Kyle Larson – Kommt der Cup-Wechsel zu früh?

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Kyle Larson wechselt 2014 in den Sprint Cup zu Earnhardt-Ganassi Racing und bestreitet somit seine Rookie Saison. Doch kommt dieser Schritt zu früh oder wird er sich durchsetzen können?

Dieses Jahr könnte vielleicht das abenteuerlichste Jahr des Lebens des 21-jährigen Kyle Larson werden. Siegte er am Anfang dieses Jahres auf kontroverser Art und Weise das Whelen Modified Battle of The Beach Rennen in Daytona, wird er nun 2014 den schon letzten Schritt eines NASCAR Fahrers wagen und wird für Earnhardt-Ganassi Racing eine volle Sprint Cup Saison bestreiten, als Nachfolger von Ex-Formel 1 Fahrer Juan Pablo Montoya, dessen Vertrag nicht verlängert wurde. Die NASCAR-Welt diskutiert nun natürlich: Ist es zu früh für Larson? Stürzt er schon wie zahlreiche andere Talente ab?

Kyle Larson’s bisherige Laufbahn erinnert stark an die von dem vier maligen NASCAR Sprint Cup Champion Jeff Gordon. Nicht nur weil Larson im Kindesalter bekennender Fan der Rainbow Warriors und dem „Wonderboy“(wie Gordon damals genannt wurde) war, sondern auch wegen dem Werdegang der Fahrzeuge, die er fuhr. Als Teenager fuhr er die USAC Fahrzeuge, denn sein Ziel waren die IndyCars, die zweit populärste Motorsportserie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Neben den USAC Fahrzeugen, fuhr er so gut wie jede Woche die bekannten Sprint Cars, Silver Crowns und World of Outlaw Sprint Cars. Und in jedem einzelnen Fahrzeug konnte er als Teenager den Fahrern so gut wie davon fahren. Und wir sprechen hier nicht von anderen Teenagern, nein, sondern von den festen Größen der einzelnen Serien.

Er machte sich also Jahr für Jahr ein Namen, bis IndyCar und NASCAR Teamowner Chip Ganassi auf ihn aufmerksam wurde, der ihn dann 2012 einen Nachwuchsvertrag vorgelegt hatte und den 20-jährigen Larson in die Stockcar-Welt brachte. Als Teil des Aufbauprogramms fuhr Kyle Larson dann in der NASCAR K&N Pro East Series, eine offizielle Late Model Serie unter dem Dach der NASCAR. Neben dem „Rookie of The Year“-Award, konnte Larson auch die Champion-Trophäe am Ende des Jahres mit nach Hause nehmen. Längst waren Fahrer wie sein Idol Jeff Gordon, Tony Stewart und Kasey Kahne auf den jungen Mann aufmerksam geworden, denn sie alle haben eins gemeinsam: Sie arbeiteten sich auf den Dirt Strecken bis ganz nach oben.

Anfang des Jahres stand Larson vor einer persönlichen Entscheidung: Trucks oder Nationwide? Larson entschied sich bekanntlich für die Nationwide Series, neben ein paar Truck Series Einsätzen, konnte gleich auf dem prestigeträchtigen Rockingham Speedway in den Trucks gewinnen, während er in der Nationwide Series mit konstanten Ergebnissen glänzten. Auch jede menge Schrott gab es, was sich nun aber langsam aber sicher gelegt hat. Derzeit steht der Amerikaner mit asiatischen Wurzeln auf dem achten Gesamtrang.

Eine, ohne Zweifel, beeindruckende Karriere. Doch reicht es wirklich schon für die Cup Series? Reicht es, um gegen die besten Stockcar-Fahrer von Amerika anzutreten?

