Michigan: Joey Logano siegt, Mark Martin im Pech

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Joey Logano gewinnt das 23. Saisorennnen vor Kevin Harvick in Michigan. – Mark Martin und Dale Earnhardt Jr. mal wieder im Pech.

In einem schon kurios anmutenden Rennen in Michigan, behielt Joey Logano den kühlen Kopf und konnte für Ford einen weiteren Heimsieg einfahren, doch beinahe hätte es wohl eine der größten Überraschungen gegeben, schließlich führt ausgerechnet Toyota Fahrer Mark Martin das Feld in den letzten 10 Runden an, der sich dadurch aber in eine gefährliche Sprit-Situation brachte. Es kam was kommen musste und bei vier verbleibenden Runden rollte der Toyota Camry von Martin aus und Joey Logano übernahm die Führung und behielt sie bis zum Schluss.

Doch das eigentliche Manöver zum Sieg passierte beim Restart, der 22 Runden vor Schluss erfolgte. Schon dort übernahm Mark Martin die Führung, da dem bisherigen Führenden Brad Keselowski der Befehl zum Boxenstop gegeben wurde und so im Mittelfeld versank. Von Position drei aus ging Joey Logano wieder ins Rennen und konnte durch ein starkes Überholmanöver den Chevrolet Fahrer Kevin Harvick überholen, was letztendlich auch der entscheidende Moment des Rennens war. „Mr.-Where-Did-He-Come-From-?“, so der Spitzname von Harvick, konnte in den entscheidenden letzten Runden Joey Logano dann nicht mehr überholen, zu groß war der „clean air“ Vorteil für den Penske Fahrer.

Des einen Freud, ist des anderen Leid. Diese bekannte Weisheit bestätigte sich mal wieder in dem 400 Meilen Rennen. Mark Martin, der schon in seinen jungen Jahren meistens den zweiten Platz belegte, musste am Sonntag wieder eine Niederlage einstecken. Mark Martin stoppte in diesem Rennen zum letzten Mal in der siebten Caution, die Bobby Labonte durch einen Drehe auslöste, und dies war wohlgemerkt in Runde 150. 50 Runden also wollte die Crew rund um Martin, ein unmögliches Unternehmen. Doch die zwei Gelbphasen in Runde 157 (durch Kyle Busch ausgelöst) und in Runde 174 (wieder durch Kyle Busch ausgelöst) machten den Versuch um einiges realistischer, aber zum Ende reichte es dann doch nicht. Eine einzige Caution mehr und der Poker wäre höchst wahrscheinlich aufgegangen. Am Ende fuhr Martin als 27. durch das Ziel.

Die Top 5 des Rennens waren mehr oder weniger überraschend. Auf Platz drei kam ein starker Kurt Busch ins Ziel, der mit 43 Führungsrunden durchaus eine Chance zum Sieg hatte. Doch der Wagen war mitten im Feld zu unruhig und durch die etwas langsamere Boxencrew kam er immer wieder in das Vergnügen sich vom Mittelfeld nach vorne kämpfen zu müssen.

„Du kannst keinen dritten Platz feiern“, so Kurt Busch im Interview mit ESPN nach dem Rennen. „Du kannst einfach nur Selbstvertrauen gewinnen und das Wissen haben, dass wir nächste Woche wieder eine Chance (um den Sieg) haben.“

Platz vier belegte Paul Menard, der Teamkollege von Kevin Harvick (2.), und ist sein bestes Saisonergebnis im diesjährigen Sprint Cup. Und Clint Bowyer, der schon in der ersten Runde sein Wagen verlor und die erste Caution auslöste, kämpfte sich bis zum fünften Platz vor. Damit unterstreicht er nochmal seine konstante Leistung und seine Meisterschaftsambitionen.

Team Hendrick Motorsports war am Sonntag eher unauffällig. Jimmie Johnson musste im Ersatzwagen starten und pflügte durch das Feld, doch schon in Runde 60 machte der Motor schlapp und das Rennen war für den ersten in den Punkte beendet. Dale Earnhardt Jr. hatte wie so oft in Michigan Siegchancen, doch ein Reifenplatzer in Runde 135 ließen die Träume eines Sieger der „Jr.-Nation“ platzen. Kasey Kahne (7.) und Jeff Gordon (17.) blieben das gesamte Rennen über sehr unauffällig.

Auch erwähnenswert:

  • Marcos Ambrose fuhr auf einen sechsten Platz und kann somit seinen starken Michigan-Trend weiter aufrecht erhalten.
  • Tony Stewart’s Ersatzmann Austin Dillon verursachte zwar einen Unfall in Runde 14, doch der eigentliche Childress Fahrer kämpfte sich zurück und beendete das Rennen auf einem starken 14. Platz.

Die Qualifikation für den Chase ist nun noch einmal enger, verrückter und spannender geworden. Dreh-und Angelpunkt, Platz 10, ist nun Greg Biffle der mit 663 Punkten die erlösende Position für die direkte Qualifikation hält. Davor sind Kurt Busch (665) und Brad Keselowski (667), doch nach dem Unfall in Watkins Glen und in Michigan, steht jetzt auch Dale Earnhardt Jr. wieder auf der Kippe, der derzeit auf der siebten Position steht. Zwar hat er 20 Punkte auf den elften Vorsprung, doch auch sein Teamkollege hatte vor Watkins Glen ein 16 Punkte Polster und nun steht dieser auf der elften Position.

Auch Joey Logano hat sich durch den Sieg in eine gute Position gebracht. Zwar fehlen ihm 17 Punkte auf den zehnten, doch die Wildcard könnte nun für ihn bestimmt sein. Derzeit halten Kasey Kahne und Truex Jr. die Wildcards, doch Kasey Kahne ist auf den kommenden drei Strecken stark aufgestellt. Der große Verlierer heißt Jeff Gordon, der nun 26 Punkte Rückstand auf Biffle hat. Hier ein Ausschnitt aus der Tabellensituation:

Pos. Fahrer-Name Punkte Siege
6 Matt Kenseth + 29 4
7 Dale Earnhardt Jr. + 20 0
8 Brad Keselowski + 08 0
9 Kurt Busch + 06 0
10 Greg Biffle + 04 1
11 *Wildcard* Kasey Kahne – 04 2
12 *Wildcard* Martin Truex Jr. – 10 1
13 Joey Logano – 17 1
14 Jeff Gordon – 26 0
15 Ryan Newman – 27 1

Dieses Wochenende geht es zum Bristol Motor Speedway, eines der NASCAR-Saisonhighlights, welches in der Nacht von Samstag auf Sonntag von Statten geht. Eine ausführliche Vorschau findet ihr natürlich wie gewohnt im Laufe der Woche hier bei uns!

 

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