis der Silly Season: Kevin Harvick wird zum Ende hin sein langjähriges Team (seit 2001) Richard Childress Racing verlassen, wo er das schwere Erbe von der NASCAR Legende Dale Earnhardt Sr. nach dessen Tod übernommen hatte. Somit wird er den gleichen Weg wie sein Kollege Matt Kenseth im nächsten Jahr einschlagen und darf dann mit Stewart-Haas Racing nach Siegen jagen. Doch auch dieses Jahr sollte gut werden. Mit einem Sieg in Richmond und Charlotte bewies er, dass er sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt und weiterhin Topleistungen bei RCR zeigen wird. Auch seine gewohnten, konstanten Ergebnisse blieben wie jedes Jahr nicht aus. Somit konnte sich „Mr.-Where-Did-He-Come-From?“ schon früh für den Chase qualifizieren und steht mit seinen zwei Siegen auf der vierten Position gut da.

Kevin Harvick ist vielleicht nicht der absolute Topfavorit in diesem Jahr, doch seine Leistungen stimmen. Er fährt gewohnt unauffällig und konnte dieses Jahr sogar schon zwei mal gewinnen. Wenn er diese Leistung in den letzten zehn Rennen ebenfalls zeigen kann, dann sollte man ihn natürlich nicht abschreiben.

Edwards

Nach einem verlorenen und verpatzten Jahr 2012 für Carl Edwards hieß es nun wieder „Angriff“ und was für einer! Schon im zweiten Saisonrennen, Phoenix, konnte er in seinem Ford Fusion ein Spritrennen mit GWC-Finale für sich entscheiden und glänzte mit konstanten Ergebnissen im Frühling und Sommer. Es schien, als würde Ford hinter den beiden anderen Marken (Chevrolet und Toyota) hinter her hängen. Mit dem Sieg in Richmond, dass letzte Rennen vor dem Chase, konnte Edwards nochmal seine Mission unterstreichen: Der Titelgewinn.

Carl Edwards ist kein Favoriten auf den Titelgewinn, was auch für die anderen Fords im Chase gilt. Ford hat zwar aufgeholt, können aber nicht gegen die Chevrolet und Toyota Dominanz auf den 1,5 Meilen Ovalen gegen angehen, zu stark sind insbesondere Hendrick Motorsports und Joe Gibbs Racing. Doch das gewonnene Momentum für Edwards könnte ihm gut tun und in der NASCAR weiß man nie, was als nächstes geschieht!

Logano

Auch Joey Logano wechselte nach dem 2012er Saisonende zu einem anderen Team, in seinem Fall zum Championship Team Penske Racing. Konnte er bei Joe Gibbs Racing nie in die riesengroßen Fußstapfen von Tony Stewart treten und die kritischen Stimmen wurden natürlich lauter, als er zu Penske wechselte, wo der Druck womöglich noch höher sein könnte, da Brad Keselowski den Titel holte. Mit viel Krawall zwischen Denny Hamlin, Tony Stewart und ihm war der junge Fahrer auch weiterhin in den Schlagzeilen und die Ergebnisse waren eine kleine Abenteuerreise. Mal hoch, mal runter, eine typische Logano Saison eben. Seit Indianapolis fasste er dann allerdings Fuß und startete eine Aufholjagd, schließlich war er weit von den Top 10 entfernt.

Mit sechs Top 10 Ergebnissen in sieben Rennen und einem Sieg schaffte er es in den Chase und hat ähnlich wie Edwards viel an Momentum gewonnen. Für den Titel wird es wahrscheinlich letzten Endes nicht reichen, doch die nächsten Jahre könnten für den 23-jährigen toll werden.

Biffle

Der Roush Fenway Racing Teamkollege von Carl Edwards ist auch dieses Jahr wieder im Chase gelandet. Still und heimlich konnte sich Greg Biffle in den letzten Wochen und Monaten in Position bringen, um in den zwei September Rennen vor dem Chase in die Top 10 zu hüpfen, abgesichert durch einen Sieg aus Michigan, wo er gemeinsam mit Ford den 1000. Ford-Sieg in der NASCAR feiern durfte.

Meisterschaftswürdig sind die Leistungen bisher allerdings nicht gewesen und wird wahrscheinlich auch nicht mit eingreifen können, wie die beiden anderen Ford Piloten Edwards und Joey Logano, zu stark ist die Konkurrenz. Doch auch an dieser Stelle sei wieder gesagt: Nichts ist unmöglich und ein Tony Stewart hat 2011 gezeigt, wie es gehen kann! Ein Favorit ist Greg Biffle dennoch nicht.

Bowyer

Clint Bowyer’s Saison fing dort an, wo sie endete. Nachdem er der Vizechampion aus dem vergangenen Jahr war, hatte man natürlich so seine Bedenken. Schließlich gab es seit einigen Jahren den Vize-Fluch, der zum Beispiel über Denny Hamlin 2011 lag oder auch über Carl Edwards im vergangenen Jahr. Doch Bowyer sollte verschont bleiben. Mit sehr konstanten Erfolgen blieb er Jimmie Johnson auf den Fersen, doch zu einem Sieg sollte es bisher noch nicht reifen.

