Und wieder: Matt Kenseth lässt Kahne hinter sich

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Matt Kenseth besiegt einmal mehr Kasey Kahne in einem spannenden Bristol Finale! – Ein später Big One verändert die „Race to the Chase“-Situation.

„Das letzte große Kolosseum“ wird der Bristol Motor Speedway genannt. In denen in Rom einst blutige Gladiatoren Kämpfe ausgetragen wurden, fahren in Bristol 43.000 Pferdestärken in einem Oval mit einer Länge von 800 Metern herum, um eines der prestigeträchtigsten Rennen der heutigen NASCAR zu gewinnen. Über 120.000 Zuschauer vor Ort erlebten ein spannendes Rennen mit einem noch spannenderen Finale, in welchem Joe Gibbs Racing Fahrer Matt Kenseth nun schon zum dritten Mal Kasey Kahne in dieser Saison auf den zweiten Platz verbannte.

Doch Hendrick Motorsports Fahrer Kasey Kahne hatte unter dem Nachthimmel von Bristol, Tennessee alle Möglichkeiten. Entweder er tätigt einen „Bump & Run“, was die meisten der Zuschauer in diesem Moment erwarteten, oder er versucht es auf die faire Variante. Kahne entschied sich für die letztere Variante und musste so zum vierten Mal in dieser Saison (bzw. zum dritten mal zweiter hinter Kenseth) den ersten Verlierer spielen: Platz 2.

„Ich wrecke keine Fahrer. Ich hätte vielleicht sogar uns beide aus dem Rennen genommen, wenn ich es getan hätte. Ich habe versucht ihn fair zu überholen und so hart zu racen wie es möglich war und zu einem Zeitpunkt dachte ich, dass ich ihn gehabt hätte, da ich einen guten Run mit viel Momentum hatte und einen Slidejob versuchte, doch er behielt seine Position. Ich habe es einfach geschafft und bin über mich selber verärgert, dass ich nicht herausgefunden habe, wie ich gewinnen konnte. Unser Wagen war klar der bessere in den letzten Runden.“, so Kasey Kahne, der frustriert nach dem Rennen in die Kamera hineinblickte.

Für Matt Kenseth war es der fünfte Saisonsieg und ist somit die neue Nummer 1 in der Meisterschaft, schließlich hat er nun mehr Saisonsiege als Jimmie Johnson und nach Richmond gibt es für jeden Sieg drei Bonuspunkte.

„Das ist ein toller Sieg für uns. Das Nachtrennen in Bristol ist mit das größte Rennen des Jahres und ist mit das spaßigste Rennen was man gewinnen kann. Es ist schon etwas her, als ich es zum letzten Mal gewonnen habe… Man, was war das nur für ein dramatisches Rennen.“, so ein glücklicher Kenseth in der Victory Lane.

Auch neben dem furiosen Finish, gab es ein hitziges Rennen mit jede Menge Schrott wie man es von Bristol eigentlich auch kennt. In Runde 448 löste eine Kettenreaktion den ersten und einzigen Big One auf dem Short Track des Abens aus, der es allerdings in sich hatte. Brian Vickers berührte Denny Hamlin bei einem Restart an dem rechten Vorderreifen, der sich dann unmittelbar verabschiedete, der dann mit Harvick kollidierte. Wie in einem Billiard Spiel gab es dann die so oft gesehene Kettenreaktion.

Mit den involvierten Wagen von Brad Keselowski, Martin Truex Jr., Ryan Newman, Denny Hamlin, Kevin Harvick, Casey Mears und David Stremme änderte sich die Situation um Gesamtplatz 10 herum schlagartig und ist für die Fahrer, die in den Top 10 stehen, ein wenig aufgelockert. Schließlich hat Dale Earnhardt Jr. (Bristol: P10) nun einen Vorsprung von 33 Punkten auf den elften, Brad Keselowski. Kasey Kahne ist durch die zweite Position nun bis auf Platz 8 vorgerückt und genießt wieder einen Vorsprung von 20 Punkten, während Greg Biffle 17 Punkte Vorsprung hat und Logano minimale drei Punkte auf Keselowski hat.

Wo es Schrott gibt, gibt es in der NASCAR natürlich auch Ärger. Kevin Harvick parkte verärgert über Hamlin sein Wrack genau in Hamlin’s Pit Stall um diese zu behindern. Daraufhin kam Hamlin mit seinem beschädigten Wagen in die Box und schob gemeinsam mit der Crew die #29 aus vorgegebenen Box, woraufhin Kevin Harvick schließlich ein wenig ungemütlich wurde und von den Offiziellen abgefangen wurde. Er sprach mit Hamlin noch auf der Strecke und nach dem Rennen war alles geklärt:

„Er erzählte mir seine Version von dem Unfall. Es ist alles gut. Das ist Short Track Racing und ich wollte einfach wissen, wie er es sieht.“, so die kurze und knappe Antwort von Harvick. Zu ESPN sagte er noch ein wenig zynisch, dass Bristol vor dem Umbau sehr viel mehr Spaß gemacht hätte, als es dieses Jahr der Fall ist.