Die Liste der „zu früh gebrachten Talente“ ist lang. Oft wird ein Joey Logano genannt, der damals im Jahr 2009 mit erst zarten 19 Jahren in den Sprint Cup geholt wurde, nachdem Tony Stewart das Joe Gibbs Racing Team verließ, um für sein eigenes Team zu fahren. Auch bei Logano hieß es: DER wird der nächste Jeff Gordon. Am Ende seiner Rookie Saison landete er auf der 20. Position, eine passable Leistung für einen Rookie wenn ihr mich fragt. Es folgten Platz 16, 24 und 17, ehe er in dieser Saison zu Penske Racing wechselte. Der Druck auf Logano war damals riesen groß, schließlich trat er das Erbe von einem (damals) zwei maligen Sprint Cup Champion an. Das er bei „ungenügenden“ Leistungen von den Medien zerissen wird, war vorprogrammiert. Ein weiteres Beispiel ist Casey Atwood, den heute niemand kennt. Auch er galt als ein großes Talent und kam mit 21 Jahren (2001) in den Sprint Cup, doch nach zwei miserablen Jahren (P26 und P35) verschwand er und fuhr gelegentlich noch in der Nationwide Series. Heute fährt er in lokalen Late Model Rennen, nachdem er eine über dreijährige Pause vom Motorsport machte.

Viele sagen, dass Larson noch ein paar Nationwide-Jahre dranhängen sollte, doch mit nur einem Jahr Nationwide-Erfahrung steht er gar nicht so allein. Auch ein Denny Hamlin fuhr nur eine Saison, bis er 2006 für Joe Gibbs Racing in der Cup Series antrat. Mit zwei Siegen und mit Platz 3 auf der Gesamtplatzierung schlug er wie eine Bombe ein und ist jedes Jahr ein Meisterschaftskandidat. Auch Kasey Kahne fuhr nur eine volle Nationwide Saison und konnte in seinem Rookie Jahr (2004) mit 13 Top 5 Ergebnissen und einem Gesamtrang von Platz 13 glänzen. Heute fährt er beim NASCAR „Powerhouse“ Hendrick Motorsports.

Larson hat bisher keinen Sieg geholt und wird die Meisterschaft wahrscheinlich nicht gewinnen, doch die Nationwide Series ist dieses Jahr die beste Saison die die „zweite Liga der NASCAR“ je hatte. Larson hat in seiner bisherigen Laufbahn bewiesen, dass er alles was 4-Räder hat, fahren kann und das erfolgreich. Und die NASCAR braucht wieder ein Youngster wie Larson es ist. Jede Person ist anders und Larson könnte sich genauso durchsetzen wie es ein Jeff Gordon in den 90er Jahren vorgemacht hat, auch wenn man die Zeiten nicht vergleichen darf und kann. Kyle Larson wird noch dieses Jahr Sprint Cup Erfahrung sammeln können und kann der NASCAR Welt schon eine Kostprobe geben, was man von ihm erwarten darf. Klar: Das Material ist nicht das beste, doch das brauch es nicht. Larson ist ein toller Fahrer und hat mit McMurray als Teamkollegen einen sehr erfahrenen Fahrer an seiner Seite, der auch so ähnlich in den Sprint Cup kam. Chip Ganassi hat es auf der Pressekonferenz sehr schön erklärt:

„Ich habe von vielen gehört es sei ‚zu früh‘. Lasst uns eine Liste machen, wo auf der einen Seite die Fahrer aufgelistet werden, die in die Kategorie „zu früh“ fallen. Auf die rechte Seite schreiben wir alle Namen dieses Landes auf, die nie diese Chance bekamen. Wie lang ist diese Liste? Es bietet sich nun die Chance und er ist ein toller Fahrer. Er war ganz klar die erste Wahl. Niemand hat es mehr verdient, als er es tut.“

Doch wer weiß, was er wird? Er kann der nächste Atwood werden, oder er kann der nächste Johnson werden. Wir werden sehen wie es sich ausgeht. Larson jedenfalls hat sich ein Ziel gesteckt und zwar möchte er an jedem Wochenende in die Top 15 fahren und für mich persönlich wäre dies schon ein verdammt großer Erfolg in der heutigen NASCAR!

 

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