Wenn Clint Bowyer die Eskapaden aus Richmond hintersich lasse kann, dann ist Bowyer ein sehr ernstzunehmender Konkurrent um die Meisterschaft in diesem Jahr. Letztes Jahr hat er es bewiesen, dass er gar nicht mal so weit weg von der Cup Trophy ist. Wenn er nun ein paar seiner konstanten Ergebnisse in Siege ummünzen kann, dann wird er in Homestead-Miami um den Titel mitfahren können. Bowyer ist ganz klar neben Matt Kenseth und Jimmie Johnson ein Topfavorit!

Jr

Auch Hendrick Motorsport Pilot und Publikumsliebing Dale Earnhardt Jr. schaffte es in Richmond wieder in den Chase zu kommen, kein Wunder bei seinen sehr konstanten Ergebnissen. Ein Sieg blieb bisher aus und richtig viel kann man über ihn nicht schreiben. Ob man es lesen mag oder nicht: „Junior“ wird eher eine Statistenrolle im diesjährigen Chase sein, als ein wirklicher Favorit. Dazu war er zu weit von Siegen entfernt.

kurt

„From Zero, to Hero, to Zero, to Hero?“, oder so ähnlich. Kurt Busch hat mit dem Team aus Denver, Furniture Row Racing, das unmögliche möglich gemacht. Zum ersten Mal in der Chase Geschichte hat es ein 1 Wagen-Team in den Chase geschafft. Auch wenn das Team eine Kooperation mit Richard Childress Racing am Laufen hat, eine phänomenale Leistung die man unbedingt respektieren sollte. Mit Startschwierigkeiten ging man in die Saison, doch je später das Jahr wurde, desto besser wurde man. 13 Top 10 Ergebnisse und 8 Top 5 Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache und wenn man sich hier und da ein paar Missgeschicke von Kurt Busch und der Crew wegdenkt, dann hätte man vermutlich auch in der Victory Lane stehen können.

Man traut es kaum zu sagen, aber: Kurt Busch ist ein kleiner Geheimfavorit in diesem Jahr. Die Leistung auf der Strecke hat in den letzten Wochen und Monaten gestimmt und man hatte eigentlich immer die Möglichkeit in die Top 10 zu fahren. Der größte Kritikpunkt, und das weiß auch Herr Busch, ist die Pitcrew an der Strecke. Man hat zu viel Zeit durch zu viel Fehler über das ganze Jahr hinweg in der Box verloren, in Rennen, die man hätte gewinnen können. Die Crew muss über sich hinauswachsen in den kommenden zehn Rennen. Doch egal was kommen mag: Dieses Team hat sich den Respekt in der Garage verdient!

kahne

Kasey Kahne’s Saison begann überragend und entwickelte sich früh zu einem Fahrer, den man auch am Ende des Jahres im Blick behalten sollte, schließlich stand er für einige Wochen in den Top 4 der Meisterschaft. Doch ein schlechter Sommer mit viel Pech sollte den Hendrick Motorsports weit zurückfallen lassen und am Ende sollte es, wie letztes Jahr, dann doch nur mit einer Wildcard reichen.

Mit einer guten Performance auf den 1,5 Meilen Ovalen ist Kasey Kahne gut beraten und ist in der Intermediate-Rangliste hinter Matt Kenseth auf dem zweiten Platz, ein Kriterium welches erfüllt sein sollte, möchte man im Chase gute Chancen haben. Kasey Kahne ist, wie viele es schon vor der Saison prognostitiert haben, ein Geheimfavorit. Zwar hat er nun schon einen 15 Punkte Rückstand, doch in 10 Rennen kann natürlich eingies passieren. Sollte ihn das Pech verschonen, dann ist Kasey Kahne sicherlich ein Fahrer den man beobachten muss.

newman

Selten gab es so einen Hick-Hack um einen Chase Platz. In Richmond sah es noch so aus, als würde Martin Truex Jr. den zwölften Chase Platz bekommen, doch nach einer nachweislichen Manipulation des Rennens durch Michael Waltrip Racing Fahrer Clint Bowyer (gewollter Dreher fünf Runden vor Schluss), verpasste die NASCAR den MWR Piloten eine 50 Punkte Strafe und somit rutscht Stewart-Haas Racing Fahrer Ryan Newman doch noch in den Chase. Alles in allem eine vertretbare Entscheidung.

Sportlich gesehen war die Saison für Ryan Newman ganz okay. Im Frühjahr wollte es im gesamten Team noch nicht so richtig laufen, doch nach und nach ging die Performancekurve nach oben. Gekrönt wurde der Sommer durch den Brickyard 400 Sieg von Ryan Newman, der sein einziger und rettender Sieg in diesem Jahr ist. Eine große Rolle wird Newman in der Entscheidung um die Meisterschaft allerdings nicht spielen, zu unkonstant waren seine Leistungen in diesem Jahr, die nötigen Top 5 und Top 10 Platzierungen fehlen. Dennoch ist diese Saison ein versöhnlicher Abschluss, ehe Newman im nächsten Jahr in der #31 bei Richard Childress Racing sitzen wird.

 

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