Es war ein Kommen und Gehen an der Führung. Im ersten Fünftel des Rennens konnte Kurt Busch die Führung von Polesitter Denny Hamlin in Runde 23 (von 500) übernehmen und behielt sie gute 50 Runden lang, bis er ein Problem mit einem seiner Vorderreifen bekam und der Furniture Row Racing Chevrolet musste an die Box kommen. Doch das war noch nicht alles: Kurt Busch war während diesem Pit Stop zu schnell in der Boxengasse und musste eine Durchfahrtsstrafe absitzen, ein wenig später hatte er dann allerdings wieder Probleme, da sich das Team mit dem Schlagschrauber herumärgerte: Eine Radmutter fehlte. Zu allem Überfluss touchierte Kurt Busch dann noch in Runde 91 Ken Schrader. In dieser Caution musste „The Outlaw“ dann noch in die Garage und war somit eigentlich aus dem Rennen hinaus. Am Ende belegte er immerhin noch die 31. Position.

Daraufhin wechselte die Führung ein wenig hin und her durch verschiedene Strategien und auch Dale Earnhardt Jr. konnte 32 Führungsrunden einsacken, doch Clint Bowyer war der deutlich schnellere Leader zu diesem Zeitpunkt. Bowyer übernahm die Führung in Runde 126 und Überrundete Wagen wurden ein Teil des Rennens, so wie immer in Bristol. Es kam wie es kommen musste und fünfzig Runden später sah man Clint Bowyer in der falschen Richtung stehen und Bobby Labonte rutschte in ihn hinein. Beide hatten bis dahin ein tolles Rennen gefahren. Bowyer wurde immerhin noch 14. und ist jetzt sogar in Reichweite auf Platz 1 in der Meisterschaft, da Jimmie Johnson ein sehr durchwachsenes Rennen auf Platz 36 beendete.

Den schnellsten Wagen aller Pechvögel hatte allerdings Carl Edwards, der sich zu einem ernstzunehmender Anwärter auf den Sieg entwickelte. 119 Runden lang war die #99 von Roush Fenway Racing in Führung, doch dann streikte der Motor in Runde 374 und sein ehemaliger Teamkollege Kenseth übernahm die Führung und sollte sie auch nicht mehr abgeben.

„Es kam recht unerwartet. Ich möchte mich bei meinen Jung bedanken, denn dieser Wagen heute hat mir so viel Spaß bereitet wie schon lange nicht mehr“, sagte der Vize-Champion von 2011 Carl Edwards. „Jimmy (Fenning, sein Crew Chief) hat einen tollen Job gemacht und der Wagen war fast perfekt, bis der Motor den Geist aufgegeben hat. Dieses Rennen hat uns auf jeden Fall was gebracht und blicken nun nach vorne.“ Edwards steht zur Zeit auf dem dritten Platz in der Meisterschaft und ist realistisch gesehen sicher für den Chase qualifiziert.

In dem finalen Restart nach dem Big One tauchte auch der Kolumbianer Juan Pablo Montoya wieder in den Top 5 auf, nach dem er in den Top 5 liegend eine Durchfahrtsstrafe für zu schnelles Fahren in der Box bekam. Allerdings konnte der Earnhardt / Ganassi Fahrer, der nach dieser Saison das Cockpit räumen muss, nicht mit Kenseth mithalten und musste auch den heranstürmenden Kasey Kahne vorbeilassen, doch die dritte Position konnte er halten.

„Wir hatten wirklich ein sehr guten Wagen an diesem Abend. Wir hatten am Anfang zwar ein wenig mit Übersteuern zu kämpfen, doch das konnten wir im Laufe des Rennens beheben. Der Fehler mit der Speeding-Penalty tut natürlich weh, doch ich will euch die Wahrheit sagen. Der Fehler hat uns geholfen nicht trocken zu laufen in den letzten Runden. Unser Verbrauch war nicht so gut wie von der 20“, so Montoya.

Die Top 5 komplettierten ein, wie schon von uns erwartet, starker Brian Vickers und der Michigan Sieger Joey Logano der nun in den Top 10 der Meisterschaft ist.

„Das war das am meist umkämpfte Top 5 Ergebnis meines Lebens. Wir hatten Probleme mit dem rechten Vorderreifen, wir wurden von der #11 geblockt und wir hatten Müll auf unserem Kühlergrill. Jedes mal verloren wir viele Positionen, doch wir kamen immer zurück in die Top 5. Dieses Team ist einfach nur fantastisch und wir verdienen es, im Chase zu sein.

Paul Menard, Jeff Gordon, Marcos Ambrose, Greg Biffle und Dale Earnhardt Jr. komplettierten am Ende des Tages die Top 10 und besonders Menard bestätigt den Aufwärtstrend bei Richard Childress Racing.

Alles in allem war es ein typisches Bristol Rennen und das gut gefüllte Kolosseum in den Wäldern von Tennessee erlebte ein packendes Rennen. Nächste Woche geht es dann nach Atlanta, wo in der Nacht von Sonntag auf Montag das AdvoCare 500 stattfindet. Eine ausführliche Vorschau findet ihr natürlich wie immer im Laufe der Woche.

 

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