Silly Season 13/14: Wer heuert wo an?

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Die Silly Season ist im vollen Gange und es stellen sich nach Montoyas Kündigung viele Fragen auf: Welcher Fahrer fährt nächstes Jahr bei welchem Team? Ein kurzer Überblick über die vielen Möglichkeiten!

Was war das gestern für eine Schocknachricht, als bekannt wurde, dass Juan Pablo Montoya kommendes Jahr nicht mehr in einem Earnhardt / Ganassi Racing (EGR) Chevrolet SS fahren wird. Schließlich war der ehemalige kolumbianische Formel 1 Fahrer der Grund, warum 2007 viele europäische Motorsportfans und Montoya Fans überhaupt in die amerikanische NASCAR reingeschnuppert haben. Viele haben nicht mehr eingeschaltet, aber genauso viele gucken noch heute die Rennen in denen Montoya seine Runden dreht. Egal was man von ihm denkt: Montoya war bzw. ist eine wichtige Verbindung der NASCAR zu „neuen“ Märkten. Wie Europa, wie Südamerika. Doch jetzt wo sein Vertrag nicht mehr verlängert wurde stellen sich natürlich zwei Fragen: Bleibt Montoya in der NASCAR und wenn ja, bei welchem Team? Und zweitens, wer rückt bei EGR nach?

Um schnell einen Überblick zu bekommen, welche Fahrer derzeit ein neues Cockpit suchen oder auf eine Sprint Cup Chance warten, hier eine Tabelle:

  • Kevin Harvick ist bei Stewart / Haas Racing gesetzt (in Zukunft mit der #4)
  • Ryan Newman sucht weiterhin
  • Juan Montoya braucht ein neues Cockpit / verlässt die NASCAR (?)
  • Austin Dillon vielleicht schon nächstes Jahr in der #29 von Harvick?
  • Kyle Larson, kommender Superstar. Rückt er bei Ganassi auf?
  • Kurt Busch, gibt immer wieder Gerüchte um ihn, dass er Furniture Row Racing verlässt
  • AJ Allmendinger, ersetzt vielleicht Labonte bei JTG/Daugherty Racing
  • Bobby Labonte, Karrierende?
  • Jamie McMurray, auslaufender Vertrag bei Ganassi, gilt aber als gesetzt
  • Mark Martin, wahrscheinlich nur noch Teilzeit. Aber wo?

Folgende Teams sind für nächste Saison auf jeden Fall sicher:

  • Hendrick Motorsports
  • Stewart / Haas Racing
  • Roush Fenway Racing
  • Michael Waltrip Racing

Für Ryan Newman, der seinen Platz für Kevin Harvick räumen muss, haben sich nun neue Perspektiven gebildet. Zu einem soll er schon seit einigen Tagen die Nummer eins auf Richard Childress‘ Liste sein, für das vakante Fahrzeug von Kevin Harvick der in Zukunft bei Stewart / Haas Racing um Siege fahren wird. Doch was viele vergessen, dass zwei Brüder aus der Childress Familie ebenfalls in den Sprint Cup aufsteigen sollen. Die Rede ist natürlich von Austin Dillon und seinem jüngeren Bruder Ty Dillon, der derzeit seine zweite Truck Series Meisterschaft fährt. Der Plan von Richard Childress war bzw. ist der, dass beide jeweils zwei Jahre in der Truck Series und Nationwide Series fahren müssen, bevor sie in den Sprint Cup aufsteigen. Schließlich hat jeder von Joey Logano gelernt, der damals viel zu früh das Erbe von Tony Stewart bei Joe Gibbs Racing antreten musste.

Austin Dillon wäre also laut Richard Childress nun „reif“ für den Sprint Cup, da er momentan in seinem zweiten Nationwide Jahr fährt. Doch wo soll er hin, wenn entweder Ryan Newman oder aber sogar Kurt Busch (sein derzeitiges Team ist ein Satelliten Team von Childress Racing) zu Childress kommen? Jeff Burton ist seinem Karrierende nahe, fährt aber höchst wahrscheinlich noch eine weitere Saison. Wenn er 2015 auch noch durchfährt, könnte Ty Dillon 2016 sein Cockpit übernehmen, während Austin Dillon ab nächster Saison das Fahrzeug von Harvick fährt. Paul Menard ist auf alle Fälle gesetzt, da sein Vater sein Fahrzeug komplett bezahlt. Dies ist meiner Meinung nach derzeit die plausibelste Lösung, da ich RCR noch nicht wieder als ein vier Wagen Team sehe. Mit einem Kurt Busch werden die Sponsoren nicht angelaufen kommen und auch Ryan Newman ist keine wirkliche interessante Person für Sponsoren.

Da nun aber die #42 von Ganassi frei geworden ist, könnte vielleicht Ryan Newman nun dort anheuern, was in NASCARmerica in den Social Media Netzwerken gestern groß und breit diskutiert wurde. Auch mir gefällt diese Option für Newman mehr und mehr, weil Newman als ein sehr guter Aufbau-Fahrer gilt. Er kann sehr gezielte Informationen über seinen Wagen teilen und ein Team weit voranbringen. Und genau dies sollte meiner Meinung nach nun die oberste Priorität bei Earnhardt / Ganassi Racing sein. Man muss das Team neu aufbauen und mit einem Newman könnte dies klappen, was mit Nachwuchsfahrer Kyle Larson nicht der Fall wäre. Er wird sehr wahrscheinlich der kommende Superstar werden, doch es ist einfach viel zu früh für ihn. Und wieder: Joey Logano galt ebenfalls als der neue Jeff Gordon. Larson ist in seinem ersten Nationwide Jahr (Trucks fuhr er noch keine volle Saison) und stellt sich super an, keine Frage, aber er ist noch nicht bereit für den Sprint Cup. Man muss ihm noch ein, zwei Jahre geben. Lange Rede, kurzer Sinn: Ryan Newman könnte das Cockpit von Montoya übernehmen und würde so der neue Teamkollege von McMurray werden. Zwar läuft der Vertrag von McMurray wie bei Montoya aus, doch es ist sehr wahrscheinlich das seiner verlängert wird.

Kurt Busch bleibt weiterhin bei Furniture Row Racing, zumal ich auch keinen Grund für einen Wechsel seinerseits sehe. Das Team wird eigenfinanziert, somit muss sich Busch keinen Kopf um fehlende Sponsoren machen. Auch das Equipment stimmt, nur müsste die Crew noch schneller werden, aber schon jetzt fährt Kurt Busch eigentlich so gut wie jedes Rennen um die Top 5. Allerdings ist auch er ein Name bei EGR, ähnlich wie Newman. Ich tendiere aber eher zu der Vertagsverlängerung bei FRR. Streichen wir also folgende Namen von unserer Liste:

  • Kevin Harvick (offiziell: #29 -> #39/#4)
  • Ryan Newman (inoffiziell: #39 -> #42)
  • Juan Montoya braucht ein neues Cockpit / verlässt die NASCAR (?)
  • Austin Dillon (inoffiziell: NWS -> #29/#3)
  • Kyle Larson (inoffiziell: weiterhin NWS)
  • Kurt Busch (inoffiziell: weiterhin #78)
  • AJ Allmendinger, ersetzt vielleicht Labonte bei JTG/Daugherty Racing
  • Bobby Labonte, Karrierende?
  • Jamie McMurray (inoffiziell: Vertragsverlängerung #1)
  • Mark Martin, wahrscheinlich nur noch Teilzeit. Aber wo?

Bleibt also noch unser Sorgenkind Juan Pablo Montoya bei der Ganassi Geschichte übrig. Es wird sehr, sehr schwierig für ihn werden ein neues Cockpit innerhalb des NASCAR Sprint Cups zu finden. Er ist „dieser“ Open-Wheel-Typ der sich in der NASCAR versuchte und mehr oder weniger scheiterte. Ob es nun an ihm lag oder am Team, man weiß es nicht. Allerdings schrecken die Teams vor solchen Fahrern zurück. Bei großen Teams ist kein Platz, die kleinen Teams hätten sicherlich ein Fahrzeug übrig, doch will das Montoya? Montoya will Erfolg und diesen wird er bei einem kleineren Team nicht finden, zumal er auch wieder auf Sponsorensuche gehen muss. Target bleibt bestimmt bei EGR. Ich sehe wohl oder übel einen Abschied seitens Montoya und zwar in die Sportwagenserie. Die WEC könnte für ihn nochmal ein Anreiz sein und als ehemaliger Formel 1 Fahrer könnte er diese Fahrzeuge relativ schnell beherschen, da sich die Prototypen und F1 Wagen sehr ähnlich sein sollen.

Kommen wir von den „big boys“ zu den etwas kleineren Teams. Dieses Jahr hat es eine interessante Entwicklung bei JTG / Daugherty Racing gegeben. Während man jahrelang versuchte mit dem erfahrenen Bobby Labonte im Sprint Cup Fuß zu fassen, hatte man diese Saison genug bekommen und AJ Allmendinger durfte sich in der #47 versuchen und dies mit Erfolg. Dies könnte also einen Fahrerwechsel herbeirufen: Allmendinger rein, Labonte raus. Und dies sehe ich als sehr realistisch an, außer es passiert noch ein Wunder und ‚Dinger findet Unterschlupf bei den IndyCars, doch bleiben wir bei dem Fahrerwechsel innerhalb des Sprint Cups. Übrigens: Bei JTG / Daugherty Racing gab es diese Woche Gespräche mit Richard Childress Racing. So wird spekuliert, dass JTG ähnlich wie Furniture Row Racing eine Allianz mit RCR bilden könnte und somit von Toyota zu Chevrolet wechseln würde. Doch auch hier ist noch nichts offiziell!

Nun wäre also Bobby Labonte der „Free Agent“ im Geschäft und er hat genau zwei Optionen: Entweder das Karrierenende oder er wechselt zu einem anderen Mittelfeld-Team, doch welches Team könnte das sein? Wie wäre es mit dem „neuen Phoenix Racing Team“, welches am 1. September während dem Atlanta Wochenende vorgestellt wird. Die angeblichen Käufer, Turner / Scott Motorsports aus der Nationwide Series, würden jede Menge Geld mitbringen und einen Fahrer, der vielleicht Justin Allgaier sein könnte. Allgaier wäre ein absoluter Sprint Cup Rookie und ihn alleine im Sprint Cup würde dem Team meiner Meinung nach nicht viel bringen. Also wäre es von Vorteil einen erfahrenen Fahrer als Teamkollegen zu haben, der sich mit Allgaier über Setups unterhält und ihm generelle Tipps geben kann. Und genau diese Position würde Bobby Labonte, Sprint Cup Champion aus dem Jahr 2000, perfekt ausfüllen.

Bleibt also nur noch ein Fahrer von der Liste übrig: Mark Martin. Seit 2011 ist er als Teilzeitpilot bei Michael Waltrip Racing tätig und fuhr die #55, die nun aber Brian Vickers ab 2014 bewegen wird. Ein neues Team wird sich Mark Martin nicht suchen, da er zu begeistert von Waltrip Racing ist. In unserem Chat wurde eine interessante Lösung vorgeschlagen, die recht plausibel klingt: Michael Waltrip und Mark Martin teilen sich hin und wieder ein viertes Fahrzeug. Dies würde aber klappen, wenn man einen Sponsor findet und genau dies ist der Knackpunkt. Wenn es nichts mehr mit dem Fahren wird für Martin, dann wird er höchst wahrscheinlich eine interne Position bei Michael Waltrip Racing finden.

Wie seht hat sich die Silly Season in eine sehr, sehr verzwickte Situation entwickelt und alles was ich von mir gegeben habe sind reine „Was wäre wenn?“-Spekulationen. Was meint ihr? Stimmt ihr mir zu, habt ihr eigene Szenarien? Wenn ja, schreibt doch eure Lösungen für die Silly Season in die Kommentarbox!

 

1 Kommentar

  1. So wie ich aus der Juan Pablo Montoya Fan Gruppe erfahren habe gibt es auch spekulationen das Penske Racing ein drittes Auto für Montoya 2014 einsetzt … vorraussetztungen sind allerdings das man genug Sponsoren zusammen bekommt

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